Texterl zum Tage

Der edelbefederte Journalist wünscht sich nichts sehnlicher als dass man seine Schreibe als Ausübung von Deutungshoheit anerkenne.

WF




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Lösung des Neujahrsrätsels 2018

…und die 3 Gewinner*innen von „Der allerletzte Tag der Menschheit“

Auch wenn es nicht jedem gefällt, sein Hotelzimmer mit mehreren teilen zu müssen, bleibt bei Platzmangel manchmal nur diese Lösung. Immerhin war der Hotelmanager in unserem Neujahrsrätsel darum bemüht, seine 41 Gäste zu einem Kongress des Wiener Kreises möglichst gerecht in seine leider nur 12 Zimmer einzuquartieren. Und für die Unbequemlichkeit bot er seinen Gästen kulanterweise einen Rabatt an, wenn diese selber auf die optimale Bettenverteilung in Dreibett-, Vierbett- und Fünfbettzimmer kämen. Eh klar, dass die versammelten Wissenschaftler und Philosophen schnell die richtige Lösung fanden und sich den Rabatt und somit das Budget für ein paar zusätzliche Achterl Wein sicherten.

Die Lösung: Es sind acht Dreibettzimmer, drei Vierbettzimmer und ein Fünfbettzimmer.

Es gibt mehrere Wege, um darauf zu kommen, der eleganteste dürfte der sein:
In jedem der zwölf Zimmer müssen ja mindestens drei Betten stehen, womit erstmal schon 36 Betten untergebracht sind. Von den noch übrigen fünf Betten kann ich drei irgendwo reinstellen (= 3 Vierbettzimmer) und die beiden restlichen in eins (= 5-Bett). Anders gehts nicht, da es laut Ansage des Hotelmanagers mehr Dreibett- als Vierbettzimmer, und von den Vierbett- mehr als Fünfbettzimmer gibt.

(Andere Lösungswege, z.B. über ein unterbestimmtes Gleichungssystem, könnt ihr nach Lust & Laune gern in die Kommentare und zur Diskussion stellen – prüft aber bitte vorher, ob’s auch funzt.)

Wie immer hat unsere Losfee aus allen richtigen Zusendungen drei Buch-Gewinner*innen herausgefischt, alsda hatten diesmal das Glück:
Werner Aebischer (Basel), Wolfhart Berger (Schweinfurt) und Gabi Hofmann (Berlin).

Na, da wünschen wir viel Vergnügen mit der lustvoll-satirischen Revue „Der allerletzte Tag der Menschheit“ (von Hosea Ratschiller und Stefanie Sargnagel / Holzbaum Verlag).

Übrigens: Wer sich selber mal ein Logikrätsel mit Philo-Story-Background ausdenken mag, kann uns das gern zusenden, wird bei Gefallen veröffentlicht. Das nächste Logik-Preisrätsel erscheint hier wie üblich zu Beginn der bairischen Sommerferien.

Neujahrsrätsel 2018: Der Wiener Kreis im Hotel

3 Buchexemplare „Der allerletzte Tag der Menschheit“ von Hosea Ratschiller & Stefanie Sargnagel zu gewinnen

Die Schauplätze und Zeiten, in denen sich die Geschichten unserer Logikrätsel abspielen, sind ja jedesmal andere, und die heutige Story führt uns in das Wien der Zwischenkriegszeit. In die Zeit, als der rechte Mief schon durch die Kanäle und Baisl waberte und die Hitlerbewegung sich auch dort formierte; als die Österreichische Psyche ihrer glorreichen K&K-Vergangenheit nachtrauerte und  Karl Kraus „Die letzten Tage der Menschheit“ schrieb. Und es gehörte zur kulturellen Dialektik jener Voruntergangszeit, dass noch einmal kurz eine Aufbruchsstimmung in Wissenschaft, Künsten und Philosophie in der kosmopolitischen Stadt aufflackerte, bevor dieser Geist mitsamt seiner Werke verbannt und verbrannt wurde wie überall in deutschen Landen.

Zu diesen Aufbruchsbewegungen zählte auch der „Wiener Kreis“, eine Gruppe von Naturwissenschaftlern, Philosophen und Wissenschaftstheoretikern, die sich ab 1922 unter der Leitung von Moritz Schlick regelmäßig in Wien trafen. Zentrales Anliegen der Gruppe war das Bemühen um eine wissenschaftliche Weltauffassung, die als Logischer Empirismus bekannt wurde. Der Kreis erreichte schnell internationale Geltung, bis seine Arbeit durch Faschismus und Nationalsozialismus unterbrochen und über den Atlantik vertrieben wurde.

