Texterl zum Tage


Nur wer den Mut hat, sich auslachen zu lassen, kann mit vollem Risiko improvisieren.

WF

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Plugin von Oliver Schlöbe

50 Jahre Jazz Festival Montreux

Gerade ging das 50. Jazz Festival von Montreux zu Ende und eine Viertelmillion Besucher konnte wieder gut zwei Wochen lang eine Weltstar-Parade aus Jazz, Blues, Rock, Pop und Latin erleben, mit den Höhepunkten eines gemeinsamen Auftritts von Herbie Hancock, John Scofield, Brad Mehldau und John McLaughlin sowie einer exquisiten Brazil Night. Dabei stand diese Mischung, dieses In- und Nebeneinander verschiedener Musikstile, fast von Anfang an unter Kommerzverdacht seitens der Jazzpolizei, die den ‚Supermarkt-Charakter‘ des Festivals kritisierte.
Tatsächlich konnte der Begründer und jahrzehntelange Leiter des Festivals, Claude Nobs, dieses Event überhaupt erst Dank seiner Funktion und Ambitioniertheit als stellvertretender Direktor des Fremdenverkehrsvereins von Montreux auf die Beine stellen, mit einem Wachstum von einem anfänglichen Minibudget von 10.000 SFr für drei Konzertabende im Casino auf nunmehr über 30 Millionen SFr Etat für 17 Bühnen,  darunter das Auditorium Stravinski, die Miles Davis Hall und die kleineren Locations des Off-Festivals. Aber um so etwas hinzubekommen, reichen natürlich kein noch so gutes buchhalterisches Kalkül eines Touri-Managers und die märchenhafte Lage an der Schweizer Riviera, zwischen dem Genfer See und den Alpen. Dazu brauchte es vor Allem Musikenthusiasmus, überzeugendes Networking und die Energie des omnipräsenten Tausendsassas, wie ihn Claude Nobs verkörperte. Der wahrscheinlich auch der einzige Veranstalter ist, der in einem Welthit mit Nennung seines Vornamens verewigt wurde, nämlich als „Funky Claude“ in Deep Purples „Smoke on the Water„, das ja 1971 bei Aufnahmen in Montreux entstand, nach dem dortigen Casinobrand, bei dem Claude Nobs zum Retter vieler Konzertbesucher wurde.
Nach Nobs‘ Unfalltod Anfang 2013 übernahm Mathieu Jaton die Leitung des Festivals und führt es in dessen Geist weiter: „Wir teilen einfach die Musik. Wir mixen die Künstler. Wir befreien die Musik. Wir bringen zum Beispiel Hip-Hop und Blues zusammen. All die Jungs kommen hierher und teilen ihre Musik. Das ist der freie Geist des Jazz und die Idee von Montreux.“

Festival-Plakat 1982 von JeanTinguely

Viele Festivalplakate wurden von renommierten Künstlern gestaltet – hier das 1982er von Jean Tinguely

Die Besetzungslisten aus 50 Jahren Festivalgeschichte  spiegeln diese Vielfalt und musikalische Klasse, man sah & hörte unter Anderem: Charles Lloyd (dessen Quartett mit Keith Jarrett, Cecil McBee und Jack DeJohnette 1967 den Opener des ersten Festival gab), Les McCann, Ella Fitzgerald, Nina Simone, Aretha Franklin, Count Basie, Art Blakey, Dexter Gordon, Oscar Peterson, Monty Alexander, Herbie Hancock, Lionel Hampton, Lester Bowie, Wynton Marsalis, Randy Brecker, Carmen McRae, Pat Metheny, Pasadena Roof Orchestra, Gil Evans, Keith Jarrett, Marianne Faithfull, Led Zeppelin, Frank Zappa, Sting, Queens of the Stone Age, Simon & Garfunkel, Mike Oldfield, Sonic Youth, Jethro Tull, Carlos Santana, Audioslave, Peter Tosh, Roberta Flack, Leonard Cohen, Ofra Haza, James Brown, John Lee Hooker, Jamiroquai, Paolo Conte, Nina Corti, Etta James, Johnny Cash, Van Morrison, Marvin Gaye, George Benson, Keziah Jones, Stevie Ray Vaughan, Rory Gallagher, Albert King, Deep Purple, Prince, Muse, Radiohead, Talk Talk, Ray Charles, Toto, Miss Kittin, The Hacker, The Moody Blues u.v.a.

Die Geschichte und Atmosphäre des Festivals wurde zum Jubiläum in einer sehens- und hörenswerten ARTE-Doku vom 16.7.2016 nachgezeichnet (online zu sehen bis zum 6.8.).

