Texterl zum Tage


Es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die in der Hölle sind, weil sie zu sehr vom Urteil anderer abhängen.

Jean-Paul Sartre

Wem’s hier gefällt…




internes Archiv

2016201520142013201220112010200920082007

2016

2015

2014

2013

2012

2011

2010

2009

2008

2007

Plugin von Oliver Schlöbe

Buchtipps unserer LeserInnen: Existenzialismus und isländischer Humor

Schön, dass schon ein paar LeserInnen auf unsere kleine Anfrage nach „Buchempfehlungen für unter’n Baum“ reagiert und uns ein paar Zeilen zu ihren Favoriten zugeschickt haben.
Die ersten beiden Tipps kommen von SzuSza Nagy und Björn Eriksson (den ihr ja schon als Gastautor kennt). Gern könnt ihr uns in den nächsten beiden Wochen noch weitere Empfehlungen als Kurzrezis durchtickern, vielleicht hilft das ja manchen unserer LeserInnen bei ihrer Lektüresuche. Und eure ‚Entlohnung‘ für die Schreibarbeit habt ihr dann auch noch rechtzeitig unter’m Baum ;-)

wf

Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails – von Sarah Bakewell

– eine Buchempfehlung von SzuSza Nagy

Lange, bevor ich mich für ein einfaches Leben in den Wäldern entschieden habe, hockte auch ich gern ziemlich ambitioniert mit meinen KommilitonInnen in den Cafés rund um die Budapester Uni und diskutierte mit ihnen das politische Tagesgeschehen, die Verwerfungen der sozialistischen Gesellschaft und die Möglichkeiten uns zu engagieren. Das war Ende der Achtziger, als die Bücher von Sartre und der Beauvoir auch bei uns schon leichter zu bekommen waren und ihre Lichtstrahlen durch den langsam bröckelnden Eisernen Vorhang warfen. Aber wir suchten im französischen Existenzialismus nicht nach Gerechtigkeitsprinzipien für die Verbesserung einer kommunistisch geprägten Gesellschaftsordnung, sondern Inspiration für eine freiheitliche und humane „Lebensphilosophie“, wie ich persönlich sie in der westlichen Frauenemanzipation schon auf gutem Weg sah. Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“ hatte ich fast immer in der Tasche, auch bei meiner Übersiedlung nach Bayern im Sommer 1990, und sogar nach meiner allmählichen Desillusionierung lag es immer wieder auf dem Tisch, und zwar meistens – wie zufällig – bei Männerbesuch.

bakewell
Damals wusste ich allerdings nicht viel über die Lebensumstände und Zusammenhänge der existenzialistischen Szene. Das hat sich erst jetzt, nach gut einem Vierteljahrhundert, durch das Buch der britischen Autorin Sarah Bakewell geändert. Im „Café der Existenzialisten“ erzählt sie die große Geschichte des Existenzialismus als Sammlung vieler kleiner Begegnungs-Geschichten der Protagonisten jener Zeit. Wie wichtig Kierkegaard als Urheber der Existenzphilosophie, der Phänomenologe Husserl und der damals schon umstrittene Heidegger für die Franzosen waren, welch zentrale Rolle Maurice Merleau-Ponty in diesem Kreis spielte, wie Camus sich mit Sartre überwarf. Viele, auch einflussreiche, Nebenfiguren tauchen in Bakewells Café auf, die Pariser Atmosphäre ist vom Jazz und der ’schwarzen Kleiderordnung‘ geprägt; geistreiche Gespräche und Pikanterien, Theorie und existenzialistische Lebenspraxis wechseln einander ab. Alles ganz locker, verständlich und teilweise spannend geschrieben, so dass ich das Buch fast am Stück verschlungen hab.
Besonders angetan war ich von Bakewells Sichtweise auf die Beauvoir, deren geistige und ‚existenzialistische‘ Entwicklung sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Ihr Streben nach intellektueller Selbstständigkeit, nach ihrem weiblichen „Sinn vom Sein“ (auch in der Erotik), ihr schriftstellerisches Arbeitsethos und ihr gesellschaftliches Engagement verstehe ich jetzt besser und würde mir das, zumindest teilweise, als Vorbild für die heutige Generation junger Frauen und als Bedenk-mal für alle Männer wünschen. Für alte Schachteln wie mich bleibt ja nur noch der gute Ratschlag ;-)

