Texterl zum Tage


Politik ist die Kunst, die Leute daran zu hindern, sich um das zu kümmern, was sie angeht.

Paul Valéry

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Grenzgänger zwischen Philosophie und Literatur

In seinen >Cahiers< nimmt uns der intellektuelle Abenteurer Paul Valéry mit in sein Denklaboratorium einer lebensphilosophischen Selbsttherapie

Nicht selten kommt es vor, dass eine zufällig aufgeschnappte Bemerkung, ein irgendwo gelesener Satz mir spontan Lust darauf macht, aus dem eigenen Bücherregal wieder mal etwas herauszuziehen, das als Verwandtes oder als exemplarisch dafür erinnert wird. Nun stöberte ich an diesem Schlechtwetter-Ostern in der aktuellen Ausgabe des Literaturmagazins poet nr. 22, in dem auch einige Gespräche mit darin vertretenen Autor*innen über ihre Beschäftigung mit philosophischen Themen und deren Einfluss auf ihr Schreiben festgehalten sind. Darunter auch Rüdiger Safranski, der sein Interview mit der pointierten Bemerkung schloss: „Wo es richtig spannend wird, gehen Philosophie und Literatur ineinander über.“ (Das IV könnt ihr komplett hier im Poetenladen lesen.)

Dass die Vegetationszonen der Philosophie und der Literatur oftmals ineinander übergehen und Zwitterpflänzchen gedeihen lassen, die Merkmale beider Welt-Zugangsweisen in sich vereinen, ist allerdings keine ganz neue Beobachtung und hat sich nicht erst im anything goes der ‚Postmoderne‘ entwickelt. Wir sehen das schon bei Platon, Montaigne (der ja das Genre des literarisch-philosophischen Essays begründet hat), bei Lichtenberg, Nietzsche, Robert Musil, Thomas Mann, Camus, Sartre, Umberto Eco, Adorno und vielen anderen Autoren, – und eben bei Paul Valéry (1871-1945), auf den Safranskis Bonmot zutrifft wie sonst vielleicht nur auf Ludwig Hohl, der sich in seinen „Notizen“ übrigens vielfach auf Valéry bezieht.
(Wer sich für die akademische Diskussion zum Verhältnis Literatur – Philosophie interessiert, dem sei zum Einstieg die Kontroverse zwischen Christoph Demmerling und Richard Rorty in dem Sammelband „Hinter den Spiegeln“ empfohlen.)

Paul Valéry CahiersAn jenem Ostermontag also griff ich mir, während draußen wieder windwirbeliges Schneetreiben einsetzte, nach der poet-Lektüre den Valéry aus meinem direkt neben dem Schreibtisch stehenden Drogenregal, wo jener Vorrat steht, der gut für den spontanen Kick taugt, als schnell wirksame Spritze Fremd-Esprit zur Düngung des eigenen. Es war das Büchlein „Ich grase meine Gehirnwiese ab“, eine neu aufgelegte Auswahl aus Valérys insgesamt 263 Cahiers (»Denkhefte«), die Thomas Stölzel vergangenes Jahr, auf rund 300 Seiten komprimiert, also auf einen Bruchteil des Ausgangsmaterials, bei Fischer Klassik herausgegeben hat.

In seinen Cahiers notierte Valéry allmorgendlich ab fünf Uhr bei starkem Kaffee und Zigaretten gut fünfzig Jahre lang alles, was ihm denk-würdig erschien: Reflexionen über eigene Bewusstseinprozesse, die Liebe und das ‚Ich‘, Überlegungen zu Kybernetik, Semiotik, Psycholinguistik, zum „Radikalen Kostruktivismus“ und den damals gerade entstehenden Kognitions- und Neurowissenschaften. Es wuchs nach und nach ein ungeheures Konvolut an Aphorismen, Prosaminiaturen, Traumsequenzen und auch Zeichnungen heran, ständigen Veränderungen und Verbesserungen zur sprachlichen Präzision unterworfen.