Das Erfolgskonzept von Montreux hat auch viele andere große und kleine Jazz-Festivals in ganz Europa beeinflusst, so dass es kaum noch welche gibt, die sich allein dem pure Jazz verpflichtet fühlen; fast überall wird auch gebluest, gerockt und stilübergreifend gejammt. Manche haben mittlerweile sogar den Begriff Jazz aus ihrer Namensgebung gestrichen, wie etwa Moers. Denn solche Events fressen richtig Kohle, die allein aus Kulturfördertöpfen und Sponsoring nicht mehr herangekarrt werden kann. Aber nicht nur Zugeständnisse an den ‚Massengeschmack‘ haben diese Entwicklung befördert. Auch bei musikalischen Qualitätszuschreibungen steht der Begriff Jazz längst auch für stilistische Offenheit und Toleranz, kulturell-ästhetische Symbiosen und Austausch, Mut zu Grenzgängen und Neugier auf Experimente – alles Attribute, die einer Offenen Gesellschaft gerade heutzutage gut anstünden. Den übrig gebliebenen old-fashioned Jazznoses hat ja in den 1960ern schon Frank Zappa (vor seinem Montreux-Auftritt) ins Gebetbuch geschrieben: „Jazz isn’t dead, it just smells funny.“ Um dann bekanntlich selber sein musikalisches Schärflein dazu beigetragen, den Jazz von diesem ‚funny smell‘ zu entlüften. Und die immer wieder prognostizierte Agonie des Jazz kommentierte der Saxophonist Sonny Rollins so: „Jazz geht immer weiter, es gibt kein Ende, sondern immer etwas Neues.“

 


Die Musikauswahl zu diesem Beitrag fiel mir angesichts der vielen hochklassigen Mitschnitte nicht ganz leicht, aber wenn hier die stilistische Vielfalt schon so gelobt wurde, für die  Prince als „Meister aller Klassen“ stand wie kein anderer Musiker, hab ich mich für ein Stückerl von ihm entschieden. Prince war erst ab 2007 (und dann noch mehrmals) dabei, und sang bei seinem letzten Auftritt eine seiner schönsten Liebesballaden:


Ein hübsches Beispiel, wie bei den Montreux-Experimenten auch manch alte Pop-Hits soulfunky aufgebrezelt wurden, zeigt hier Jamiroquai mit seiner Interpretation des 1966er-Sommerhits „Sunny“ von Bobby Hebb:

 

Alle Konzerte der 50 Festivals wurden in voller Länge aufgezeichnet und das daraus entstandene Ton- und Filmarchiv mit Aufnahmen von über 4000 Bands wurde 2013 in das Weltdokumentenerbe aufgenommen. Einen Teil davon findet Ihr unter dem Suchbegriff Live at Montreux on YouTube.

wf

Philosophisches zur Fußball-EM

In kaum einem anderen Land genießt der Fußball in Intellektuellenkreisen so hohes Ansehen wie in Frankreich, spätestens seit der philosophierende Amateur-Fußballer Albert Camus bekannte: „Was ich am sichersten über Moral und menschliche Verpflichtungen weiß, verdanke ich dem Sport.“ Und sein langjähriger Freundfeind Jean-Paul Sartre, der Fußball nach der Eintrübung seines Verhältnisses zu Camus angeblich nur noch heimlich schaute, haute den Evergreen raus: „Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“ Und wenns dann mal für die eigene Mannschaft tatsächlich nicht so gut läuft und der gegnerische Fanblock in Spottgesängen frohlockt, kann der existenzialistisch verfasste Fußballfan (und welcher Fußballfan ist das nicht) sich mit Sartes tiefer Einsicht trösten: „Die Hölle, das sind die anderen.“

Nun könnten wir von mancherlei weiteren Qualen aus dieser Hölle berichten, wie Tribalismus, Nationalismus, Rassismus, Körperverletzung, Sexismus, Homophobie, Doping, Sportwettbetrug, Funktionärsbestechlichkeit, Panini-Sammelsucht und anderen unschönen Dingen, die mit dem Fußball auch verbandelt sind. Doch die blenden wir in der Hoffnung auf ein spannendes, faires und terrorfreies Turnier jetzt mal aus und lassen uns die Fußball-Laune auch nicht von George Orwells pessimistischer Sport-Philosophie vermiesen, in der er schon 1938, kurz nach der Berliner Nazi-Olympiade, eine böse Ahnung anklingen ließ: „Ich bin jedesmal erstaunt zu hören, wenn die Leute sagen, der Sport schaffe guten Willen zwischen den Völkern, und wer auf dem Sportplatz zusammentreffe, sei dadurch weniger geneigt, auf einem Schlachtfeld zusammenzutreffen.“
Träumen wir lieber mit Bertrand Russell, dass sich die Menschheit mit Hilfe des Sports auf einem langsamen Weg der Besserung befinde: „Die Instinkte, die früher unsere wilden Vorfahren zur Jagd und zum Fischfang trieben, verlangen nach einem Betätigungsfeld; wenn sie nichts anderes finden können, verwandeln sie sich in Haß und Bösartigkeit. Aber gerade für diese Instinkte gibt es Betätigungsfelder, die frei vom Bösen sind. An die Stelle von Vernichtungskampf kann Wettbewerb und aktiver Sport treten.“

