Texterl zum Abi


Wenn sich der Erfolg von Bildungspolitik an der Zahl ausgebildeter Erbsenzähler mit unterkomplexen Weltanschauungen bemisst, wird die Verwaltung gesellschaftlicher Monokulturen freilich einfacher.

Mai 2013
M D M D F S S
« Apr    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Spam wurde blockiert

Doors-Keyborder Ray Manzarek ist tot

In den 70ern gab’s beim hinlänglich sozialisierten Freak-Nachwuchs keine Fete ohne Doors-Sound (zumindest nicht, wenn ich auflegte ;-) und so war denn auch ”Light my Fire” einer der ersten Soundtracks meines erwachenden Liebeslebens. Da übernahm quasi schon der Song die erotische Anmache und ich hatte den Mund frei hatte für das Wichtigere. Und ja, der Song stellte in seiner Länge doch gewisse Ansprüche an die Kusskünste.

Ray_Manzarek

Ray Manzarek

Geschrieben hat das Stück, wie so viele andere, Keyborder Ray Manzarek zum Text von Jim Morrison, die sich im Sommer 1965 am Strand von Venice Beach in Kalifornien als kongeniales Gründerteam der Doors zusammengetat hatten. Ihr Sound lebte anfangs von einer damals ‘unerhörten’ Spannung, vom Kontrast zwischen den oft “bachisch” anmutenden Orgel-Hooklines des klassisch ausgebildeten Manzarek zu den meist eingängigen Gesangsmelodien mit der oft surrealistischen Lyrik des Mesacalineros Morrison.
Kamen ihre Songs auf den Studio-Alben meist radiokompatibel zusammengeschnurrt daher, waren die Liveauftritte in der Art des seinerzeit angesagten Psychedelic-Rock mit langen Improvisationen gestreckt – was dabei musikalisch und showmäßig so alles abging, vor allem bei dem drogensüchtigen Jim Morrison, könnt ihr, wenngleich wohl leicht entstellt, in dem Film “The Doors” von Oliver Stone sehen & hören; der Film läuft immer mal wieder in einem unserer 1001 TV-Programme und der letzte echte Freak aus eurer Nachbarschaft hat ihn bestimmt auch auf DVD.

Die Doors sind übrigens die einzige Rock-Band in der Rock and Roll Hall of Fame ohne Bassisten, denn dessen Job erledigte Manzarek mit links auf einem Fender Bass Rhodes gleich mit.

Nun ist Ray Manzarek, der nach Morrrisons Tod mit verschiedenen Soloprojekten und bis 2012 auch noch mit seinem Doors-Kollegen Robby Krieger (Gitarre) Konzerte gab,  mit 74 Jahren während eines Krankenhausaufenthalts in Rosenheim an Gallengangkrebs gestorben.

Und auch wenn’s die meisten von Euch wohl schon kennen, hier eine ‘ungeschminkte’ Liveaufnahme von “Light my Fire”, denn dieser schwarz-weiß Mitschnitt von 1968 ist in Bild & Ton ziemlich “ehrlich”:

wf

Macht Schadenfreude glücklich? – The How and Why of Happy

Die Psychologie-Professorin Sonja Lyubomirsky untersucht die “Mythen des Glücks”

Ach ja, das Glück, das ist ein flüchtig Ding, und es verdünnisiert sich schon, während es anhält. Denn weil der Mensch sich an Alles zu gewöhnen vermag, eben auch ans Glück, schleicht sich jede Hochgestimmtheit nach und nach zurück auf den set point der “hedonistischen Adaption“. Dann kann man/frau es sogar als lästig empfinden, wenn der Lover jeden Morgen das Frühstück ans Bett bringt.
So weit, so bekannt; wenn aber das schon geklärt ist, was soll’s dann für die empirische Glücksforschung eigentlich noch Interessantes herauszufinden geben?

Vielleicht was Neues über die Schadenfreude als Glücksbringer? Immerhin hat der Begriff in den vergangenen Jahren so was wie eine Weltkarriere hingelegt und ist im anglo-amerikanischen, französischen, italienischen, spanischen, portugiesischen und sogar im polnischen Sprachraum als deutsches Lehnwort in der ‘Mitte der Gesellschaft’ angekommen. Man könnte also vermuten, es handle sich dabei um eine ursprünglich rein deutsche Charaktereigenschaft, für die man in anderen Kulturen bisher nicht einmal ein Wort hatte, und die nun leider die übrige Menschheit infiziere. Das ist natürlich Unsinn, weil die Schadenfreude zu unser aller anthropologischen Konstanten gehört, sei es als psychosozialer Schutzmechanismus des Gruppenrudels vor Einzelschmarotzern oder als individuelle Kompensationstechnik für das verunsichernde Gefühl von Unterlegenheit. Die Psychologin Brigitte Boothe von der Universität Zürich sieht’s positiv: »Schadenfreude ist in der psychoanalytischen Theorie neben der Vorfreude das einzige Gefühl, das unmittelbare Entspannung gibt«.
Doch Schadenfreude gegenüber Gestrauchelten öffentlich zu zeigen, galt mindestens seit der Verhöhnung Jesu am Kreuze in sittlich hochstehenden Gesellschaften als ungehörig, gar als Einflüsterung des Teufels (der im Mittelalter deshalb auch “Der Schadenfroh” genannt wurde). Schadenfreude konnte (und sollte) sich öffentlich nur unter dem Deckmantel einer juristischen Legitimation von Bestrafung zeigen, wie am Pranger, beim Vierteilen, der Hexenverbrennung, dem Guillotonieren oder den Nazi-Progromen – zum höheren Zweck der gemeinschaftlichen Werte-Selbstvergewisserung.
Das aber scheint sich in den letzten Jahren geändert zu haben. Die private Schadenfreude des kleinen Mannes wurde gesellschaftsfähig durch Typen wie Harald Schmidt, Dieter Bohlen und Stefan Raab, die in ihren Shows mit Lächerlichgemache und aggressiven Pöbeleien gegen die-da-oben oder gegen die-da-on-stage die Neid-Projektionen und Minderwertigkeitsgefühle eines scham- und geistlosen TV-Prekariats in bare Münze zu verwandeln wissen.

