Erich-Fromm-Preis für Noam Chomsky

„Die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können… “ (Noam Chomsky)

Nun hat der mittlerweile 81-jährige Linguist und Philosoph Noam Chomsky, der immer noch zu den umstrittensten und wirkmächtigsten US-Intellektuellen zählt, den Erich-Fromm-Preis erhalten, der seit 1995 jährlich von der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft an Personen verliehen wird, „die mit ihrem wissenschaftlichen, sozialen, gesellschaftspolitischen oder journalistischen Engagement Hervorragendes für den Erhalt oder die Wiedergewinnung humanistischen Denkens und Handelns im Sinne Erich Fromms geleistet haben bzw. leisten“.

Noam ChomskyFür mich und manch andere Linguistikstudenten war Chomsky Ende der 70er mit seinen neocartesianischen Ansätzen der Generativen Transformationsgrammatik nicht nur das immer wieder diskutierte enfant terrible der Sprachphilosophenzunft, sondern mehr noch der bewunderte politische Querkopf, der mit seiner kritischen Haltung gegenüber dem politischen Establishment und ihren medialen Wasserträgern gut zu unseren ‘Heroes’ Adorno, Marcuse & Co. passte.

Die Jury begründet ihre Auszeichnung an Chomsky,  der in den 1990er Jahren als Vordenker der  Globalisierungskritik auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde: “Er spricht eine Sprache der Vernunft, die den Mächtigen und Meinungsbildnern ins Gewissen zu reden imstande ist und die Ohnmächtigen und kritisch Denkenden hoffen lässt.”

Anlässlich der Preisverleihung am 24. März 2010 in Stuttgart haben Ulrike Haak und Matthias Krag den pragmatisch engagierten Philosophen zum Gespräch getroffen, das ihr auszugsweise als Script und komplett als Videomitschnitt hier bei 3sat findet.

wf

 

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