gunter gebauer philosophie des fußballsRechtzeitig zur EM hat nun der Sportsoziologe und Philosoph Gunter Gebauer  eine „Philosophie des Fußballs“ in Buchform vorgelegt (Das Leben in 90 Minuten, Pantheon Verlag München, 318 Seiten). Zwar kein ganz neuer Gedanke, dass sich der Fußball zu einer „Metaphysik der Gegenwart“ entwickelt hat und dabei primär „die unteren Regionen der Psyche“ anspricht, aber Gebauer wills genauer wissen und holt sich zur Unterstützung etliche Top-Kicker mit aufs Spielfeld dieser These. Klar ist auch Sartre mit seiner „Philosophie der Emotionen“ dabei,  auch Max Weber, Michel Foucault, Pierre Bourdieu, Stanley Cavell, Wittgenstein und Nietzsche, Pelé und Zidane – kurze und lange Denk-Pässe in einem amüsanten Wechsel ganz im Sinne des Coaches Albert Einstein: „Man sollte den Fußball so ernst nehmen wie möglich. Aber auch nicht ernster.“
(Eine ausführliche Rezi zum Buch hat Helmut Böttiger in der SZ verfasst.)

So manchem Kommentator der kommenden EM-Spiele könnte es sicher nicht schaden, sich mit Gebauers Buch ein wenig intellektuellen Hintergrund zu verschaffen – von den paar Millionen Heim- & Hobby-Trainern mal ganz abgesehn – auch wenn die Philosophie von Spiel zu Spiel sich ändert, quasi vom Abstrakten zum Story Telling, zur Konkretisierung im Einzelfall, der ja „die Unsicherheit der Existenz zeigen und den Menschen in offene Situationen stellen soll“ (Gebauer). Wenn das eine entscheidende Tor fällt oder eben auch nicht, spielt es für den echten Fan keine große Rolle mehr, auf welcher Basis-Philosophie der Erfolg oder Misserfolg beruhte.
Wer allerdings vor hat, beim Public Viewing mit etwas Bescheidwisser-Lametta zu glänzen, kommt um ein Grundstudium der diversen Spielstil-Philosophien nicht herum; eine Übersicht dazu von Antifussball über Catenaccio bis zu Tiqui Taca findet ihr bei der Spielverlagerung.

wf

Fußball-Europameisterschaft der Philosophen

Da sich bekanntlich alle Philosophen zu allen Zeiten mit dem Konkurrenz-System Fußball auseinandersetzten, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auch mit dessen pragmatischen Aspekten beschäftigten und sich immer wieder mal in corpore aufs Spielfeld begaben. Das bekannteste aller ausgetragenen Spiele (das ihr wahrscheinlich auch schon mal gesehn habt) war sicherlich das Endspiel um die Europameisterschaft der Eternal All Stars zwischen den Griechen und den Deutschen in München. Aber weils bis zum spektakulären und natürlich umstrittenen Schluss so spannend war, haben wir es gern für euch noch einmal augegraben:

 

Monty Python

Bedingungsloses Grundeinkommen und das Radfahrerprinzip

Wenn demnächst per Volksabstimmung in der Schweiz über die mögliche Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens entschieden wird, geht das nicht nur die Schweizer was an. Sollte diese alte Idee die Chance auf einen landesweiten Praxistest bekommen, wird mindestens die halbe Welt genau hingucken, was dann passiert, denn „egal, ob man das Grundeinkommen begrüßt oder verteufelt, wer auch immer nach einer radikalen und innovativen Alternative zum Neoliberalismus strebt, muss sich mit diesem Konzept auseinandersetzen“, wie der belgische Philosoph und Gründer des Basic Income Earth Network, Philippe Van Parijs, postuliert.
Auch bei uns wird das Thema weiter Fahrt aufnehmen, wenn die Diskussion um Rente/ Altersarmut sich von nicht mehr gültigen Rahmenbedingungen der ’sozialen Marktwirtschaft‘ verabschieden muss, weil Globalisierung und Digitalisierung in alle Lebensbereiche, auch in die gewohnten Begriffszusammenhänge von Arbeit – Produktivität – Einkommen – Sicherheit – Selbstverwirklichung radikal eingreifen. Das ist mittlerweile so offensichtlich, dass nun nicht mehr nur ein paar des Utopismus verdächtigten Vordenker, sondern auch die schreibenden Hinzes & Kunzes im Mainstream der gutbürgerlichen Politik- und Medienlandschaft alle Facetten des Themas BGE regelmäßig durchdeklinieren. Alle Facetten? Über ein paar bisher wenig diskutierte Zusammenhänge des runter & rauf denkt unser Gastautor Björn Eriksson in diesem Essay nach:

 

Das Radfahrerprinzip

Essay von Björn Eriksson

Jede Politik, auf welche Ideologie sie sich sonst auch berufen mag, ist verlogen, wenn sie die Tatsache nicht anerkennt, dass es keine Vollbeschäftigung für alle mehr geben kann und dass die Lohnarbeit nicht länger der Schwerpunkt des Lebens, ja nicht einmal die hauptsächlichste Tätigkeit eines jeden bleiben kann.“ (André Gorz, Sozialphilosoph)

Gegenwart wie Vergangenheit belegen unübersehbar, dass die Analyse von André Gorz gründlich und solide ist. Mit dem erst jüngst von der EZB in Umlauf gebrachten Begriff Helikopter-Geld steht endgültig der Kaiser für jeden sichtbar ohne Kleider da, die Extrapolation von André Gorz wird bestätigt: „Eines Tages muss sich der Kapitalismus seine Kunden kaufen, indem er Zahlungsmittel umsonst verteilt“.