Aber wer mich in nächster Zeit mal in meiner bescheidenen Hütte besucht, darf damit rechnen, dass er oder sie nach dem obligatorischen existenzialistischen Holzhacken auch wieder mal etwas existenzialistische Emanzentheorie auf die Ohren kriegt.

Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails
von Sarah Bakewell
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten, EUR 24,95
Verlag: C.H.Beck; 3. Auflage (November 2016)
ISBN-13: 978-3406697647


Isländische Könige – Roman von Einar Már Gudmundsson

– eine Buchempfehlung von Björn Eriksson

Einar Már Guðmundsson erzählt in „Isländische Könige“ die Geschichte des isländischen Knudsen-Clans aus dem Fischerdorf Tangavík.
Womit Irritationen bereits vorprogrammiert, denn zum Einen gab es zu keiner Zeit einen isländischen Monarchen, und zum Anderen gibt es auch keinen Ort namens Tangavík auf Ísland. Wer das Fischerdorf Tangavík auf Google-Maps sucht, wird also nicht fündig. Tangavík ist ein geistiger Ort.

Einar Már GudmundssonZudem ist der Name Knudsen kein isländischer Name, denn zum Einen entspricht er nicht den Sitten des Landes, und zum Anderen verfügen Isländer nicht über feststehende Familiennamen, die eine Generation überdauern, da diese mit dem Tod des Trägers sterben. Nehme einer an, dass der Familienname Knudsen auf Ísland unwirklich sei, wird er von Einar Már Guðmundsson eines Besseren belehrt:
Unter den Knudsens waren Denker und Anführer, Taugenichtse und Unruhestifter. Dorftrottel und Sonderlinge verirrten sich in ihren Reihen, und manche von ihnen brachten es bis in den Stadtrat, wenn nicht ins Parlament. Die Knudsens wurden Minister, Botschafter und Kapitäne, sie waren Fischer, Lehrer, Piloten und Kellner, Verbrecher und Anwälte, manchmal sogar alles in einer Person.“

Einar Már Guðmundsson gelingt in dieser Erzählung nicht nur meisterhaft, die Neugier von Zeile zu Zeile aufrecht zu erhalten, die dann auch von Kaskaden an Neuigkeiten befriedigt wird, sondern auch noch, die Begriffe Mystik und Realität neu zu ordnen:
Leute, die früher an Elfen und Geister geglaubt haben, glauben heute an Konjunkturprognosen und Inflationsbarometer. Heute kann man in Island die Fische im Meer verpfänden und einen Kredit dafür bekommen. So wird unsere Wirtschaft zu einer mystischen Welt, in der Zauber und Hexerei am Werk sind, vielleicht sogar magischer Realismus.

Doch wo der Humor nach und nach verschwindet, wird die Welt immer lächerlicher.“

Ein Buch, geeignet für solche, die sich noch daran erinnern, was Humor sein kann: der Punkt, in welchem sich der Widerspruch von Gelassenheit und dessen Gegensatz umarmen.