Aus heutiger Sicht mag er sich dabei in wissenschaftlichen Fragen so manches Mal als „Dilettant“ (eben als „Liebhaber“) geoutet haben, doch ging es ihm in erster Linie um ein Ausloten der Möglichkeiten eines subjektiven Welt-Zugangs, um die Untersuchung seiner eigenen Grundfragen zur condition humaine. Dazu unterteilte er sein Denklaboratorium in ursprünglich 30 Rubriken, die Thomas Stölzel in seinem „best of“ auf 10 zusammengefasst hat und deren Betitelung das Spektrum und die Auswahl von Valérys Reflexionsfeldern gut verdeutlichen: Die Wissenschaft vom Menschen – Blicke auf die eigene Person – Ich, Selbst und Individualität – Sprachliches, Allzusprachliches – Nachdenken über das Denken – Leibliches Denken – Wahrnehmen und Aufmerksamkeit – Selbstsorge – Skepsis – Was kann ein Mensch?

Valérys morgendliche Exerzitien sind Versuche, dem erkenntnistheoretischen Imperativ von Delphi zu folgen Erkenne dich selbst“,  doch der Haken daran ist „Ich bin nicht immer meiner Meinung.“ Und er bleibt bei all seinen Denkbewegungen verlässlich selbst-skeptisch, weil er das Paradoxon sieht: „Ein Geist, der fähig wäre, die Kompliziertheit seines Gehirns zu begreifen, wäre also komplexer als das, was ihn zu dem macht, was er ist.“ Aber lohnend sind ihm diese Reisen doch: „Denken zu können heißt, dem Zufall die Schätze entreißen zu können, die er in uns eingekapselt hat.“

Der rationale Weltzugang allein durch die Philosophie aber ist für ihn ohnehin unbefriedigend, denn „Jedes philosophische System, in dem der Körper des Menschen nicht eine grundlegende Rolle spielt, ist dumm und unbrauchbar. Die Erkenntnis hat den Körper des Menschen zur Grenze.“ und weiter „Der Mensch ist ein System von Begierden, das durch ein System von Ängsten temperiert wird.“ Das dürfte Valéry selbst mehr als einmal empfunden haben, da er sich neben seiner Ehe auf eine ganze Reihe von erotischen Liebesbeziehungen einließ.

Während Paul Valéry zu Lebzeiten in unserem Nachbarland Frankreich als Dichterfürst (von Rilke auch ins Deutsche übertragen) und als scharfsiniger Essayist gefeiert wurde sowie als Präsident der Académie française erheblichen Einfluss auf die Literaturszene hatte (nicht zuletzt durch einen eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl für Poetik am Collège de France), blieben die Cahiers bis nach seinem Tod unter Verschluss – erst zwischen 1957 und 1961 erschien in Paris eine komplette Faksimile-Ausgabe, die rund 27.000 Seiten umfasst. Die ist auf Deutsch momentan nur als teure E-Book-Edition verfügbar (99,99 €), die sich kaum jemand leisten wird. Umso verdienstvoller diese vorliegende „Einsteiger“-Taschenbuchausgabe von Thomas Stölzel, der mit seiner Textauswahl die vielseitige intellektuelle Topologie und die oft überraschenden Einsichten dieses literarisch-philosophischen Hommes de Cahiers als Denkfutter par excellance serviert.

Nun mag es bei einem Selbstdenker wie Valéry nicht wirklich angemessen scheinen, ihn in allzu großer Nähe zu etwaigen Geistesverwandten zu platzieren, aber ein paar Assoziationen seien gestattet:  Valérys Denken über das Denken & Fühlen hat manchmal was von der Lebensphilosophie Henri Bergsons, schleudert Blitze aus einer Alltags-Heuristik wie Lichtenberg in seinen Sudelbüchern, umspielt Begriffsdeutungen in einer pragmatisch orientierten Sprachphilosophie à la Wittgensteins Philosophischen Untersuchungen und trifft sich in seiner radikalen Schreibgenauigkeit mit dem Geist seines nachgeborenen ‚Bruders‘ Ludwig Hohl.
Und Thomas Stölzel resumiert in seinem ausführlichen, sehr informativem und gut lesbar geschriebenem Nachwort: „In seinen Cahiers vollzieht Valéry auf seine Weise ein altes epochenübergreigendes Anliegen der Philosophie nach, genauer des Philosophierens: die Selbstsorge in ihrer intellektuellen Form.“

 

Paul Valéry. Ich grase meine Gehirnwiese ab
FISCHER Taschenbuch; 368 Seiten; 12,99 €
ISBN-13: 978-3596906024

wf

Und Gott würfelt (vielleicht) doch

Florian Aigner untersucht in „Der Zufall, das Universum und du“ das Glücksspiel des Lebens

Glaubt von euch noch jemand an den Laplaceschen Dämon? Dass alles Geschehen in diesem Universum logisch erklärbar, deterministisch und kausal miteinander vernetzt ist? Quasi eine letztgültige mathematische Formel, mit der wir durch das nach-und-nach-Erkennen aller Unbekannten ein eindeutiges Ergebnis heraus bekämen? Etwa Gott = 42?