Es wird öffentlich, dass nicht der sogenannte Arbeitgeber es ist, der für Erwerbsarbeit sorgt, sondern der Verbraucher, denn der Verbraucher schafft Erwerbsarbeit, der sogenannte Arbeitgeber nur dann, wenn sie sich nicht vermeiden lässt.

Dazu wäre aber die Ausschüttung von Helikopter-Geld gar nicht erforderlich, es genügte schon, wenn die Gesellschaften damit aufhörten, auch noch Steuern auf das Existenzminimum zu erheben, also auf jenen Notbedarf, um physisch überleben zu können. Von einer Gesellschaft, die sich einverstanden zeigt, dass selbst auf den Mangel Steuern erhoben werden, ist jedoch weder zu erwarten, dass sie exakte und präzise Analysen davon abhalten könne, weiterhin eloquenter Unlogik von Rosstäuschern nachzulaufen, noch dass sie jemals das einst für alle gültige natürliche Recht auf Nahrung und Unterkunft wieder in Kraft setzen werde. Sie dürfte darauf beharren, das Problem sei mit der Schaffung von Arbeitsanreizen lösbar, obschon vom Arbeitsanreiz kein armutsbekämpfender Effekt zu erwarten ist, wenn es nicht ausreichend Arbeitsplätze gibt. Arbeitsanreiz produziert keine Arbeitsplätze, Verbrauch hingegen schon.

Die Schweizer stimmen am 5. Juni darüber ab, ob sie ein sogenanntes bedingungsloses Grundeinkommen einführen wollen oder nicht. Bei diesem Terminus handelt es sich um nichts Geringeres als um sehr alten Wein, um das natürliche Recht auf Nahrung und Unterkunft, das einst jedem Einzelnen von der Gemeinschaft gewährt wurde, da es noch als grober Unfug galt, dieses natürliche Recht etwa zur Disposition stellen zu wollen. In jener Zeit wurde gejagt, gesammelt, das Feld bestellt, und die Früchte dieser Arbeit – da dies selbstverständlich war – mit jenen geteilt, die aus verschiedenen Gründen nicht jagen, sammeln, oder das Feld bestellen konnten. Aber in jenen Zeiten hatten die so Werktätigen auch nur das Nötigste, und nicht darüber hinaus. Nur wer schmeckt kennt den Geschmack. Jenseits dessen ist nur Gefasel.

Es ist das Verdienst von Kurt Tucholsky, bereits im Jahr 1919 auf eine entartete Spezies der gens humana hingewiesen zu haben, die in Folge als das deutsche Phänomen Radfahrerprinzip das verfügbare Vokabular um ein Wort erweiterte, welches das typische, opportunistische Verhalten des autoritären Charakters bezeichnet. Carl Zuckmayer legte 1931 dann das Prinzip seinem Hauptmann von Köpenick in den Mund: „Das ist ein Radfahrer. Nach unten tritt er, nach oben buckelt er„. Es wird verständlich, aus welchem Grund einer, der endlich selbst oben angekommen ist das nach-oben-Buckeln der anderen einfordert, und unfähig bleibt, nicht nach unten zu treten.

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So ist nicht verwunderlich, dass in Deutschland ein Ministrant mit Jo-Jo-Effekt, ein Einzelhandelskaufmann, der sich gerne mit den Statussymbolen Bierflasche und Zigarre umgab, und ein Straftäter, dessen Straftaten zu jenem Zeitpunkt noch unentdeckt waren, sich fragten, ob der deutsche Arbeitslose weiterhin in einer Hängematte auf Mali liegen darf, und dort faulenzend vom Geld des arbeitenden Volkes lebt. Denn dass dem so sein müsse, hatte schließlich kein geringerer als ein Messdiener behauptet, nach seinem Studium der Philosophie, Germanistik, Geschichte und Theologie.