Isländische Könige – Roman von Einar Már Gudmundsson
btb Verlag, Oktober 2016
Gebundene Ausgabe, EUR 19,99
Sprache: Deutsch, 352 Seiten
ISBN-13: 978-3442757022
Originaltitel: Íslenskir kóngar

Eure Buchempfehlungen für unter’n Baum

Habt ihr dieses Jahr das eine oder andere gute Buch gelesen, das ihr gern weiterempfehlen möchtet? Auch oder gerade wer’s mit dem Weihnachts-Konsumismus nicht so hat, sucht ja vielleicht was Geistreiches für unter’n Baum seiner Freunde und Lieben und lässt sich bei der Auswahl eventuell von interessanten Buchtipps inspirieren. Also ran an die Tastatur, ne Kurz-Rezi verfassen und dabei – wenn möglich – nicht nur ein ‚postfaktisches‘ Like antackern, sondern auch a bisserl was zum Inhalt, Form & Stil, zu Buchautor*in und zu den Gründen für euer Wohlgefallen mitteilen (was natürlich Kritik an Details nicht ausschließt).

Willkommen sind (bisher noch unveröffentlichte) Buchempfehlungen aus allen Genres, aber im Sinne dieses Blogs bevorzugt zu Philosophie, Psychologie, Kognitions-, Kultur- und Sozialwissenschaften oder auch guter Lyrik. Nicht willkommen sind Klappen- oder Gefälligkeitstexte von irgendwelchen Verlagsmitarbeitern zur Eigenproduktwerbung.

Schickt eure Kurz-Rezis bitte per e-mail an die Redaktion, ihr erhaltet umgehend Rückmeldung und (bei Bedarf) Korrekturvorschläge. Zur ‚Belohnung‘ werdet ihr bei Veröffentlichung in unser Gastautorenensemble aufgenommen, erhaltet auf Wunsch einen Link auf euer eigenes Projekt und könnt euch ne Musik-CD aus unsrem Musikverlagsantiquariat aussuchen, quasi als eure Eigenbescherung für unter’n Baum ;-)

wf

Mit Nietzsche gegen die Bücherflut

„Man sollte einen Schriftsteller als einen Missetäter ansehen, der nur in den seltensten Fällen Freisprechung oder Begnadigung verdient: das wäre ein Mittel gegen das Überhandnehmen der Bücher.“
So ein Drakonisches Gesetz gegen Schriftsteller schwebte Friedrich Nietzsche vor angesichts der seinerzeit stark ansteigenden Bücherflut, obwohl die damalige Buchproduktion nur bei ungefähr 15% der heutigen (Un)Menge lag. Und ließe sich Nietzsche heute einmal über die Frankfurter Buchmesse treiben,  dürfen wir annehmen, dass sein Irrewerden am Irresein des letzten Menschen nicht erst eines gepeinigten Droschkengauls bedurft hätte.

51h9E92mApL._SX311_BO1,204,203,200_[1]

Ruhige Fruchtbarkeit. – Die geborenen Aristokraten des Geistes sind nicht zu eifrig; ihre Schöpfungen erscheinen und fallen an einem ruhigen Herbstabend vom Baume, ohne hastig begehrt, gefördert, durch Neues verdrängt zu werden. Das unablässige Schaffenwollen ist gemein und zeigt Eifersucht, Neid, Ehrgeiz an. Wenn man etwas ist, so braucht man eigentlich nichts zu machen – und tut doch sehr viel. Es gibt über dem »produktiven« Menschen noch eine höhere Gattung.

(Menschliches, Allzumenschliches. Erster Band. Viertes Hauptstück.
Aus der Seele der Künstler und Schriftsteller)

wf

Wem tut der Literaturnobelpreis für Bob Dylan gut?

