Altruismus in der buddhistischen Philosophie

Von der gutgemeinten Sendereihe ARTE PHILOSOPHIE bin ich nicht sonderlich angetan, weil, kurz gesagt, die dort betriebene Mischung von begriffsanalytischen und hermeneutischen Deutungsversuchen der jeweiligen Themen meistens in metaphysisch-spekulatives Geplapper mündet. Dem lässt sich allerdings zugute halten, dass Moderator Raphaël Enthoven und seine jeweiligen Gäste selbiges nicht immer mit allzu seminaristischem Ernst betreiben, sondern bei ihren dialektischen Umkreisungen auch leicht mal durch die Luke der (selbst-)ironischen Perspektive blinzeln.

Dass ich hier grad heut wieder mal auf die Reihe zu sprechen komm, liegt daran, dass nun statt einer der Wiederholungen ein ‘frisch’ produzierter Beitrag zum Thema “Altruismus” gesendet wurde, der ganz gut zum hiesigen Essay “Schopenhauers buddhistische Roots” passt. Zu Gast war nämlich der in Frankreich sehr bekannte buddhistische Mönch Matthieu Ricard, der als Fotograf und Autor im Himalaya lebt und arbeitet. Seit 2000 gehört er außerdem dem Mind and Life Institute an, das Begegnungen zwischen Wissenschaftlern und Buddhisten fördert. Zudem wirkt er an den Forschungsprogrammen der Universitäten von Madison-Wisconsin, Princeton, Berkeley und Zürich zur Untersuchung der Langzeitwirkung von geistigem Training auf die Hirnfunktionen mit.

wf/ Arte Philosophie

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Im Buddhismus ist ein Handeln, dass sowohl die eigenen, als auch die fremden Interessen berücksichtigt eine logische Konsequenz aus einer gedachten Einheit der Wirklichkeit. Diese Philosophie halte ich sowohl für praktisch als auch für schön. Wenn man sich selbst als holistischen Teil eines holistischen Ganzen betrachtet, dann ist es logisch, dass man dem anderen Leben den gleichen Wert einräumt wie dem eigenen, denn alles wird als ein transpersonales Ganzes gedacht. Hierzu habe ich einmal einen schönen Vortrag bei einem Zen-Retreat im Eisenbuch-Kloster. Ob man das ganze nun als metaphysische Wahrheit deutet oder bloß als einen schönen Gedanken betrachtet, erscheint mir dann letzendlich auch unbedeutend, denn die Ausrichtung an diesem Gedanken steigert die Qualität des eigenen Lebens.