Ist einer unten, ist es ausgesprochen schwierig, ja sogar unmöglich, nach unten zu treten. Es sei denn, es werde ein noch zu bestimmendes Unten aus dem Unten herausgenommen, was dazu führt, dass jene, die unten sind, wieder etwas unter sich haben, wonach sie treten können. Dass dies gelingt, dafür sorgen entsprechende Substantivierungen wie Juden, Zigeuner, Arbeitslose, Asylanten, etc., und sollten diese Wörter noch nicht genug Reizwirkung entwickeln, kann noch einer draufgesattelt werden, wie z. B. Wucherer, Wirtschaftsflüchtling, Sozialschmarotzer, etc. Im Übergang vom Einzelschicksal zur amorphen Menge befreit sich der Mensch zwingend von möglichem Wissen, entledigt sich erleichtert wahrnehmbarer Qual, phantasiert sich der Ungerechte erfolgreich in die Rolle des  Gerechten. Denn je umfassender die Ahnungslosigkeit, umso umfangreicher der Beifall.

Gesellschaften, die von sogenannten wissenschaftsbasierten Informationsgesellschaften primitive Gesellschaften genannt werden, kamen zu keiner Zeit auf die abstruse Idee, negatives Unrecht gegenüber einer Vielzahl als Ultima-ratio auszugeben, um darüber ein positives Unrecht gegenüber einem geringen Bodensatz zu minimieren. Es fehlten dort die notwendigen Zuchtmeister der Zivilisation, der Apostel Paulus und Adolf Hitler, die da lehrten: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!

Das bis dahin praktizierte natürliche Recht jedes Einzelnen auf Nahrung und Unterkunft wurde seitdem davon abhängig gemacht, ob jener arbeite oder nicht. Selbstverständlich betrachteten beide Zuchtmeister ihre eigene Tätigkeit als Arbeit. Der eine sah seine eigene Arbeitsleistung darin, zahllose Briefe zu schreiben und zu reden, der andere darin, Millionen von Menschen in den Tod zu schicken.

Nun verhielt es sich bei dem bis dahin praktiziertem natürlichen Recht jedes Einzelnen auf Nahrung und Unterkunft so, dass die Menschen damals noch über das Wissen verfügten, dass es Arbeit geben kann oder nicht, und dass darüber hinaus es auch einleuchtende Gründe dafür geben könne, dass einer keiner Arbeit nachgehen kann, obschon Arbeit vorhanden wäre. So dass sie gar nicht auf die Idee kommen konnten, dass jener, der nicht arbeite, auch nicht essen solle.

In Deutschland ist das deutsche Bundesfinanzamt bemüht, in seinem Museumsführer die 5.000 jährige Geschichte der Steuern aufzuzeigen: „Mit dem Zehnt fing es an“. Was das Bundesfinanzamt in Deutschland dabei verschweigt, ist nicht nur die Tatsache, dass dies gar nicht zutrifft, sondern auch, dass heute sogar bei den Geringverdienern es bei der Hälfte des Erworbenen immer noch nicht aufhört, da zu den Sozialversicherungsbeiträgen und direkten Steuern auch noch zahllose indirekte Steuern und Gebühren hinzukommen. Zudem handelte es sich bei der ca. 2.500 Jahre alten Idee des Zehnt der Israeliten um eine Abgabe, die das natürliche Recht jedes Einzelnen auf Nahrung und Unterkunft für Ausländer, Witwen, Waise, etc. sicherstellen solle, es war auch Konsens, dass dieser nur hierfür verwendet werde, wobei die Leviten nur ein Zehntel dieses Zehntel davon behalten durften, demnach 1 Prozent.

In Folge übernahm der Klerus des Christentums die Idee des Zehnt, und widmete ihn 722 nach Chr. um: „Aus den Einkünften der Kirche und den Opfergaben der Gläubigen soll er vier Teile machen: Einen davon soll er für sich behalten, den zweiten unter den Geistlichen verteilen, entsprechend ihrem Eifer in der Erfüllung ihrer Pflichten, den dritten Teil soll er an die Armen und Fremden geben, den vierten soll er aber für den Kirchenbau zurücklegen.“ Ab da behielten die europäischen Leviten Dreiviertel des Zehntel, demnach blieben für den ursprünglich angedachten Zweck nur noch 2,5 Prozent.

Erst die „Bill of Rights“ ermöglichten, dass sich die Gemeinschaft auch nicht mehr um die Schwerkranken zu kümmern brauche. Was dazu führte, dass heute in den Vereinigten Staaten etliche Ärzte und Krankenpersonal in Eigeninitiative jeden Sonntag sich in ihrer Freizeit in Krankenhäusern treffen, um jene unentgeltlich durch Behandlung und Operationen zu retten, die sich keine Krankenversicherung leisten können. Da diesen Menschen mit deren Eigeninitiative aber keine Einnahmen daraus entstehen, kann es sich bei dieser Tätigkeit – folgt einer der neuen Definition von Arbeit, dass nur Erwerbsarbeit Arbeit sei – nicht um Arbeit handeln.

Der Satz von Paulus und Hitler, dass wer nicht arbeite auch nicht essen solle, führte notgedrungen zur Bedürftigkeitsprüfung, wobei Arbeit nur dann als Arbeit zu gelten habe, falls diese Erwerbsarbeit. Nach dieser Definition ist folglich die Tätigkeit, Millionen Menschen in den Tod zu schicken, eine Arbeit, und Menschen durch Behandlung und Operationen vor dem Tod zu retten, keine Arbeit. Denn für die eine Tätigkeit wurde Entgelt gezahlt, für die andere nicht.