Florian Aigner - Der Zufall, das Universum und duDer Physiker und Wissenschaftsjournalist Florian Aigner kennt sich schon von Berufs wegen ganz gut aus mit so Sachen wie Chaostheorie, Entropie und der ’spooky‘ Quantenwelt, mit dem „Schmetterlingseffekt“, Paralleluniversen und „Schrödingers Katze“; und weil er sich gern über sein eigenes fachliches Gebiet hinauswagt und sich neugierig in den Gärten der Evolutionsbiologen, Mediziner, Philosophen  und Psychologen herumtreibt, kann er über Gerechtigkeitstheorie und abergläubische Tauben, über Regentänze, Lottospieler und die Roulette-Prognosemaschine, über die Lotterie der Gene, den Placeboeffekt, Telekinese, Orakelkraken, Magie und unsere allzumenschlichen Ängste kenntnisreich erzählen und damit seine „Wissenschaft vom Glück“ (so der Untertitel des Buchs) unterfüttern.
Halt! Wer jetzt vermutet, hier nochmal einen der abertausend unterkomplexen Glücksratgeber kredenzt zu bekommen, liegt falsch. Zwar bedient Aigner die buchhändlerisch ziemlich erfolgreiche Sparte der ‚Populärwissenschaft‘, doch bei aller humorvollen Leichtschreibe und Verständlichkeit bewegt er sich in den verschiedenen Disziplinen auf wissenschaftlich abgestecktem Terrain. Dort findet er zahlreiche Beispiele dafür, dass Zufälle die Welt und das Leben jedes Einzelnen zumindest mitregieren und keineswegs nur vorläufige Ausreden für das kontingente Geschehen hinter dem Schleier unserer Unwissenheit sind.
Denn, wie Aigner in seinem Blog zum Buch schreibt: „Chaostheorie und Quantenphysik haben den damaligen Optimismus über die Vorherberechenbarkeit der Welt deutlich gebremst. Heute verstehen wir viel besser, was sich berechnen lässt, und was für uns Menschen selbst bei allergrößter Sorgfalt und Messgenauigkeit bloß Zufall bleiben muss. Doch noch interessanter als die Frage, ob der Zufall in den Grundgesetzen der Natur fest verankert sein kann, ist die Frage, was der Zufall für uns bedeutet. Ist die Evolution zufällig? Ist es Zufall, dass unser Planet intelligente Wesen hervorgebracht hat? Wie kommt es, dass wir Menschen so oft Zusammenhänge vermuten, wo in Wirklichkeit bloß der Zufall regiert? In welchen Situationen gehen wir mit dem Zufall falsch um und worauf sollten wir achten, um solche Fehler zu vermeiden?“

Und so führt er die Leser durch sein Panoptikum der Zufallsereignisse in dreizehn thematisch geordneten Kapiteln, deren Betitelung schon ganz gut eine Zusammenfassung des Buchinhalts ergibt: Da zeigt er zunächst in „Der Zufall ist nicht unserer Stärke“ das evolutionär angepasste menschliche Gehirn als Sinn- und Muster-Suchmaschine, rekurriert in „Die Welt als Uhrwerk“ auf die Gültigkeit der Naturgesetze, zeigt die Grenzen der Berechenbarkeit der Welt in „Der Schmetterling kann nichts dafür“, betrachtet Zeit und Entropie in „Am Ende gewinnt die Unordnung“, bestaunt die Welt der kleinsten Teilchen in „Quanten, die wie Hühnchen schmecken“ und landet nach einigen weiteren Kapiteln schließlich bei „Erfolg ist Glückssache“ und „Der Zufall ist unser Freund“, wo er über das unerhörte Glück unserer Existenz, die ausbalancierten Naturgesetze und das anthropische Prinzip philosophiert: „Ohne Zufall gäbe es uns nicht, und ohne uns gäbe es keinen Zufall.“

Quasi nebenbei erledigt Aigner mit wissenschaftlichen Argumenten allerlei esoterischen Unsinn, die „Psi“-Gläubigkeit, die Homöopathie, den Kreationismus und so Sachen. Sehr löblich ist auch, dass er am Ende ein umfangreiches Literaturverzeichnis zu den einzelnen Kapiteln/ Fachgebieten angibt. Nicht nur als Quellennachweis, sondern auch zur weiteren Vertiefung der jeweiligen Thematik bei fachlich interessierten Leser*innen.