Nun wäre die meist situativ aufploppende Schadenfreude als spontanes “Empfindungsglück” ja eher ein Fall für die Psychopathologen als für die Glücksforscher, denn die haben sich in den letzten zweieinhalb Jahrtausenden sowohl auf psychologischer wie auch auf philosophischer Ebene eher mit den ‘bewussteren’ und beständigeren Formen des ”Erfüllungsglücks” beschäftigt.
Das Erfüllungsglück speist sich aus der ‘Transzendenz in der Immanenz’ (ein hübscher Ausdruck von Husserl) und wie’s ausschaut, haben sich die Menschen schon seit Urzeiten Vorstellungen von den anzustrebenen Horizonten, den höchstmöglichen Glückszuständen gemacht. Von welcher Art diese bei den Jungsteinzeitlern waren, können wir anhand ihrer Höhlenzeichnungen zumindest ahnen. Doch seit der Achsenzeit sind uns konkrete Inhalte philosophischer Reflexionen über das Glück zugänglich, etwa von Aristoteles, bei dem die Eudaimonia an die Einhaltung der Tugenden eines sinnvollen und erfüllten Leben gebunden war; Epikur, die Stoiker und die Buddhisten verstanden unter Glück hauptsächlich die Abwesenheit von Leid und geistiger Unruhe; in den monotheistischen Religionen wurde das Glück als Lohn für ein immanentes ‘gottgefälliges’ Leben gleich ganz ins Jenseits transzendiert.
Die antiken Glückshorizonte bildeten auch die Grundierung für philosophische Betrachtungen des Glücks in der Renaissance und später der Aufklärung, wobei sowohl Immanuel Kants kosmopolitisch grundierte Pflichtethik (wie etwa in seinen kategorischen Imperativen) als auch der von Jeremy Bentham begründete Utilitarismus nicht vorrangig auf individuelles Seelenheil, sondern auf gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt abzielten. Privates Glücksstreben war da kaum angesagt (Schopenhauer hielt ein solches gar für einen angeborenen Irrtum des Menschen), sondern als sittlich und moralisch gut galt bei den Aufklärungsphilosophen, so unterschiedlich sie auch sonst waren, das Streben nach einer höheren Entwicklungsstufe und die Ausbildung eines edlen Charakters. Die damit einhergehende Verachtung eines bourgoisen Hedonismus kann man bei John Stuart Mill heraushören: „Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr.“

Im Wesentlichen haben sich diese Konzepte als Zutaten für die Glücks-Empfehlungen in der europäischen Philosophie und Psychologie bis heute erhalten, etwa in der zeitgenössichen “Philosophie der Lebenskunst“, wie sie von Wilhelm Schmid und einigen anderen vertreten wird, begrifflich ein wenig aufgetakelt um eine „behutsame Hermeneutik des Selbst“ als kontinuierlichen Prozess persönlicher Arbeit (klingt zwar nach Modifikation, is aber letztlich auch ein genuin buddhistisches Konzept, das seinerzeit vermutlich schon über die alte Seidenstrasse und die Bibliothek von Alexandria in die hellenistische Philosophie importiert wurde).

Aber jenseits des Atlantiks wurde schon früh der Boden bereitet für eine Erweiterung des sozial konnotierten “Erfüllungsglücks”, denn das Streben nach Religions-, Meinungs- und Handlungsfreiheit der Flüchtlinge aus Europa verband eine utilitaristische und kommunitaristische Glücksmaximierung mit dem Recht auf eine wie-auch-immer geartete individuelle Selbstentfaltung inclusive Ausschüttung von Glückshormonen, wie sie etwa das Tragen und der Gebrauch von Schießeisen als “Empfindungsglück” mit sich bringt. Dieses Kombi-Glücksmodell hat sich der Amerikaner sogar als “persuit of happiness” in der Verfassung garantiert.
Möglicherweise ist deshalb die Glücksforschung in den USA stärker auf die Befindlichkeit des einzelnen Subjekts fokussiert und scheint sich in einem Gemenge aus empirischer Sozialpsychologie und Psychotherapie eingerichtet zu haben. Dazu dürften auch die Arbeiten des deutsch-amerikanischen Psychoanalytikers, Philosophen und Sozialpsychologen Erich Fromm beigetragen haben, dessen Bücher “Die Kunst des Liebens” und “Haben oder Sein” zuerst in den USA erschienen und dort sehr positiv rezipiert wurden, wodurch die US-Sozialforschung schon früh einen populärwissenschaftlichen Spin erhielt.

