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Neujahrsrätsel 23: Omas Adventskerzen

Adventskranz

Ein sparsamer Umgang mit wertvollen Ressourcen ist nicht nur ein Gebot der Stunde, auch früher schon waren Recycling und die nachhaltige Nutzung von Produkten notwendig und sinnvoll. So ließen etwa die Frauen, die in den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren die Hauptsorge für das Überleben ihrer Familien trugen, keine Verschwendung zu und wurden notgedrungen zu einfallsreichen Improvisateurinnen.

AdventskranzSo eine Frau war auch meine Oma (die ihr ja schon von der Sternschnuppen-Geschichte kennt), die beispielsweise niemals einen Adventskranz gekauft hat, sondern aus selbst gesammmelten Zweigerln, Zapfen und Moos mit geschickten Händen hübsche Kränze flocht. Und dafür kaufte sie auch keine fertigen Adventskerzen, sondern goss diese selbst in einem abgesägten Metallrohr.
Anfangs stellte sie damit 4 Kerzen her, die mit jeweils 100 Gramm Wachs eine Brenndauer von jeweils 4 Stunden hatten. Da die Kerzen an den 4 Adventsonntagen immer nur für 1 Stunde angezündet wurden, reichte das nicht nur aus, sondern es blieben am Ende drei nur teilweise abgebrannte Kerzenstumpen übrig, weil am 1. Sonntag ja nur eine, am 2. Sonntag zwei Kerzen usw. entzündet wurden. Das erschien meiner Oma aber zu verschwenderisch und so begann sie, alle vier Kerzen an jedem Adventssonntagabend wieder einzuschmelzen. Aus dem eingeschmolzenen Kerzenwachs stellte sie erneut vier gleich große Kerzen für den nächsten Adventssonntag her. Die Dicke der vier Kerzen blieb dabei durch das Metallröhrchen gleich, nur ihre Höhe schrumpfte von Sonntag zu Sonntag. Dank dieser Sparsamkeit musste meine Oma zu Adventsbeginn nur so viel Wachs besorgen, dass an jedem Adventsonntag die Kerzenbeleuchtung stimmte und am vierten Adventabend alle Kerzen vollständig abgebrannt waren.

Frage für eure Rätselrunde: Wie viel Gramm Wachs verbrauchte meine Oma für die 4 Kerzen?

Das ist diesmal kein Gewinnrätsel, sondern zu eurem Amusement in trauter Rätselrunde gedacht; deshalb dürft ihr eure Lösungsvorschläge auch ab 2. Januar hier in den Kommentaren posten…
Viel Vergnügen bei dieser kleinen Logelei und allen Leser*innen ein gutes, geistreiches Neues Jahr!

wf

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3 Gedanken zu „Neujahrsrätsel 23: Omas Adventskerzen“

  1. Omas selbstgegossenen 100-g-Kerzen brennen vier Stunden lang, verbrennen also jeweils 25 Gramm Wachs pro Stunde. An den vier Adventssonntagen brennen 1+2+3+4=10 Kerzen jeweils eine Stunde, vernichten also zusammen 250 Gramm Wachs.
    Berechnet der Geisteswissenschaftler und Amateurmathematiker und hofft, dass er jetzt nicht in eine Falle getappt ist.

    Der Ex-Bastelfreak weiß aber auch: A bisserl Verlust haste beim Aufarbeiten immer – sprich beim Einschmelzen und Wiederaufbereiten der Kerzen wird einiges an Material verloren gehen und eine Menge Energie buchstäblich verheizt werden; Und man verschleißt unverhältnismäßig viel „Dochtmaterial“ (weil ja die „Schnuppen“ immer wieder gesäubert werden müssen und immer wieder auf die gleiche Länge gekürzt wird oder man komplett neue Schnüre braucht). Die Rechnung der vermeintlich sparsamen Großmutter geht also nur hinsichtlich der Wachsmenge auf; bei Energie und den übrigen Materialien legt man drauf – von der wöchentlichen Sisyphusarbeit ganz zu schweigen. Aber der Oma macht’s hoffentlich Spaß.

    Die elegantere Lösung bestünde vielleicht darin, vier verschieden lange Kerzen (25, 50, 75 und 100 Gramm) herzustellen – ökonomisch und ökologisch vorteilhaft. Ob das aber stilistisch zum selbstgeflochtenen Adventskranz und zum Traditionsbewusstsein besagter Oma passt, ist eine andere Frage. Die kindliche Freude des erfolgreichen Bastlers wiegt möglicherweise ein paar verschwendete Kalorien und einige Zentimeter Kerzendocht auf.
    Hier trifft eben  reine Wissenschaft auf simple und doch so komplizierte Lebenswirklichkeit, relativiert das Rechnen die Mathematik …

    Dir, lieber Werner, und Euch, liebe Philosophierätselfreunde, ein glückliches neues Jahr (in dem die Vernunft hoffentlich wieder ein wenig an Boden gewinnt)!

    1. Wir können die Lösung von Wolfhart Berger bestätigen. An Silvester haben wir uns das nette Rätsel zuhaus im Familienkreis vorgeknöpft und recht schnell kam unsere 11-jährige Tochter auf diesen Lösungsweg: Die 1. Kerze brennt insgesamt 4 Stunden, die 2. 3 Stunden, die 3. 2 Stunden und die letzte nur 1 Stunde, macht zusammen 10 Stunden Brenndauer. Für 4 Stunden werden 100 gr Wachs verbraucht, macht bei 10 Std. also insgesamt 250 gr.
      Zum Einschmelzen muss man übrigens keine Extra-Energie aufwenden, wenn man das Wachs in einem Tiegel auf einem ohnehin betriebenen Heizkörper erhitzt ;-)

  2. Sauber gelöst, Wolfhart und Manu, und Danke auch für eure Praxis-Tipps zur Kerzengiesserei ;-)
    Freut mich auch immer, wenn die hiesigen Logeleien ihren Weg zu Kindern & Jugendlichen finden; der pädogogische Impetus ist ja hier einer der Verfertigungsgründe :-)

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