Der Mann reagiert scheinbar gar nicht auf die wohl höchste Auszeichnung (zumindest in Sachen Preisgeld), die einem Lyriker zuteil werden kann. Keine Antwort auf Emails und Telefonate von der Jury, und deshalb titelte die SZ heut morgen besorgt: „Bob Dylan, bitte melde dich!“ Mitgekriegt wird der Songwriter seine Belobigung wohl haben, denn ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so einen Medienhype gab bei der Kür eines Literaturnobelpreisträgers wie in diesem Jahr. Könnte aber sein, dass es sich so verhält wie Heinrich Detering, Literaturwissenschaftler, Dylan-Fan und Präsident der Akademie der deutschen Sprache und Dichtung, schon im Mai dieses Jahres in einem Interview im Deutschlandradio vermutete: „Dylan braucht den Nobelpreis nicht, aber dem Nobelpreis täte Dylan gut.“

Bob Dylan 1984

Bob Dylan 1984

Dylan war zwar schon lange in der Gerüchteküche gehandelt worden, doch ernsthaft glaubten nur wenige daran. Und mancher hielt diese Ehrung Dylans gar für einen Scherz wie etwa der öffentlich-rechtliche Buchbesprecher Denis Scheck: „Gelegentlich erlaubt sich die Akademie ein ‚Späßken'“, meinte er kurz nach der Bekanntgabe des Preises und schob nach: „Die Auszeichnung von Bob Dylan ist genauso ein Witz wie es die von Dario Fo war. Am besten, man lacht mit.“ Denn: „Er ist wirklich kein passender Kandidat für den Literaturnobelpreis. Ich glaube, sie wollten ihn eigentlich Donald Duck geben und hatten die Telefonnummer nicht.“ Dario Fo ist genau am Tag von Dylans Preisverleihung verstorben und für meinen Geschmack hat der TV-Moderator (der seine Büchersendung übrigens selber gern mit American Indie Folk-Rock unterlegt) in seinem notorischen Distinktionsgewinnstreben hier die Grenze zwischen Polemik und persönlicher Herabsetzung wieder mal überschritten; oder wollte er sich damit nur als neuer Hanswurst für „Die Anstalt“ bewerben?

Die meisten Stimmen zur Preisverleihung aber waren positiv. Auch Detering, der eine viel gelobte Dylan-Biographie herausgegeben hat, hielt das für „eine schöne Entscheidung“, weil es Dylan wie keinem anderen Musiker gelänge, die Unterscheidung zwischen Lyrik und musikalischen Lyrics zu verwischen, indem er „Lyrics mit literarisch hohem Anspruch“ schreibe. Dylan verknüpfe in seinen Liedern die Traditionen der romantischen Songkultur mit denen des Blues und des Gospel, er collagiere in seinen Texten kunstvoll Zitate von Homer, Ovid oder Shakespeare und erfülle damit „alles, was wir von Weltliteratur erwarten“.
Und so ist für Detering die Entscheidung, Dylan den Literaturnobelpreis zu verleihen, „wohl vor allem eine ästhetische Entscheidung. Und zwar eine Entscheidung, die besagt: Wir, die Schwedische Akademie, anerkennen die Existenz einer Songpoesie, die literarisch genauso relevant ist wie andere Formen von Poesie – auch wenn sie erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt worden ist.“ Und auf die Frage, ob dieser Preisverleihung auch eine politische Bedeutung zukomme, meint der Literaturwissenschaftler: „Ich glaube, dass der politische Impact geringer ist, als man zunächst denken würde. Denn die Zeiten, in denen Dylan vor allem als politisches Sprachrohr einer Generation wahrgenommen wurde oder als Bannerträger der Bürgerrechtsbewegung oder anderer politischer Bewegungen, die sind lange vorbei.“