Zu einem dieser Wiener Treffen hatten sich einmal ganze 41 Teilnehmer, darunte viele Auswärtige, angekündigt, so dass Schlick sich genötigt sah, für dieses Diskussionswochenende ein Hotel zu buchen. Um Ruh vor Anfeindungen zu haben, wählte er ein kleines Etablissement außerhalb der Stadt am Rande des Wiener Waldes. Das hatte zwar nur 12 Zimmer, doch der Hotelier, ein alter Bekannnter von Schlick, versprach, sie alle dort unterzubringen.

Als alle Teilnehmer dort nach und nach eingetroffen waren und im Foyer auf ihre Zimmerzuweisung warteten, erklärte ihnen der Hotelmanager:

„Ihr seid genau 41 Wissenschaftler und Philosophen und genauso viele Betten habe ich in den insgesamt zwölf Zimmern meines Hotels für Euch bereit gestellt. Es gibt Zimmer mit drei, vier und fünf Betten. Davon sind mehr Dreibett- als Vierbettzimmer, und von den Vierbett- gibt es mehr als Fünfbettzimmer. Ja ja, ich weiß, das ist etwas unkommod, aber ich biete Euch dafür einen Rabatt von 50% auf die Übernachtungsrechnung – vorausgesetzt, Ihr könnt eine kleine Denkaufgabe lösen.“
Die Gäste horchten auf, denn auch zu jener Zeit zählten Geistesgrößen nicht unbedingt zu den Finanzgrößen, und die eingesparten Schillinge fänden sicherlich gute Verwendung als Investition in das eine oder andere Achterl zusätzlich, um ihre wissenschaftlichen Untersuchungen  zu beflügeln.
„Nur her mit dem Rätsel!“, rief also Schlick und der Hotelier, der ebenfalls ein großer Freund logischer Spielereien war, sprach: „Ihr müsst nur herausfinden, wie die 41 Betten auf die 12 Zimmer aufgeteilt sind.“
Die klugen Köpfe steckten ebendiese kurz zusammen und schon nach ein paar Minuten war die Lösung gefunden. Der Rabatt und damit die zusätzlichen Achterl Wein waren gesichert.

Hier also die Rätselfrage auch für Euch: Wie viele Dreibett-, Vierbett- und Fünfbettzimmer gibt es jeweils?

(Hinweis: Es gibt mehrere Lösungswege. Den des Rumtüftelns, dann einen eleganten, mehr auf Logik basierenden mit einfacher Mathematik (der sich leicht im Kopf berechnen lässt),  und einen mit eher anspruchsvollerem mathematischen Mehrfachgleichungsansatz (Stift + Zettel nötig) – letzterer war eine Aufgabe von der 49. Mathematikolympiade für die 8. Jahrgangsstufe aus dem Jahr 2010)

Wer meint, die richtige Lösung ausgetüftelt zu haben und was gewinnen möchte, kann sie uns wieder per email zusenden (bitte nicht hier in den Kommentaren posten!). Und gebt bitte auf der Lösungs-Mail eure postalische Adresse mit an für eine mögliche Gewinn-Zustellung, falls unsere Losfee euch aus dem Zettelpackerl zieht.

Einsendeschluss ist der 31. Januar 2018.

Unter allen richtigen Zusendungen verlosen wir diesmal 3 Buch-Exemplare einer lustvoll-satirischen Revue zum aktuellen Zustand des Wesens „Österreich“, in der die Abgründe unserer Gesellschaft aufgespürt werden: „Der allerletzte Tag der Menschheit“ von dem preisgekrönten Duo Hosea Ratschiller („Salzburger Stier“) und Stefanie Sargnagel (Bachmann-Publikumspreis) – freundlicherweise vom Wiener Holzbaum Verlag zur Verfügung gestellt.