Mittlerweile geben viele Regierungen nach dem Vorbild Bhutans  Studien zur Erforschung ihres landeseigenen Brutto-Nationalglücks in Auftrag, immer unter dem positivistischen Aspekt, die Bedingungen für dessen (allgemeine) Vermehrung zu fördern. Sogar die UNO veröffentlichte 2012 erstmals einen Weltglücksbericht, dessen zentrales Ergebnis war, dass allgemeines Wirtschaftswachstum die Menschen nur dann glücklicher macht, wenn sie zuvor arm waren.
In den Staaten gibt es solche gesamtgesellschaftlichen Forschungen natürlich auch, aber die Glücksdiskussion wird dominiert von einer subjektorientierten Psycho-Beraterszene, zu deren bekanntesten frühen Protagonisten der US-Psychotherapeut M. Scott Peck zählt, der mit seinem 1978 erschienenen, leicht esoterisch angehauchtem Selbstfindungs-Klassiker „The Road Less Traveled“ (dt. “Der wunderbare Weg”) den wohl ersten worldwide Glücks-Bestseller geschrieben hat (wenn man von der Bibel mal absehen mag ;-)
Ging es bei Peck und seinen Nachfolgern noch um die psychische Balance in einem ‘inneren Zentrum’, so kam richtig Schwung in die Glücksmischerei, als Martin Seligman 1998 die Präsidentschaft der American Psychological Association (A.P.A.) übernahm. Er gab als Motto für diese größte Psychologenvereinigung der Welt aus, das Befinden des Menschen nicht mehr nur „von minus 5 auf null“ zu bringen, sondern „von null auf +5“. Seither untersucht eine überwiegend experimentell orientierte Psychologie, wie Gefühle und Erinnerungen auf die selbst-Beurteilung des eigenen Wohlbefinden einwirken und welche Urteilsprozesse dabei eine Rolle spielen.

Und hier kommt nun (endlich, liebe geduldige Leser) die kalifornische Glücksforscherin Sonja Lyubomirsky und, versprochen!, bald auch die Schadenfreude wieder mit ins Psycho-Spiel.

Sonja Lyubomirsky

So, bitteschön, sollte eine erfolgreiche Glücksratgeberin auch aussehen: Sonja Lyubomirsky

Die geborene Moskoviterin Lyubomirsky, 46, ist eine Hausnummer in ihrer Fraktion, spätestens seit sie sich 1999 mit ebendiesem Herrn Seligman, dem Flow-Experten Mihaly Csikszentmihalyi und einigen anderen Schwergewichten der akademischen Psychologie im mexikanischen Akumal zusammensetzte, um das “Manifest der Positiven Psychologie” auszuarbeiten. Dazu hat sie dann auch gleich mehrere Bestseller verfasst und konnte vor einigen Jahren mit “Glücklich sein” auch in Deutschland ein veritables Türmchen an den Buchhandelskassen aufbauen.
Von den in der Positiven Psychologie skizzierten Ansprüchen zu einer möglichen Optimierung der menschlichen Befindlichkeiten hat sich Lyubomirsky allerdings nach eigener Aussage verabschiedet und sie hält sogar den Begriff “positiv” im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Psychologie für überholt. “Ich bin überhaupt nicht interessiert an glücklichen Leuten. Mich interessiert, wie sich Glücksgefühle mit der Zeit verändern und mit welchen Strategien Glück gefördert werden kann.”, sagt sie.
Aber wo bitte, Frau Lyubomirsky, soll da nun eine wesentliche Differenz sein? Na, schaun wir mal, was sie dazu in ihrem neuen Buch “The Myths of Happiness” schreibt. Aber nur deswegen, weil vor kurzem sogar die ‘seriöse’ New York Times der schicken Lady mit den Glücksversprechen eine Titelstory mit der schönen Headline “The How and Why of Happy” gewidmet hat.