Tatsächlich? Sind diese Zeiten vorbei? Das kann man auch ganz anders sehen, wie etwa Kurt Kister in der SZ: „Natürlich ist die Entscheidung der Nobelpreisjury mehr als nur die Würdigung des großen Lyrikers Bob Dylan. Sie ist, wieder einmal, ein Appell. Wenn sich eine Grundhaltung durch Dylans Schaffen zieht, dann ist sie in dieser Zeile aus seinem Subterranean Homesick Blues gefangen: Don’t follow leaders, watch the parkin‘ meters – folge keinen Führern, pass auf, was die Parkuhren bedeuten. In einer Zeit, in der sich nicht nur viele Amerikaner wieder hohl dröhnenden starken Männern zuwenden, in denen der Autoritarismus mit seinen Kontrollinstrumenten (Zäunen, Überwachung, Parkuhren eben) wieder modern wird – in so einer Zeit ist es gut, Bob Dylan, dem Individualisten der Individualisten, den Nobelpreis zu verleihen.“
Da stimme ich Kurt Kister gern zu: Mit dieser Entscheidung hat die Jury auch ein Zeichen zur Verteidigung der Offenen Gesellschaft gesetzt – und zum Trost für die vielen jetzt so beleidigten Apologeten der reinen Literaturlehre, die sich beschweren, dass nicht der oder die oder jener große Name endlich mal für erworbene literarische Verdienste geehrt wurde: in politisch besseren Zeiten werdet Ihr bestimmt auch wieder was zu feiern haben, aber aktuell gilt’s, mit möglichst vielen wirkmächtigen Institutionen dem immer müder werdenden Geist der Freiheit und Unangepasstheit Gutes zu tun. Und vielleicht verteilt ja der Geehrte sein Preisgeld (das er sicher nicht zur Rentenaufbesserung braucht) dann bei der offiziellen Verleihung am 10. Dezember sogar in diesem Sinn.

Würde wahrscheinlich auch den Sozialphilosophen Axel Honneth freuen, der ein besonderes Verhältnis zu Bob Dylan hat und in dessen Songs einigen philosophischen Gehalt findet, da sie sich ja auch im Themenkreis „Anerkennung/ Outlaw – Gerechtigkeit – Freiheit“ bewegten. Das brachte Honneth schon 2006 dazu, zusammen mit Susan Neiman (Moralphilosophie), Diedrich Diederichsen (Popkultur) und Günter Amendt (Sex und Drogen), die auch alle Dylan-Fans sind, den interdisziplinären sozialwissenschaftlichen Kongress „Bringing It All Back Home – Internationaler Bob Dylan-Kongress“ nebst zugehöriger Buchveröffentlichung zu organisieren.
Nach seiner Motivation dafür befragt, antwortete Honneth damals im SPIEGEL: „Mich hat immer interessiert, herauszufinden, ob meine Faszination für die Musik von Bob Dylan auch irgendetwas mit meinen philosophischen Interessen zu tun haben könnte … Auch bei Bob Dylan geht es um die Artikulation von verschiedenen, sich ausschließenden Freiheitsbegriffen. Das berührt eng meine eigene philosophische Arbeit.“ Und Honneth  ‚gesteht‘, dass es ursprünglich „die Rockmusik war, die mir eine reflexive Distanz ermöglichte … und mich politisierte“.

Ja, so ähnlich gings mir auch, damals, als ich mit sweet fifteen in den pubertären Taumel der Rock-Erweckungserlebnisse geriet und dabei als Gitarrenanfänger natürlich auch auf Dylans Songs stieß. Und „Blowin‘ in the Wind“ war dann auch das erste Liedchen, das ich mich in der Öffentlichkeit zu singen und zu spielen traute – damals, im Skilager der 9. Klasse, als auch the sexiest girl in town aus der Parallelklasse mit auf der Hütte dabei war und mir zum ersten Mal Beachtung schenkte. Aber da beginnt jetzt eine andere Geschichte, jedenfalls: Danke, Bob!