„Erkenne dich selbst“ mit R.D. Precht

Einen „Buchtipp für untern Baum“ von unseren LeserInnen hätten wir da noch, so kurz vor Ablauf der Bescherungs-ermöglichenden Bestellmöglichkeit (wiewohl das nun empfohlene Buch dank SPIEGEL-Bestsellerliste in jeder gut sortierten Buchhandlung griffbereit sein dürfte): Der zweite Band von R.D. Prechts Philosophiegeschichtstrilogie ist kürzlich erschienen und Szusza Nagy (die ihr ja schon als Empfehlerin eines der letztjährigen Weihnachtsbuchtipps kennt) hat ihn, zusammen mit ihrem Revierförster, schon gelesen und Gefallen daran gefunden.

wf


Achttausender besteigen leicht gemacht

Die Abteilung Philosophie in meinem Bücherregal ist überschaubar und meine Kenntnisse in Philosophiegeschichte ebenfalls. Oft, wenn ich auf mir bisher wenig bekannte PhilosophInnen gestoßen bin, blieb mir nur der Nachschlageakt in der Wikipedia oder im dtv-Atlas Philosophie. Dort finde ich zwar Substrate zu Leben und Werk, aber wenig zu den kulturellen und sozialen Bedingungen der jeweiligen Zeit, in der wichtige DenkerInnen der Menschheit ihre Ideen entwickelten. Aber gerade das interessiert mich sehr, weil ich glaube, dass auch die Gedankenwelt kluger Menschen nicht von einem überzeitlichen ‚Weltgeist‘ weiterentwickelt wird, sondern stark von ihren historisch-existenziellen Rahmenbedingungen abhängt.

Neulich bekam ich wieder mal Besuch von meinem lieben Freund Karlinger, der nach getaner Arbeit in seinem Revier – er ist der Förster des Waldstücks, an dessen Rand meine bescheidene Hütte steht – gelegentlich auf einen Tee und einen Plausch unter Philosophie-Amateuren vorbeischaut. Und er hatte ein Geschenk dabei: „Erkenne dich selbst“ von Richard David Precht, dem TV-bekannten Philosophie-erklärenden Bestsellerautor. Wobei, mir selber war Precht bisher nur aus zweiter Hand bekannt, habe kein Fernsehgerät und auch noch nichts von ihm gelesen außer via seiner paar süffisant-ironisch dargestellten Auftritte in diesem Blog.

„Spinoza und Schelling werden da auch ganz gut erklärt.“, meinte Karlinger beim Überreichen des Buchs. Das ist keine merkwürdige Geschenkeinleitung, wenn man weiß, dass Spinoza und Schelling zu Karlingers Lieblingphilosophen zählen (bei einem Waldmenschen nicht ungewöhnlich) und wir beide uns schon öfter über Pantheismus und Naturphilosophie unterhalten hatten. Noch in der Nacht, nachdem Karlinger doch wieder gegangen war, begann ich mit der Lektüre und war bald gefesselt von der erzählerischen Qualität, die ich bei einem philosophiegeschichtlichen Werk so noch kaum gefunden hatte.

Dieser zweite Band steigt ein in die zersplitternde Welt der Renaissance mit ihrer Suche nach einem Universalprinzip, der Suche nach der Wahrheit im Inneren und dem Umsturz traditioneller Werte. Nicht rein chronologisch abgearbeitet, sondern die Entwicklungen und Zusammenhänge der historischen Ereignisse im Blick, zeigt Precht ebendie damit zusammenhängenden Entwicklungen und Zusammenhänge der Denkwelten von Figuren wie Cusanus, Alberti, Ficino, da Vinci, Erasmus, Machiavelli, Kopernikus, Luther, Montaigne, Bruno, Bacon, Galilei und vieler Anderer – von manchen hatte ich bis dato noch nie gehört.

In gleicher Anschaulichkeit präsentiert Precht die Philosophie des Barock, wobei die Kapitel zu Hobbes, Descartes, Spinoza, Pascal und Leibniz die ausführlichsten sind. Die Philosophie der Aufklärung setzt ein mit einer ausführlichen Auseinandersetzung mit John Locke (und dessen Doppelmoral), führt über Newton, Wolff, Berkeley, Montesquieu, und Hutcheson zu Voltaire, La Mettrie, Hume, Rousseau und Diderot bis zu Smith und Lessing – zahlreiche andere mit einbezogen. Am umfangreichsten ist der 4. Buchteil zur Philosophie des Deutschen Idealismus, und dabei naheliegenderweise speziell zu Kant und Hegel – aber auch von Schelling habe ich, mein lieber Karlinger, jetzt ein besseres Verständnis.