Cartoon von zenundsenf

Cartoons von zenundsenf

Nun wäre sicherlich nichts gegen eine Bedürftigkeitsprüfung einzuwenden, könnte über diese verhindert werden, dass sich einer auf Bali in die Hängematte lege anstatt zu arbeiten. Wobei zu fragen wäre, aus welcher Quelle denn die Behauptung sich speise, ein bedingungsloses Grundeinkommen werde dazu führen, dass sich einer auf Bali in die Hängematte lege anstatt zu arbeiten. Haben doch eine Reihe von Feldstudien zwischen 1969 und 1982 dies nicht bestätigt. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen und dokumentiert, dass bei unbedingtem Grundeinkommen unter existenzsichernden Bedingungen allein erziehende Mütter ihre Arbeitszeit zwischen 12 und 28 Prozent verringerten, während die meisten Männer einfach wie vordem weiterarbeiteten. Dafür sank die Scheidungsrate signifikant, und auch die Schulergebnisse von Kindern der Versuchsgruppe änderten sich: „Verbesserungen der Resultate in Lese-Tests waren für Schüler vom vierten bis zum sechsten Schuljahr statistisch bedeutsam. Die Lesefähigkeit dieser jüngeren Kinder stieg also merkbar. Für ältere Schüler vom siebten bis zum zehnten Schuljahr wurden hingegen keine positiven Effekte gemessen. Je länger eine Familie schon der Experimentiergruppe angehörte, desto größer waren auch die zu erwartenden Fortschritte ihrer Kinder in der Schule. Bei Schülern aus den ärmsten teilnehmenden Familien (mit der größten Transfersumme) wurden die stärksten Verbesserungen registriert. Sie profitierten somit am meisten von der höheren Einkommensgarantie. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche aus armen Familien unter einem solchen Programm die obligatorische Schulpflicht (10 Jahre) erfüllen, ist um 20% – 90% größer als die Chance für ihre Altersgenossen aus der Kontrollgruppe.“

Der Vergleich aus Mehrausgaben, da ein minimaler Teil daraufhin seine Arbeitszeit verringerte, mit den Einsparungen, die aus geringerer Scheidungsrate und bessere Schulergebnisse der Kinder resultiert, unterblieb aus nachvollziehbaren Gründen. Es bestand die Gefahr, dass nachgewiesen worden wäre, dass das bedingungslose Grundeinkommen die Allgemeinheit billiger kommen würde als die Fortsetzung der bisherigen Praxis. Sind doch bei genauer Analyse 32,3 % der Sozialhilfeempfänger Kinder unter 15 Jahre, 37 % Jugendliche unter 18 Jahre alt, 8,4 % Alleinerziehende, die auch beim Empfang von Sozialhilfe nicht arbeiten müssen, solange sie ein Kind unter drei Jahren oder zwei Kinder unter 7 Jahren betreuen, 9,7 % über 60 Jahre alt und 4,7 % wegen Krankheit, Behinderung und Arbeitsunfähigkeit Empfänger von Sozialhilfe. Das wären dann 92 %, die dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung stehen können, und zwar unabhängig davon, ob diese ein bedingungsloses Grundeinkommen erhielten, oder nicht.

Nun wäre die Modernisierung des Menschseins, die ein Wanderprediger und ein Verbrecher mit dem Satz ermöglichten, dass der nicht essen solle der nicht arbeite, nur auf deren Anhänger beschränkt, hätte da vor 200 Jahren nicht auch noch einer, der sich selbst als Philosoph auffasste, sich lieber in diversen Pubs herumgetrieben und sich an seinem Pint festgehalten, statt die Vorlesungen zu besuchen. Was zu vermuten ist, angesichts des als „falsche Dichotomie“ längst bekannten Fehlschlusses, den die Lenker der Nationen dann in Folge für ihre Zwecke für einen brauchbaren hielten: „Was ist bedeutsamer: das allgemeine, gesellschaftliche Glück oder das persönliche, individuelle Glück?“

Ein Satz ist dann par elegance, wenn ihm gelingt, erfolgreich ein Entweder-oder als die einzigen zwei möglichen Alternativen durchzusetzen, wo ein Entweder-oder gar nicht existiert, und dies keinem auffällt. Ist ein Bestandteil des Satzes dann auch noch das Ergebnis einer falschen Übersetzung, ohne dass dies einem auffällt, ist der Schwachsinn vorprogrammiert. Hätte der Philosoph ein wenig mehr seine Nase in die philosophischen Texte statt in das Bierglas gesteckt, hätte er entdeckt, dass die mit dem Wort Eudaimonia verbundene Vorstellung nichts mit der Vorstellung gemein hat, die mit dem Wort Glück assoziiert wird. So ist ihm auch noch dieser Satz entgangen:

Was aber die Eudaimonia sei, darüber streiten sie, und die Leute sind nicht derselben Meinung wie die Weisen. Jene (die Leute) nämlich verstehen darunter etwas Sichtbares und Greifbares, wie Lust, Reichtum oder Ehre; und der eine dies, der andere jenes, oftmals auch ein und derselbe Verschiedenes: wenn er krank ist, so meint er die Gesundheit, wenn er arm ist, den Reichtum.“

Womit Adam Smith das Urteil über sich selbst sprach: Ich bin Leute. Und wurde der Initiator der Ideologien Kapitalismus und Kommunismus. Nun streiten sich die Gelehrten, ob Pest oder Cholera zum allgemeinen, gesellschaftlichen Glück und persönlichen, individuellen Glück führe.