 


Hier sein etwas eigenwilliges Video zum „Subterranean Homesick Blues“ von 1965 – der Typ, der als letzter die Szene verlässt, ist übrigens Dylans alter Kumpel Allen Ginsberg ;-)

wf

Wie Popper den richtigen Lichtschalter fand

literarische cartoons

Auflösung und Gewinner_innen unseres Sommerferien-Preisrätsels 2016

Anfangs war’s etwas zäh, aber gegen Ende trudelte dann doch noch ein Schwung richtiger Lösungen zum diesjährigen Sommerferienrätsel ein; vielleicht haben ja manche ihre Synapsenfunktionen erst da wieder auf die Anforderungen des neuen Schuljahres justiert. Jedenfalls konnte unsere Losfee aus dem 26er-Packerl wieder drei Gewinner_innen ziehen, zunächst aber mal […]

Sommerpreisrätsel 2016: Als Wittgenstein Karl Popper in den Keller schickte

wittgenstein-popper

Hohe Intelligenz schützt den Menschen nicht unbedingt davor, gelegentlich skurriles Verhalten an den Tag zu legen und die beiden Hauptdarsteller unseres diesjährigen Sommerferienrätsels galten sogar, jeder auf seine Weise, als einigermaßen schwierige, strapaziöse Zeitgenossen hinsichtlich ihrer sozialen Interaktionen. Zur Lösung des Rätsels braucht Ihr diesmal keine mathematischen Fähigkeiten (wir haben […]

50 Jahre Jazz Festival Montreux

Gerade ging das 50. Jazz Festival von Montreux zu Ende und eine Viertelmillion Besucher konnte wieder gut zwei Wochen lang eine Weltstar-Parade aus Jazz, Blues, Rock, Pop und Latin erleben, mit den Höhepunkten eines gemeinsamen Auftritts von Herbie Hancock, John Scofield, Brad Mehldau und John McLaughlin sowie einer exquisiten Brazil Night. Dabei stand […]

Philosophisches zur Fußball-EM

gunter gebauer

In kaum einem anderen Land genießt der Fußball in Intellektuellenkreisen so hohes Ansehen wie in Frankreich, spätestens seit der philosophierende Amateur-Fußballer Albert Camus bekannte: „Was ich am sichersten über Moral und menschliche Verpflichtungen weiß, verdanke ich dem Sport.“ Und sein langjähriger Freundfeind Jean-Paul Sartre, der Fußball nach der Eintrübung seines Verhältnisses zu Camus […]

Bedingungsloses Grundeinkommen und das Radfahrerprinzip

runter_-_down_97917_page12[1]

Wenn demnächst per Volksabstimmung in der Schweiz über die mögliche Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens entschieden wird, geht das nicht nur die Schweizer was an. Sollte diese alte Idee die Chance auf einen landesweiten Praxistest bekommen, wird mindestens die halbe Welt genau hingucken, was dann passiert, denn „egal, ob man das Grundeinkommen begrüßt oder […]

Peter Lustig erklärte den Kindern die Welt

Peter Lustig

Alles Philosophieren beginnt mit Beobachten und Fragen, und wenn Kinder damit anfangen, stehen ihre Fragen natürlich im Zusammenhang mit ihrer erfahrbaren Umwelt, mit dem wunderlichen Geschehen in der Natur, im Garten, am Himmel, in ihren Körpern, den Geheimnissen der Technik. Kinder sind Empiriker und Sensualisten, und dabei schon früh zu kritischem Hinterfragen aufgelegt […]

Wie der Jazz mich mit Roger Willemsen versöhnte

Roger_Willemsen_auf_der_Buchmesse_Leipzig_März_2014

Manchmal stimmt es ja, dass der erste Eindruck, den ein Mensch auf uns macht, sich später bestätigt; oft aber führt der erste Eindruck nur zu einem voreiligen Abhaken, zu einem der Kontingenz ungünstiger Umstände entwachsenen Vorurteil, zu dessen Revision es erst neuer, anderer Situationen bedarf, in denen die Voreingenommemheit durch ein positives Überraschungsmoment […]

Sind wir zur Gewalt verurteilt?

Jan Luyken - Hexenverbrennung

Der Evolutionsbiologe Franz Wuketits sucht nach den Wurzeln von Mord, Krieg und Terror

Die Schicksalsfrage der Menschheit scheint mir zu sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden.

Sigmund Freud

 

Schon Freud gab nichts […]