Texterl zum Tage

Wenn auch Kulturen Bewegungen oder Prozesse in einer driftenden Natur sind, dann können sie sich nur erhalten, indem sie ständig ein Veränderungspotential in sich selbst lebendig halten, d.h. ihre interne agonale Komplexität nicht unter ein gewisses Limit drücken.

Michael Hampe




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Her mit euren Weihnachts-Buchtipps!

Wenn die Buchbranche jammert, dass sie immer weniger Käufer*innen findet, obwohl sie doch alljährlich immer mehr Bücher in den Markt drückt (und so zu dessen unübersichtlicher Vermüllung beiträgt), hat sie auch gehörig selber Schuld daran. Denn die alten Verkaufsargumente ziehen nicht mehr so recht: die (vermeintliche) Qualitäts-Selektion ihres Angebots, das pralle Bücherregal als Ausweis bildungsbürgerlicher Upper Class, die haptische Sinnlichkeit beim Papierlesen – geschenkt. Dabei gibt es doch ein unwiderstehliches Argument für ein gut bestücktes Bücherregal, das ich erstaunlicherweise in den Buchwerbekampagnen noch nie gehört hab: Es ist das vom Glück der Serendipität, also jenes Zufallsmoments, in dem man Dinge und Gedankenverbindungen entdeckt, nach denen man eigentlich gar nicht gesucht hat.
Es ist ein probates Mittel gegen allfällige Bröseligkeit im Hirn: Stell dich vor dein Bücherregal, lass deinen Blick achtsam, aber ohne konkretes Ziel, über die Buchrücken gleiten und hake dein meditatives Erinnerungsnetz jeweils dort ein, wo es dir eine schon früher einmal gemachte fette Beute anzeigt. Et voilà! Deine Gedanken beginnen zu zappeln, begierig auf baldige Zubereitung des Fangs, mit frischer Inspiration neu zusammengestellt und erweitert mit deiner mittlerweile gewachsenen Welterfahrung.

Das funktioniert natürlich umso besser, je gehaltvoller und vielfältiger die Buchauswahl, und dafür wiederum sind Empfehlungen, die das Brauchbare vom Müll trennen, fast unentbehrlich. 
Wenn ihr also, liebe Leser*innen, dieses Jahr das eine oder andere gute Buch gelesen habt, das ihr gern auch für die Bestückung anderer Regale weiterempfehlen möchtet, dann bitte ran an die Tastatur, ne Kurz-Rezi verfassen und dabei – wenn möglich – nicht nur ein gefühliges Like antackern, sondern auch a bisserl was zum Inhalt, Form & Stil, zu Autor*in und zu den Gründen für euer Wohlgefallen mitteilen (was natürlich Kritik an Details nicht ausschließt).  Und auch wer’s mit dem Weihnachts-Konsumismus nicht so hat, sucht ja vielleicht gerade deshalb was Geistreiches für untern Baum seiner Freunde und Lieben und lässt sich bei der Auswahl eventuell von interessanten Buchtipps inspirieren.

Willkommen sind (bisher noch unveröffentlichte) Buchempfehlungen aus allen Genres, aber im Sinne dieses Blogs bevorzugt zu Philosophie, Psychologie, Kognitions-, Kultur- und Sozialwissenschaften oder auch guter Lyrik. Nicht willkommen sind Klappen- und Gefälligkeitstexte von irgendwelchen Verlagsmitarbeitern zur Eigenproduktwerbung oder mehr oder weniger verkappte ‘Freundschaftsdienste’…

Schickt eure Kurz-Rezis bitte per e-mail an die Redaktion (bis spätestens zweite Dezemberwoche), ihr erhaltet umgehend Rückmeldung. Zur ‘Belohnung’ werdet ihr bei Veröffentlichung auf Wunsch in unser Gastautorenensemble aufgenommen und erhaltet einen Link auf euer eigenes Projekt. Dazu könnt ihr euch ne Musik-CD aus unsrem Musikverlagsantiquariat aussuchen, quasi als eure Eigenbescherung für untern Baum ;-)

wf

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