Ob es nun aber einen Gott gibt und ob der – im Gegensatz zu Einsteins Meinung – sich vielleicht beim Würfelspiel mit dem Spaghettimonster in der letzten Spelunke des Universums vergnügt, kann der Wissenschaftler Florian Aigner natürlich nicht beantworten. Aber weil sein Buch für alle Welt-Neugierigen (ab ca. 14 Jahren geeignet) ein anregendes intellektuelles Abenteuer und gleichzeitig niveauvolle Unterhaltung bietet, habe ich es gern in meine kleine Leihbibliothek für meine (meist jugendlichen) Coachees aufgenommen und werd es kreisen lassen…

Florian Aigner. Der Zufall, das Universum und du
Brandstätter Verlag ( 2017), 192 Seiten
ISBN-13: 978-3710600746

(wf)

 

Die Lösung des Revolver-Rätsels

…und die Gewinner*innen der 3 Jahresabos des PhiloMags HOHE LUFT

Mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung tun sich nicht nur manche Schüler im Mathe-Unterricht schwer, auch im real life verlassen sich viele Menschen lieber auf ihr Bauchgefühl, wenn sie Prognosen über möglicherweise eintretende Ereignisse abgeben sollen (was manche auch gern und häufig tun). Oft kann man die so entstehenden Irrtümer und falschen Risikoabschätzungen als Bagatelldelikte der Unvernunft auf Bewährung entlassen, zumal ja schon Karl Valentin erkannt hatte: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Doch leider kommt es immer wieder vor, dass sich manche Politiker, Journalisten, Pharmakonzerne und Versicherungsvertreter diesen Hang zu gefühlten Wahrscheinlichkeiten zu Nutze machen, um etwa überzogene Terrorängste, klickträchtige Schlagzeilen, fragwürdige Medikamente und überflüssige Policen an die Leut zu verhökern.

 

hohe luft

Auch bei unserem diesjährigen Neujahrsrätsel war genaues Hingucken gefragt. Im Setting zielte R.D. Precht mit einem sechsschüssigen Revolver, von dem allerdings nur zwei nebeneinander liegende Kammern geladen waren, auf Dr. Zorn, nachdem er vorher bereits einen Leerschuss an die Decke abgegeben hatte.
Die Frage war nun, wann Dr. Zorns Chancen größer sind mit dem Leben davonzukommen: Gleich nochmal abdrücken oder die Trommel vorher erneut rotieren lassen?

Die Lösung: Wenn Precht gleich nochmal abdrückt, sind Dr. Zorns Chancen besser.

Denn wenn die Trommel erneut rotiert, liegen die Chancen auf einen tödlichen Schuss danach wieder bei 2:6, also 33%. Wenn dagegen gleich wieder abgedrückt wird, ist die Ausgangssituation anders. Denn auf den bereits abgegebenen Leerschuss können nun noch drei, zwei oder eine leere Kammer folgen, aber höchstens eine geladene (da diese ja nebeneinander liegen). Somit ist die Chance auf eine Patrone nur 1:4, also 25% und damit geringer als im Rotationsfall.

Diesmal erreichte uns wieder eine dreistellige Zahl an Antworten, allerdings war nur gut die Hälfte davon richtig. Hatte für uns immerhin den Vorteil einiger Papierersparnis, da falsche Antworten gar nicht erst zur Verlosung ausgedruckt werden ;-) – das Packerl im Loskorb war auch so noch fett genug. Und daraus zog unsere unbestechliche Losfee wieder die drei Gewinner*innen, die sich diesmal jeweils über ein Jahresabo der HOHEN LUFT freuen können, alsda:

Roland Berktold (Altenstadt), Carla Fydrich (Freiburg) und Josef Golderer (Köln).