Unter den Begriffen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung wird das Phänomen behandelt, dass diese nicht identisch sind, also wie einer sich selbst sieht, und wie andere diesen sehen. Die Psychologen beschäftigen sich aus der Perspektive der Fremdwahrnehmung daher mit der Illusion der Selbstwahrnehmung. Vielleicht wird eines Tages auch die Illusion der Fremdwahrnehmung Gegenstand einer Betrachtung, also wie einer in seiner Selbstwahrnehmung die anderen sieht, und was die Gründe dafür sind. Gut möglich, dass dabei entdeckt wird, dass der Argwohn, bei fehlendem Zwang würden sich andere in eine Hängematte legen, und dort faulenzend vom Geld des arbeitenden Volkes leben, daher rührt, dass der so Argwöhnende selbst es ist, der es tun würde, von sich selbst irrtümlich auf andere schließend.  Denn die Leute verstehen unter Glück etwas Sichtbares und Greifbares: sind sie krank, ist es die Gesundheit, sind sie arm , ist es der Reichtum, wenn sie arbeiten, ist es die Freizeit, sind sie arbeitslos, ist es die Arbeit.

So bleibt nur der Wunsch, dass all jene, die davon ausgehen, bei einem bedingungslosen Grundeinkommen legten sich die Leute in die Hängematte, was zu steigenden Kosten für die Allgemeinheit führt, da ein Ministrant, ein Einzelhandelskaufmann, ein Straftäter und ein Messdiener dies behaupteten, jener eindeutigen Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems übergeben werden, die immer dann hilft, wenn der Geist zu schwurbeln beginnt: Das Schmecken. Nur wer schmeckt kennt den Geschmack. Jenseits dessen ist nur Gefasel. Der einzige Schaden wäre, dass sich dann die Radfahrer ein anderes Opfer suchen werden.

Björn Eriksson


Links zum Thema:

Peter Lustig erklärte den Kindern die Welt

Alles Philosophieren beginnt mit Beobachten und Fragen, und wenn Kinder damit anfangen, stehen ihre Fragen natürlich im Zusammenhang mit ihrer erfahrbaren Umwelt, mit dem wunderlichen Geschehen in der Natur, im Garten, am Himmel, in ihren Körpern, den Geheimnissen der Technik. Kinder sind Empiriker und Sensualisten, und dabei schon früh zu kritischem Hinterfragen aufgelegt (solang man’s ihnen nicht austreibt).

Peter Lustig

Der Löwenzahn-Peter

Und ist es nicht ganz angenehm und entlastend, liebe Eltern, wenn euch bei den tausend Fragen eurer Kids ein netter und vertrauenswürdiger Erklär-Bär ein wenig Arbeit abnimmt? Und das mit dem kindgerechten Erklären vielleicht auch noch besser macht als ihr es könntet?
Mir war das jedenfalls ganz recht, wenn mein Sohn (und öfter auch Kinderbesuch aus der Nachbarschaft) allsonntäglich ein halbes Stündchen Weltwissen extra verabreicht bekam, von diesem Peter Lustig, dem Mann in der Latzhose, der lustigerweise im echten Leben so wie im Fernsehen hieß.

„Löwenzahn“ war seine Sendung, in der er aus seinem bunten Bauwagen heraus mit ansteckender Neugier in die Welt guckte und die wirklich wichtigen Fragen stellte wie „Warum ist das so? Es könnte ja auch ganz anders sein.“ Um dann mit seinen Tüfteleien und Experimenten den Dingen auf den Grund zu gehn, so dass nicht nur Kindern, sondern auch so manchem Großen das eine oder andere Lichtlein aufging.

Ganz treffend hat die SZ sein Vermächtnis zusammengefasst: „Die Revolution begann im Bauwagen. So wird es in den Geschichtsbüchern stehen, wenn das Weltklima gerettet, die letzte Plastiktüte aus dem Ozean gefischt, die letzte Großstadt vom Smog befreit ist. Noch genauer wird es heißen: Die Revolution begann im Bauwagen von Peter Lustig. Löwenzahn war Spiegelbild der wachsenden Friedens- und Ökobewegung in Deutschland, Peter Lustig ein Pionier des nachhaltigen und bewussten Lebens. Kein blinder Zukunftsskeptiker, sondern ein weitsichtiger Geist, der wusste: Wissen vertreibt Angst.“

Das ZDF würdigt Peter Lustig in der Nacht von Samstag, 27.2., auf Sonntag mit einer „Löwenzahn“-Nacht, und auf YouTube gibts mehrere Löwenzahn-Kanäle, wo ihr zusammen mit euren Kids alle Sendungen nochmal (oder das erste Mal) angucken könnt; z.B. diese hier, in der Peter Lustig in einem Rollenspiel der Frage nachgeht, wie „Ötzi“ und unsere Steinzeit-Vorfahren eigentlich gelebt haben.