Zu den Mythen des Glücks zählen bei Frau Lyubomirsky vor allem falsche Erwartungen und irreale Zukunftsprojektionen, die uns oft zu schlechten Entscheidungen verleiten und unsere geistige Gesundheit beschädigen können. So glaubten Viele, denen es gerade nicht so besonders gut geht, dass sie glücklicher würden, wenn sie endlich den perfekten Job und die große romantische Liebe fänden, wenn alles rund läuft, so mit großem Eigenheim und einer wohlgeratenen Kinderschar. Aber wenn dann das Erreichen dieser Ziele  doch nicht das erwartete Glück beschert, denken sie, etwas mit ihnen selbst könne nicht stimmen oder sie wären die Einzigen, die sich so fühlen.
Andere fürchten sich vor Veränderungen, weil diese ins Unglück führen könnten, etwa nach einer Trennung den falschen oder gar keinen Partner mehr zu finden, Job und Geld zu verlieren oder sie haben Angst vor Krankheit und Älterwerden. Lyubomirsky meint, wenn wir überzeugt sind, dass Scheidung, Single-Dasein und Alter uns für immer unglücklich machen anstatt dass wir auch deren Chancen und ‘Belohnungen’ erkennen, werden wir in einer schlechten Beziehung stecken bleiben oder uns unnötigen kosmetischen Operationen unterziehen.
Aber ein amerikanisches Buch übers Glück wäre ja ohne Heilsversprechen kein Glücks-Buch und so empfiehlt die Autorin das Befolgen ihrer Ratschläge, wie man die “hedonistische Adaption” verlangsamen kann, mit Unglück fertig wird, sich neue Ziele setzt und dabei “wächst und blüht” – die Transformation von Krisensituationen in chancenreiche Übergänge zu einem glücklichen und erfüllten Leben.

Dazu müsse man aber auch die verborgeneren Wurzeln des Unglücklichseins ausgraben. Und so fanden die Wissenschaftlerin und ihr Team beispielsweise heraus, dass unglückliche Menschen sich häufig mit anderen vergleichen und ihre Stimmungen stark von diesen Vergleichsresultaten beeinflusst werden. Viele tendierten dazu, sich besser zu fühlen, wenn sie bei gestellten Aufgaben zwar selbst schlecht beurteilt wurden, aber gleichzeitig erfuhren, dass andere noch schlechter abgeschnitten hatten – und umgekehrt fühlten sie sich trotz Belobigungen schlecht, wenn andere noch besser waren.
Ein Experiment dazu ging so, dass je zwei Freiwillige (aus zwei Gruppen, die sich vorher selbst als “glücklich” bzw. “unglücklich” eingeschätzt hatten) vor einem imaginären Kinderpublikum nacheinander ein improvisiertes Spiel mit Handpuppen über den Wert von Freundschaft aufführten. Danach wurden die Puppenspieler gegeneinander beurteilt: “Du hast es großartig gemacht, aber dein Kollege war noch besser” und umgekehrt “Du hast es schlecht gemacht, aber dein Kollege war viel schlechter.”
Die Freiwilligen, die sich vor dem Spielversuch zu den Glücklichen gezählt hatten, kümmerte es wenig, wenn sie vermeintlich schlechter als der Kollege abschnitten und sie schüttelten das locker ab, während die vorher schon Unglücklichen das Urteil des Schlechter-Seins kaum ertragen konnten.
Frau Lyubomirsky schließt daraus, es sei offensichtlich, dass die Unglücklichen jene sardonische Maxime von Gore Vidal verinnerlicht hätten: “Für echtes Glück reicht es nicht, Erfolg zu haben. Die Freunde müssen scheitern.”
Frau Lyubomirsky glaubt, es gebe eine zunehmende Verbreitung dieser Einstellung in der US-amerikanischen Gesellschaft, was sich auch in der großen Bekanntheit des deutschen Begriffs Schadenfreude zeige, während gleichzeitig das Sich-Freuen über den Erfolg anderer abnehme.
Die Verbindung des Auslösers “Neid” (= negatives Selbstwertgefühl) mit dem Kompensator “Schadenfreude” (= positives Selbstwertgefühl) sei in diesen Experimenten klar erkennbar.
Aber das, Frau Lyubomirsky, hat ganz ohne Psycho-Experimente auch schon Platon gesagt.

(Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass man in den letzten Jahren viel Geld in der Neurowissenschaft verbraten hat, um die Gefühlszustände von Probanden im MRT-Hirnscan auszumessen. Rausgekommen ist dabei, dass bei Neidgefühlen das Schmerzzentrum flackert während bei gleich anschließender Schadenfreude das Belohnungszentrum aktiv wurde – q.e.d.)

Nun mag das zwar für die amerikanische Glücksforschung zu den neueren Erkenntnissen gehören; wir dagegen, liebe Leser & Freunde des unkorrekten Humors, haben die Schadenfreude als Glücksbringer ja schon entdeckt, als uns der gute Wilhelm Busch im Kinderbuch belehrte:

Der klugen Leute Ungeschick
stimmt uns besonders heiter;
man fühlt doch für den Augenblick
sich auch einmal gescheiter.

wf



happiness
Sonja Lyubomirsky
The Myths of Happiness
Gebundene Ausgabe, 320 Seiten. Englisch
Penguin Press (2013)
ISBN: 978-1594204371

 

Unter Menschen – ein bewegender Film über traumatisierte Versuchs-Schimpansen

„Stell dir vor, du erwachst in einer Kiste. Immerhin so hoch, dass du stehen kannst. Man behandelt dich gut: täglich bekommst du durch die Klappe dein Essen. Jahrzehnte vergehen. Dein Aufenthalt dient einem höheren Zweck. Aber das kannst du nicht wissen.”