Hoffe, allen Miträtslern hat’s wieder etwas Spaß gemacht und wer sich selber mal eine kleine, hierher passende Rätselstory ausdenken und mir zusenden mag, der erhält im Falle einer Veröffentlichung ebenfalls ein kleines Dankeschön und wird natürlich als Gastautor_in ‚verewigt‘. Das nächste Logik-Preisrätsel gibts dann wie üblich zu Beginn der Sommerferien…

wf

Winterabend

 

schneeflocken tänzeln

herab vom mond und hinauf

die wege sind still

 

: von fern bellt ein hund –

die eule im ast plustert

wohlig die federn

 

wf

Neujahrs-Logikrätsel 2017: Russisch Roulette beim Philo-Talk

hohe luft

Diesmal könnt ihr 3 Jahresabos des Philosophiemagazins HOHE LUFT gewinnen

Viele von euch haben wohl schon einmal die Duo-Talkrunde „Precht“ von und mit dem namensgebenden Publizisten Richard David Precht gesehen, welche als Ablösung für „Das Philosophische Quartett“ gedacht war. Dabei sollten sich deren Themen an aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft orientieren oder nach […]

Buchtipps unserer LeserInnen: Existenzialismus und isländischer Humor

Schön, dass schon ein paar LeserInnen auf unsere kleine Anfrage nach „Buchempfehlungen für unter’n Baum“ reagiert und uns ein paar Zeilen zu ihren Favoriten zugeschickt haben. Die ersten beiden Tipps kommen von SzuSza Nagy und Björn Eriksson (den ihr ja schon als Gastautor kennt). Gern könnt ihr uns in den nächsten beiden Wochen […]

Eure Buchempfehlungen für unter’n Baum

Habt ihr dieses Jahr das eine oder andere gute Buch gelesen, das ihr gern weiterempfehlen möchtet? Auch oder gerade wer’s mit dem Weihnachts-Konsumismus nicht so hat, sucht ja vielleicht was Geistreiches für unter’n Baum seiner Freunde und Lieben und lässt sich bei der Auswahl eventuell von interessanten Buchtipps inspirieren. Also ran an die […]

Mit Nietzsche gegen die Bücherflut

Friedrich Nietzsche

„Man sollte einen Schriftsteller als einen Missetäter ansehen, der nur in den seltensten Fällen Freisprechung oder Begnadigung verdient: das wäre ein Mittel gegen das Überhandnehmen der Bücher.“ So ein Drakonisches Gesetz gegen Schriftsteller schwebte Friedrich Nietzsche vor angesichts der seinerzeit stark ansteigenden Bücherflut, obwohl die damalige Buchproduktion nur bei ungefähr 15% der heutigen (Un)Menge lag. […]

Wem tut der Literaturnobelpreis für Bob Dylan gut?

Bob Dylan 1984

Der Mann reagiert scheinbar gar nicht auf die wohl höchste Auszeichnung (zumindest in Sachen Preisgeld), die einem Lyriker zuteil werden kann. Keine Antwort auf Emails und Telefonate von der Jury, und deshalb titelte die SZ heut morgen besorgt: „Bob Dylan, bitte melde dich!“ Mitgekriegt wird der Songwriter seine Belobigung wohl haben, denn ich […]

Wie Popper den richtigen Lichtschalter fand

Auflösung und Gewinner_innen unseres Sommerferien-Preisrätsels 2016

Anfangs war’s etwas zäh, aber gegen Ende trudelte dann doch noch ein Schwung richtiger Lösungen zum diesjährigen Sommerferienrätsel ein; vielleicht haben ja manche ihre Synapsenfunktionen erst da wieder auf die Anforderungen des neuen Schuljahres justiert. Jedenfalls konnte unsere Losfee aus dem 26er-Packerl wieder drei Gewinner_innen ziehen, zunächst aber mal […]

Sommerpreisrätsel 2016: Als Wittgenstein Karl Popper in den Keller schickte

Hohe Intelligenz schützt den Menschen nicht unbedingt davor, gelegentlich skurriles Verhalten an den Tag zu legen und die beiden Hauptdarsteller unseres diesjährigen Sommerferienrätsels galten sogar, jeder auf seine Weise, als einigermaßen schwierige, strapaziöse Zeitgenossen hinsichtlich ihrer sozialen Interaktionen. Zur Lösung des Rätsels braucht Ihr diesmal keine mathematischen Fähigkeiten (wir haben […]

50 Jahre Jazz Festival Montreux

Gerade ging das 50. Jazz Festival von Montreux zu Ende und eine Viertelmillion Besucher konnte wieder gut zwei Wochen lang eine Weltstar-Parade aus Jazz, Blues, Rock, Pop und Latin erleben, mit den Höhepunkten eines gemeinsamen Auftritts von Herbie Hancock, John Scofield, Brad Mehldau und John McLaughlin sowie einer exquisiten Brazil Night. Dabei stand […]