“Pro Reli” klar gescheitert

Wie die ARD soeben in den Hauptnachrichten meldete, ist der Volksentscheid zur Einführung eines Wahlpflichtfachs Religion/Ethik in Berlin gescheitert.
Bei dem Volksentscheid der Initiative “Pro Reli” wurde darüber abgestimmt, ob Religion neben Ethik den Status eines Wahlpflichtfachs erhält. Derzeit ist Ethik ein Pflichtfach, Religion ein freiwilliges Zusatzangebot. Die Mehrheit der Abstimmenden habe gegen die Initiative “Pro Reli” gestimmt.

Immerhin ein kleiner Erfolg für den Geist der Aufklärung, dass  Ethik als Pflichtfach wenigstens in  Berlin eine Grundlage zur Wertediskussion für Oberschüler aller Weltanschauungen garantiert und dass dieser Schritt zur klareren Trennung von Staat und Kirche nicht zurückgenommen wurde.  Und flugs titelte die taz in ihrer unüberbietbaren Süffisanz: “Unglaubliche Schlappe für Gott”.

wf / rbb

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Ich bin zwar kein Berliner, bin über den Ausgang dieses Volksentscheids aber sehr erleichtert:

http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/04/26/volksentscheid/

Godwi

Ich bin auch kein Berliner…
Und ich weiß auch nicht, an welche Form von Religionsunterricht dort gedacht wurde. Prinzipiell möchte ich aber zu bedenken geben, dass Religionsunterricht sinnvoll ist — die abendländische Kulturgeschichte ist nicht zu verstehen ohne Kenntnis des Christentums. Oder wie es im Proseminar Literaturwissenschaft I hieß: “Sie können nicht Brecht verstehen, ohne die Bibel gelesen zu haben”. Ich habe den Eindruck, dass allzu oft der Religionsunterricht gesehen wird als Möglichkeit der versteckten oder offenen Indoktrination. Das entspricht aber nicht dem, wie die allermeisten Religionslehrer selbst ihre Aufgabe sehen. Der Religionsunterricht ist (idealerweise) kein Unterricht im Glauben (=normativ), sondern darin, was geglaubt wird und welche Wirkungen das hatte und hat (=deskriptiv).

Ich meine, so kann man an die Sache auch herangehen:

http://www.christen-pro-ethik.de/#top
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