unter-menschenNein, du armer Affe, das kannst du nicht wissen, dass du in einem anthropozentrischen Weltbild zu einem Objekt, zu einem Ding für respektlosen Gebrauch degradiert bist; dass der “höhere Zweck” dabei die Profitgier deiner Schergen ist und dass zur besseren wirtschaftlichen Verwertung sogar für die Manipulation deiner Gene Patente erteilt werden, eine besondere Art von ‘Anerkennungsurkunde’ für des Menschen sich selbst zugesprochener gottschöpferischen Höhe…

Schon in den 1980er Jahren hatte die berühmte Affenforscherin Jane Goodall gegen sadistische Tierversuche mit Menschenaffen protestiert, indem sie sich vor laufender Fernsehkamera in einen solchen Käfig hat einsperren lassen. Geholfen hat das damals wenig geschweige denn eine Änderung in der weltweiten Tierschutzgesetzgebung bewirkt.

Nun zeigt der bewegende Kinofilm “Unter Menschen” von Christian Rost & Claus Strigel das Schicksal einer Gruppe traumatisierter Versuchs-Schimpamsen, wobei die Autoren für ihre Geschichte tief in den Sumpf aus Tierhändlern, Pharmaindustrie und Regierungsstellen vorgedrungen sind.

Aus der Film-Info:

Am äußersten Ende Österreichs, direkt an der tschechischen Grenze befindet sich einer der besonderen Orte dieser Welt. Wie unter einem Brennglas treffen sich hier die moralischen Herausforderungen unserer Zivilisation: Schuld, Verantwortung und Wiedergutmachung. In einem verwilderten ehemaligen Safaripark, hermetisch von der übrigen Welt abgeschottet, leben 40 Schimpansen aus dem ehemaligen Versuchslabor des Pharmakonzerns Immuno. Infiziert mit HIV- und Hepatitisviren. Traumatisiert, verstört, hochaggressiv. Sie hassen Menschen und haben allen Grund dazu. Mit ihnen leben vier Pflegerinnen. Zwei davon waren schon im Versuchslabor als Betreuerinnen der Affen tätig.

[mehr lesen...]

Der Trailer zum Film:

Und hier dazu ein Gespräch mit den Filmemachern Claus Strigel und Christian Rost aus dem Magazin ”natur”:


wf

Neue Strassenverkehrsordnung berücksichtigt Minderheiten

schach-verkehrsschild - 1. April - © wf

© wf

Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit – Ein Versuch von Thomas Metzinger

“Wir fühlen, dass, selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort.”

Ludwig Wittgenstein

Dieses Wittgenstein-Zitat findet sich auch in Thomas Metzingers Essay über “Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit”, den er, wie er schreibt, “als eine Art Epilog zum Ego-Tunnel” verfasst hat, als ein “erläuterndes Nachwort, möglicherweise auch als Anfangspunkt für einen ganz neuen Gang der Überlegung”.
Mit diesem “neuen Gang der Überlegung” meint Metzinger wohl seine hier aufgeworfene Frage, ob es “ein modernes spirituelles Selbstverständnis geben kann, das den veränderten Bedingungen Rechnung trägt und mit dem (nicht nur für Philosophen wichtigen) Wunsch nach intellektueller Redlichkeit in Einklang zu bringen ist?”

Thomas Metzinger

Thomas Metzinger

Nun scheint mir das zwar ein wenig überschießend hinsichtlich der in seinem Buch “Der Ego-Tunnel” aufgestellten Thesen zu sein, über die ja hier ebenfalls schon kontrovers diskutiert wurde. Aber dieses leicht sprunghafte Weiter-Assoziieren ist eben auch typisch Marke Metzinger, der immer wieder die ethischen, kulturellen und sozialen Konsequenzen der zeitgenössischen “Philosophie des Geistes”, der Bewusstseinsforschung in Verbindung mit den Neuro-Wissenschaften und der Anthropologie, in den öffentlichen Diskurs stellt.
Und sich dabei nicht scheut, für eine interdisziplinäre Öffnung und für eine populärwissenschaftlich verständliche Präsentation seiner Forschungs- und Denkergebnisse einzustehen.
Konsequenterweise hält sich Metzinger also auch in diesem Essay von fachphilosophischer Terminologie und manchen damit verbundenen (Un-)Tiefen weitgehend zurück, auch wenn das manchem traditionell orientierten Philo-Kollegen ein Graus sein mag…
Dafür unterstützt er sein Gedankenspiel mit Referenz-Schnipseln von Kant, Wittgenstein, Friedrich Nietzsche, Karl Popper, Jiddu Krishnamurti und anderen, denen Metzinger Denk-Aspekte zu einer “säkularisierten Spiritualität” abgewinnen kann.

Metzingers Essays scheint mir durchaus lesenswert, vielleicht auch geeignet für einen fortgeschritteneren Ethikunterricht oder Diskussionsrunden in “Philosophischen Cafés”, weshalb ich euch diesen knapp 40-seitigen Text hier gern komplett in einem scrollbaren IFrame präsentiere (nach Link-Hinweis von Björn Eriksson, danke!).