Vergangene Woche ist Peter Lustig mit 78 Jahren verstorben, und auf die Frage, was ihm besonders wichtig gewesen sei, hatte er in einem seiner letzten Interviews gesagt: „Wenn ich eine Botschaft hatte, dann die: Kinder, seid neugierig, fragt den Erwachsenen Löcher in den Bauch.“

wf

Wie der Jazz mich mit Roger Willemsen versöhnte

Roger_Willemsen_auf_der_Buchmesse_Leipzig_März_2014

Manchmal stimmt es ja, dass der erste Eindruck, den ein Mensch auf uns macht, sich später bestätigt; oft aber führt der erste Eindruck nur zu einem voreiligen Abhaken, zu einem der Kontingenz ungünstiger Umstände entwachsenen Vorurteil, zu dessen Revision es erst neuer, anderer Situationen bedarf, in denen die Voreingenommemheit durch ein positives Überraschungsmoment […]

Sind wir zur Gewalt verurteilt?

Jan Luyken - Hexenverbrennung

Der Evolutionsbiologe Franz Wuketits sucht nach den Wurzeln von Mord, Krieg und Terror

Die Schicksalsfrage der Menschheit scheint mir zu sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden.

Sigmund Freud

 

Schon Freud gab nichts […]

Wie Epikur den Lügner entlarvte

Lösung des Neujahrsrätsels 2016: der dritte Mann muss die Gartenparty verlassen

Um unser diesjähriges Neujahrsrätsel zu lösen, waren weder Kenntnisse der Wahrscheinlichkeitsrechnung noch der formalen Logik oder gar Vorurteile gegen Kreter nötig. Es genügte ein alltagstaugliches Verständnis von der Widerspruchsfreiheit ‚wahrer‘ Aussagen. Diesen Rätsel-Typ gibt es in unzählichen Varianten, wobei es im ‚Normalfall‘ […]

Neujahrsrätsel 2016 – Neue Gäste in Epikurs Garten

Epikur - Louvre Paris

Als der griechische Philosoph Epikur in einem Garten von Athen seine Schule eröffnete, fand sich bald eine ansehnliche Schar von Anhängern ein, die ihn wie einen Guru verehrten. Aber nicht weil dort Orgien der Lust gefeiert wurden (wie manche heute noch glauben), sondern weil seine Lebenskunst-Philosophie eine Freiheit von Schmerz, Unruhe und Furcht […]

Die Unruhe der Welt

Francisco de Goya

Ralf Konersmann über die Weigerung, die Dinge auf sich beruhen zu lassen

Seid ihr auch immer unterwegs, getrieben von dieser inneren Unruhe, etwas zu erreichen, euch zu verändern, die Dinge verbessern zu wollen, eine mögliche Welt mehr zu schätzen als die bestehende? Ist diese Inquietas eine anthropologische Konstante, die den Menschen qua natura […]

Zum ewigen Frieden dauerts noch

Immanuel Kant

Uralte, kinderklugnaive und somit wohl zu schwierige Preisfrage: Warum dürfen im Theater dieser Welt so viele Idioten in Hauptrollen mitspielen? Wo es doch in allen Bibliotheken in allen Kulturkreisen dieser Welt genügend Worte zu finden gäbe, die beim Nachdenken über Ver-Antwortung in wichtigen Rollen hilfreich sein könnten. Beispielsweise der in viele Sprachen übersetzte […]

Ein Lob der Lüge

volker_sommer

Volker Sommer untersucht das tierische und menschliche Täuschen, Tarnen und Tricksen aus evolutionsbiologischer, kulturgeschichtlicher und psychologischer Sicht

Haben Lügen kurze Beine? Es scheint eher so zu sein, dass der Entlarvung eines Lügners – sofern sie denn überhaupt gelingt – eine oft lange erfolgreiche Strategie des Täuschens vorangeht mitsamt der intendierten (Schein-)Vorteile für den […]

Muster sind immer und überall

Scobel-Sendung "Muster des Lebens"

Wie Muster unser Denken, unsere Emotionen und unser Verhalten steuern

Kann unser Gehirn die Muster in dieser Welt nur erkennen, weil es selbst in Mustern organisiert ist? Kennt Ihr Denkmuster, die euer Verhalten und euren Alltag bestimmen? Habt Ihr schon einmal versucht diese Muster zu durchbrechen? Und was glaubt Ihr, wie solche Muster […]