Precht meint im Vorwort, das Buch enthalte einige „Achttausender“, also schwierig zu erklimmende Gipfel der Philosophie, aber mir ist bei den Besteigungen keinmal der Atem ausgegangen. Oft aber ein Lachen ausgekommen, wenn Precht über Eifersüchteleien, Verhaltensauffälligkeiten und Grabenkämpfe innerhalb der Denkerzunft erzählt. Denn das Erzählen kann der Mann wirklich gut, bildhaft und gleichzeitig informativ, zusammenhangstiftend, manchmal mit spöttisch-ironischem Unterton (etwa bei Fichte). Und er zeigt, was er behauptet: „Philosophie ist, wie man sieht, keine gerade aufsteigende Linie. Sie ist eine Bewegung von vielen Wellen; so wenig zielführend wie Alkohol, aber hoffentlich erhellend.“

Und auch die Betitelung „Erkenne dich selbst“ wird nach dem Lesen selbsterklärend: Zu allen Zeiten machten sich die Menschen Gedanken über die großen Fragen des Lebens, über die Frage nach der Wirklichkeit der ‚Wirklichkeit‘, der guten und gerechten Gesellschaft, der eigenen Moral, der eigenen Sterblichkeit und der Frage, was man tun und hoffen kann – geht mir ja ebenso, und wohl auch Karlinger, bei dem ich mich revanchieren werde. Wenn nächstes Jahr der dritte Band von Prechts Philosophiegeschichte erscheint, liegt er umgehend als Geschenk parat, falls Karlinger wieder zu Besuch kommt.

Szusza Nagy


Richard David Precht
Erkenne dich selbst: Geschichte der Philosophie 2
Goldmann Verlag;  672 Seiten, € 24.-
ISBN-13: 978-3442313679

 

Isländische Lyrik von Ragnar Helgi Ólafsson

„Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können“
– empfohlen von Björn Eriksson in unseren Buchtipps für untern Baum

Die Frage nach den Ursachen, die dazu führten, dass im Land der Dichter und Denker in breiter Masse das Interesse und die Freude an Gedichten verloren ging, wird wohl nie geklärt werden. Verhält es sich doch so, dass ein Gedicht mit wenig Worten einen Kosmos öffnet, aus essentiellen Fragen geboren, und in passende Worte gegossen. Zu Gehör gebracht als Rhythmus und Melodie.

Das Ansinnen, ausgerechnet einen Gedichtband für den Gabentisch zu empfehlen, mag in Deutschland beim geneigten Leser vielleicht ein wieherndes Gelächter entlocken. Auf Island hingegen wäre das wiehernde Gelächter vermutlich dann zu hören, käme einer auf die Idee, ein Kochbuch oder irgendeinen anderen wohlfeilen Ratgeber den Freunden auf den Gabentisch zu legen. So ist es nicht verwunderlich, dass auf Island die Dichter es sind, die in breiter Masse den größten Respekt genießen, und nicht die Politiker, Wirtschaftsbosse, Fernsehköche, Küchenpsychologen, und was sich sonst noch zur Elite eines Landes zähle.

Es wird auch die Geschichte erzählt, dass der Dichter Halldór Laxness es einst war, der die Isländer dazu bewegte, das Internationale Walfang-Abkommen zu unterzeichnen, und nicht die Überredungskunst internationaler Diplomaten, schmerzhafte Wirtschaftssanktionen, und was sonst noch an Argumenten vorgebracht. Mitglieder von Greenpeace hätten Halldór Laxness in seinem Haus aufgesucht, mit ihm gesprochen, und Halldór hätte einen Artikel in der Tageszeitung Morgunblaðið veröffentlicht. Daraufhin hätte die Regierung endlich das Abkommen unterzeichnet.

Dem Vernehmen nach soll Halldór Laxness es auch gewesen sein, der anlässlich eines Interviews Wolfgang Schiffer dazu bewegt habe, Ausschau zu halten nach weniger bekannten isländischen Dichtern. Was in Folge dazu führte, dass ich nun den Gedichtband „Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können“ des isländischen Dichters Ragnar Helgi Ólafsson für den deutschen Gabentisch empfehlen kann, ins Deutsche übertragen von Jón Thor Gíslason und Wolfgang Schiffer:

EKKERT EINS OG NEITT

Ég hafna líkingamáli.
Ekkert er eins og neitt.

Ég hafna líkingamáli.
það sem ég segi er.
Ég hafna öllu líkingamáli.
Allt er það sem það er.

Líkingamál er ennfremur siðferðislega vafasamt.
það felur í sér dóm og ofbeldi.

(Hvað er það annars að segja barni
að það sé eins og annað barn?
Eða að segja unglingi: „þú ert
alveg eins og mamma þín“?)

Ég hafna líkingamáli.
Hús er hús.
Haf er haf.
Mjólk er mjólk.