Und ich find’s prima, dass Metzinger mit der Open Acces – Veröffentlichung dieses Essays auch in der Diskussion um Urheber- und Leistungsschutzrechte ein positives Zeichen setzt, denn er hat den Text unter der Creative Commons Attribution – NonCommercial – NoDerivs 3.0 Germany License lizensiert – die Weiterverbreitung ist also problemlos möglich (ein druckfähiges PDF findet ihr unter dem Frame).

Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit – Ein Versuch von Thomas Metzinger

PDF ausdrucken


Thomas Metzinger hat diesen Essay auch in die Form eines Vortrags umgearbeitet, den er am Philosophischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als Grundlage für eine Diskussion gehalten hat. Wer lieber hören mag als lesen, sei also hiermit bedient (insgesamt 6 Teile):

wf

Mehr Philosophie in den Schulen!

In der Schweiz scheint man da schon etwas weiter zu sein als in Deutschland – jedenfalls zeigen Elena und Mathias von der Fachmittelschule Heerbrugg hier im “Sternstunden”-Gespräch mit Hans-Johann Glock ein qualifiziertes Interesse an Wittgensteins Denken:

wf

Warum ist nicht nichts?

Könnt ihr euch erinnern, wann ihr zum ersten Mal euch selber, euren Eltern, dem großen Bruder oder dem verdutzten Lehrer diese Frage gestellt habt? Wenn man mit dem Nachdenken über das SEIN beginnt führt das ja zwangsläufig zum NICHTS. Um das zirkuläre Paradoxon daran zu erkennen, muss man aber weder Heidegger verstanden noch über Schrödingers tote Katze sinniert haben, sondern sich einfach klar machen, dass diese vielleicht abgründigste aller metaphysischen Fragen nur von einem denkenden Wesen gestellt werden kann, dessen Gehirn sich nach ein wenig Quantenfluktuations-Hokuspokus aus dem Chemiebaukasten des Sternenstaubs zusammengesetzt hat, dass es also ohne ein Seins-bedingtes Denken gar keine Idee von NICHTS geben kann.
Das erkannte schon der Vorsokratiker Parmenides und meinte, es sei unmöglich, über das Nichtseiende zu sprechen, da im selben Moment, als man von diesem etwas aussagt, dessen Sein wieder vorausgesetzt wird. Weil Denken mit Sein äquivalent sei, könne man über das Nichts demnach auch nicht nachdenken.
Doch mit dieser Schlussfolgerung irrte Parmenides, denn von nun an ging, ihr ahnt es wohl, die Diskussion über das Nichts in der Philosophiegeschichte erst richtig los.

Zum 200. Sendejubiläum der Reihe alpha-Centauri ließ der BR auch seinen Physiklehrer der Nation, Harald Lesch, mal ein viertel Stündchen über dieses Thema räsonieren – ein hübscher Streifzug durch das NICHTS-Denken von Parmenides, Leibniz, Kant und Vincent van Gogh bis zur Quantenmechanik und der Kosmologie, denn die sind für Lesch bekanntlich die Fortsetzung der Philosophie mit anderen Mitteln. Und so resümiert er denn auch: “Die Naturgesetze im Universum sind unbedingte Voraussetzung dafür, dass ein Lebewesen überhaupt die Frage stellen kann: Warum ist nicht nichts?”

 


brian greeneWer nun Lust bekommen hat, sich mit diesem Thema ein wenig eingehender zu beschäftigen, dem möchte ich eins meiner Lieblings-Astrophysikbücher ans Herz legen: “Der Stoff aus dem der Kosmos ist” von Brian Greene. Statt aber dessen Inhalt hier zusammenzufassen, empfehle ich für einen ersten Eindruck das höchst lesenswerte Interview des SPIEGEL mit dem Autor aus dem Jahr 2004.

Brian Greene: Der Stoff, aus dem der Kosmos ist
Raum, Zeit und die Beschaffenheit der Wirklichkeit
Goldmann TB, 640 Seiten – ISBN-13: 978-3442154876

* natürlich auch bei der Buchhändlerin Ihres Vertrauens erhältlich:

 

wf

Zum Tod von Stéphane Hessel

Sein gelebtes Leben verlieh ihm die glaubwürdige Autorität, dass  Millionen ihm zuhörten, ihn lasen und seine kleine, globalisierungskritische Streitschrift “Empört Euch!” vor zwei Jahren zu einem überraschenden weltweiten Bestseller machten. Denn der 1917 in Berlin geborene französische Autor und Diplomat  Stéphane Hessel hatte das Konzentrationslager Buchenwald überlebt, in der Résistance gekämpft und nach dem Krieg an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mitgearbeitet, so dass nicht das geringste Geschmäckle eines zeitgeistanbiedernden Wutschwätzertums an seinem Protestaufruf haftete.

Stephane Hessel

Stephane Hessel

Wenn Hessel zur politischen Eigenverantwortlichkeit aufrief, ging es ihm dabei auch um eine existenzialistische Grundhaltung des engagierten Citoyen, um die essenzielle Eigenschaft des Menschen, durch selbstermächtigte Handlungen seinen Lebens-Sinn selbst zu entwickeln und sich den nicht in einer Haltung der Indifferenz von ‘undurchschaubaren Mächten’ aufoktruieren zu lassen.

Damit traf er vor allem den Nerv der damals gerade aufkeimenden Occupy-Bewegung, die sein “Empört Euch!” zum Mantra gegen die kapitalistische Finanzwirtschaft erhob – auch wenn es (bisher) für die große weltumspannende Revolution nicht reichte…

Vor zwei Jahren sendete das TV-Kulturmagazin “TTT” ein kurzes, aber aufschlussreiches Portrait über Stéphane Hessel, der gestern Nacht mit 95 Jahren in Paris gestorben ist.

wf

Wenn ein Sandmann eine Schneefrau liebt…

Ein bezaubernder stop-motion Animationsfilm von Kirsten Lepore über die Liebe zwischen zwei Elementarwesen, die ein Ozean trennt. Werden sie zusammenkommen?

wf

Ein kleiner Exkurs in die opaken Untiefen des Ironismus

Es gehört ja schon lang zur feuilletonistischen Folklore, dass die ironische Brechung von Zeichen, Texten und Tönen etablierter Kulturformen ein Hauptmerkmal der sog. Postmoderne sei. Und weil Folklore auch von ihren Helden lebt, feiert man die Ironiker gern als kulturphilosophische Dekonstrukteure des Falschen, Hässlichen & Schlechten.
Nun sind die Ironiker allerdings eine weitverzweigte Familie mit recht unterschiedlichen Talenten und Qualitäten, und nicht alle erfüllen bei ihrem Tun die Hoffnung auf eine Verfeinerung der Deutungs-Verhältnisse. Und eher sinds die Grobschlächtigeren, die zum Helden taugen, die sich vor einem größeren Publikum als Brachial-Dekonstrukteure hochjazzen und somit gleichzeitig in der kulturindustriellen Monetarisierungsmaschine verwerten lassen.
Ein Beispiel dafür wurde nun von einem Herrn Kramm aus Düsseldorf gegeben, im real live des show-bizz besser bekannt als Heino. Der Mann hat sich auf Anraten seiner medialen Spin-Doctors im Repertoire etlicher Musikerkollegen aus Pop und Rock bedient, um scheinbar einen Rachefeldzug gegen all die anzuzetteln, die sein bisheriges Schaffen als unterkomplex und volkstümlich belächelt und ihm die Anerkennung eines Ranges auf Augenhöhe verweigert hatten. Und brrretterrrt nun mit seinen Interpretationen über die vermeintlichen Qualitätsunterschiede zwischen volkstümlichem Schlager und Deutsch-Pop/Rock hinweg, so dass dessen pathetisch-kitschiger Kern blank liegt und kaum eine Niveaudifferenz mehr auszumachen ist.
HeinoAuf dem Cover dieses neuen Albums “Mit freundlichen Grüßen” schnellt die offenbar noch mit einiger Schlagkraft ausgestattete Faust des 74-jährigen mit fettem Totenkopf-Fingerring ins Auge des Betrachters und scheint so in Verbindung mit dem Titel einen unübersehbaren Ironie-Marker abzugeben – fürwahr, alles Insignien eines postmodernen Helden, eines Vorreiters der Senioren-Emanzipation.
Aus allen Ecken ertönt nun das Hohelied der Heldenstilisierung, was sich im Folklore-Fachblatt ZEIT online so anhört: “Perfekt beherrscht er das ironische Zitat eines ironischen Zitats und wird damit zum Held der ironischen Zitäter. Heino ist nun Teil einer Jugendbewegung, und sei sie nur saisonal und hieße Polonaise! Denn auch das wäre natürlich bloß Ausdruck der Subversion gegen unsere wohlgelaunte Wellness-Kultur.”
Nun, das ist ja ganz hübsch ironisch weitergesponnen, liebe Rabea Weihser, aber ist das nicht doch zuviel der Ehre für den Barden der schwarz-braunen Haselnuss? Kann einer ein Ironiker genannt werden, der mit Ironie-Zeichen nur so um sich schleudert? Denn es ist wohl eher so, wie ein kluger Autor mal bemerkt hat, “dass die Verwendung von Ironiezeichen dem Ironischen gerade die Ironie entzieht, die ja darin liegt, die wahre Bedeutung der Aussage offen zu lassen. Das Ironiezeichen löst die Dissonanz zwischen Aussage und Bedeutung vorzeitig auf und verdirbt dadurch den spöttelnden Aspekt.”
Und schließlich dekonstruiert der Mann die Möchte-gern-Ironie seines Dekonstruktionsversuchs auch noch selber: “Dass Künstler aus etwas Ernstem etwas Lustiges machen, das kennt man zur Genüge. Ich aber mache aus etwas Lustigem etwas Ernsthaftes. Und das hat eine neue Dimension, das kommt gut an.” (im SZ-Interview vom 6.2.)