Punktur er punktur.

NICHTS WIE NICHTS

Ich lehne Vergleiche ab.
Nichts ist wie nichts.

Ich lehne Vergleiche ab.
Das was ich sage ist.
Ich lehne alle Vergleiche ab.
Alles ist das was es ist.

Ein Vergleich ist überdies moralisch fragwürdig.
Er birgt ein Urteil und Gewalt in sich.

(Was sonst ist es, wenn man einem Kind
sagt, es sei wie ein anderes Kind?
Oder einem Jugendlichen: „Du bist
genau wie deine Mutter“?)

Ich lehne Vergleiche ab.
Haus ist Haus.
Meer ist Meer.
Milch ist Milch.

Punkt ist Punkt.

In der Tat. Halldór Laxness brachte es auf den Punkt:

„Es hängt nicht von der Zahl der Köpfe ab, die man zählen kann, ob ein Land ein Land der Literatur ist.“

Und somit ist vom Dichter Ragnar Helgi Ólafsson zu hören:

VÖGGUVÍSA I

(fyrir Unu)

Elsku barn. Næst þegar þú stendur úti í heiminum skaltu veita því athygli hvernig grasið nuddar á þér ilyarnar, hvernig skýin lækka flugið til að strjúkast við kinnina þína og hvernig fjöllin þenja út hlíðarnar til að halda um lófa þinn.
það tók milljón ár að koma þessu í kring en hann telur það ekki eftir sér því nákvæmlega svona mikið er eimurinn glaður að hafa þig í sér.

WIEGENLIED I

(für Una)

Liebes Kind. Das nächste Mal, wenn du draußen in der Welt stehst, achte darauf, wie das Gras deine Fußsohlen kitzelt, wie die Wolken den Flug senken, um deine Wangen zu streicheln, und wie die Berge die Hänge bauschen, um deine Hand zu halten.
Es hat Millionen von Jahren gedauert, dies zustande zu bringen, aber die Welt macht nicht viel Aufhebens davon, weil sie schon darüber, dich in sich zu haben, so überglücklich ist.

Halldór Laxness beantwortete einst die Frage, worum es sich bei Gedichten handle:

„Es ist nur die Lebenserfahrung …, in wenigen Worten gesagt. Die Kunst besteht darin, einen Satz so kurz und so klar zu machen wie möglich. Und man sollte diese kleinen Sätze, die so viel zu sagen haben, nicht länger machen. Dadurch würden sie auch langweilig und sinnlos werden und dem Leser vielleicht einen wertvollen Gedankenstoff wegnehmen.“

Und was eigne sich schon besser als Geschenk in jenem Zeitabschnitt eines Jahres, welcher der „besinnliche“ genannt.

Björn Eriksson


Ragnar Helgi Ólafsson
Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können
ELIF VERLAG 2017; 140 Seiten; € 18.-
ISBN: 978-3-946989-02-8

Wozu Vergänglichkeit? Elf Gespräche über Atome, Tod und schwarze Löcher

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Ein schöner Moment, sich dem Thema Vergänglichkeit zu widmen. Die Schweizer Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Corina Caduff hat das Vergängliche in elf spannenden Interviews mit […]

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Kann diesmal nicht so schwierig gewesen sein, denn fast alle Lösungsvorschläge, die zum diesjährigen Sommerrätsel eintrudelten, waren richtig.

Hier nochmal kurz die Fragestellung:

Bei einer Zusammenkunft der vier Logiker Frege, Whitehead, Wittgenstein und Russel holte Letzterer aus seiner Tasche drei weiße und zwei schwarze Adlerfedern, die […]

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Gottlob Frege

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Kleine Philosophie der Mathematik

Bernulf Kanitscheider

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Seit die Menschen Mathematik betreiben, wird auch die Frage diskutiert, ob es sich bei ihr nur um einen Werkzeugkasten mit Instrumenten für technologische, statistische und konstruktivistische Anwendungen handle, also um einen Artefakt des menschlichen Verstandes, oder ob mathematischen Objekten und Verfahrensweisen […]

Grenzgänger zwischen Philosophie und Literatur

Paul Valéry Cahiers

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Nicht selten kommt es vor, dass eine zufällig aufgeschnappte Bemerkung, ein irgendwo gelesener Satz mir spontan Lust darauf macht, aus dem eigenen Bücherregal wieder mal etwas herauszuziehen, das als Verwandtes oder als exemplarisch dafür erinnert wird. […]