Oder irre ich mich und es ist gerade dieses letzte, der Rückwärtssalto ins Bodenständige, die Erscheinungsform des wahren Geistes von Heinos Ironie? Schließlich raunte schon Thomas Mann, wahre Ironie bedeute durchaus nicht Spott oder Hohn, sondern sie sei ein “heiter das Ganze umfassender Blick”, die Haltung einer “von keinem Moralismus getrübten Sachlichkeit”, ja das Prinzip der künstlerischen Objektivität überhaupt. (Thomas Mann, Gesammelte Werke in zwölf Bänden (1960), X, S.353)

Vielleich mag seine wahre Geisteshaltung ja für immer Herr Kramms Geheimnis bleiben, aber immerhin haben wir von ihm und seinen Spin-Doctors einiges gelernt darüber, wie man in der heutigen Ökonomie der Aufmerksamkeit sein Schärflein sichern kann. Und wie unsere ästhetischen Vorlieben und Ressentiments stärker von einer gesamtgesellschaftlichen Stil-Rezeption geprägt werden als uns in unserem ganzen Stolz als frei urteilende Subjekte lieb sein mag.

Aber einen bisher offenbar übersehenen Kandidaten für eine Retour-Persiflage wollen wir dem Herrn Kramm doch zum Schluss dieses Beitrags zum immerwährenden Fasching im deutschen Unterhaltungs-Business noch empfehlen, zumal jener Künstler-Kollege im folgendem Enthüllungs-Video einen schrecklichen Verdacht über den wahren ontologischen Status des Barden Heino in die Welt gesetzt hat:

 

wf

Newtons Äpfel: Des Rätsels Lösung

Arg schwierig war unser Neujahrsrätsel ja auch diesmal wieder nicht, weil es ohne mathematische “Tricks” rein logisch lösbar war – und so hatten denn auch gut 90% der Mitspieler die richtige Antwort zugesandt.

Newton unterm ApfelbaumFolgendes hat sich also an jenem Nachmittag in Newtons Garten zugetragen:
Es liegen anfangs 30 Äpfel auf dem Boden, von denen Kind 1 die Hälfte einsammelt und einen isst, bleiben also 14. Kind 2 steckt davon die Hälfte ein und sich danach noch einen in den Mund, bleiben 6 Äpfel. Kind 3 wieder die Hälfte ins Sackerl und einen für’n Hunger, bleiben zwei. Nachdem Kind 4 davon die Hälfte eingesteckt und einen gegessen hat, sind se alle weg.
Am leichtesten kommt man auf die Lösung, indem man den Ablauf auf den Kopf stellt und so diesen einfachen ‘rückläufigen’ Algorithmus findet:
0 | +1 | x2 | +1 | x2 | +1 | x2 | +1 | x2 | =30

Wie immer hat die kleine Glücksfee aus der Nachbarschaft die 5 Gewinner aus dem Zettelpackerl gezogen, die da wären:
Andre Gosselink (Bochum), Josef Hart (Weilheim), Manu Korber (Berlin), Juerg Zimmermann (Reinach, CH) und Monika Hoppe (bitte Adresse zumailen!). Die Musik-CDs werden in den nächsten Tagen zugesandt.

Wer sich übrigens selber eine kleine, hierher passende Rätselstory ausdenken und mir zusenden mag, der erhält im Falle einer Veröffentlichung ebenfalls eine ‘fette’ CD-Belohnung und wird natürlich auch als Gastautor ‘verewigt’ ;-)

wf

Musikalischer Widerstand gegen die Islamisten in Mali

Fatoumata Diawara organisiert Solidaritätsaktion malischer Musiker

Zu den Dingen, die der Islamist als “gottlos” verabscheut und demzufolge überall dort verbietet, wo er ungehindert metzeln kann, gehört die Musik; noch weniger kann er’s leiden, wenn deren Texte gegen ihn und die Herrschaft der Scharia gerichtet sind. Und das ist so bei dem Gemeinschaftssong “Mali-Ko”, der auf Initiative der malischen Sängerin und Friedens-Aktivistin Fatoumata Diawara (die ja hier schon vorgestellt wurde) von mehr als 40 Musikern und Musikgruppen aus Mali in einem dortigen Studio eingespielt wurde, um an die Einigkeit und Solidarität ihrer verschiedenen Stämme und Bevölkerungsgruppen zu appellieren und klare Kante gegen die islamistischen Fanatiker zu zeigen – nicht ganz ungefährlich für die Künstler, sollten die Gotteskrieger zurückkommen…
Jedenfalls kann man den Verdacht, es handle sich hierbei nur um eine Publicity-Aktion zum Benefit der Beteiligten, getrost stecken lassen, denn die Musiker in Mali sehen sich seit je her auch in der Rolle der sozialen und politischen Aufklärer und ‘Story-Teller’. Zudem gehen die Einnahmen aus dem Song direkt an die malischen Kriegsflüchtlinge.
Details zur Produktion und den Mitwirkenden findet ihr bei Popkontext.

“Mali-Ko” (auf Englisch untertitelt)

wf