Texterl zu ‘Heimat’

Heimat ist immer der Inbegriff des Verlorenen. Es lohnt sich von ihr nur als von einem Mangel zu sprechen, und am besten verstehen sich die Menschen, wenn sie sich alle als Heimatvertriebene anerkennen, davongejagt aus den künstlichen Paradiesen ihrer gehissten Ideale und deklarierten Werte.

Roger Willemsen


Instrumentalmeditation
Johannes Enders– Saxophon
Achim „Wotan“ Juhl – Bass
Werner Friebel – Gitarre, ©

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Sommerrätsel 2018: 4 Philosophen auf der Hängebrücke

Der Philosophie-Publizist Wolfram Eilenberger schildert in seinem Bestseller “Zeit der Zauberer“, der in der Zeit von 1919 bis 1929  spielt, Leben und Werk der seiner Meinung nach wichtigsten deutschsprachigen Philosophen des 20. Jahrhunderts, nämlich Walter Benjamin, Ludwig Wittgenstein, Martin Heidegger und Ernst Cassirer.

Das Buch ist flott und unterhaltsam geschrieben, erinnert im Stil mehr an Doku-Fiction als an seriöse Biographen-Arbeit, und auch der Titel suggeriert mit der verkaufsfördernden Assoziation zum Genie-Kult, dass man hier schier Unglaubliches zu sehen bekäme. Klar, ist nur metaphorisch zu verstehen, denn auch wenn Philosophen gelegentlich Erstaunliches aus ihrem Hut herausziehen, ist das Zeigen dieser ‘Zaubertricks’ nur nach oft langem Graben und Exerzieren im philosophischen Manövergelände möglich. Das wird von Eilenberger nur teilweise ausgeleuchtet (sonst wärs ja kaum ein Bestseller geworden) und auch in einem der letzten Kapitel berichtet Eilenberger eher im Stil eines Society-Reporters über die berühmt-berüchtigte Davoser Disputation zwischen Heidegger und Cassirer im März 1929 im Kurhotel von Davos, auf jenem “Zauberberg”, der von Thomas Mann bereits 1924 in seinem ebenso betitelten Roman beschrieben wurde und der nur mit einer Schmalspurbahn erreichbar war.

Waren von Eilenbergers ‘Großen Vier’ nur Heidegger und Cassirer damals in Davos? Laut offizieller Geschichtsschreibung ja, doch wir können aufgrund glücklicher informeller Umstände Eilenbergers Doku-Fiction noch toppen: denn es gibt da dieses Gerücht, dass auch Benjamin und Wittgenstein angereist waren und sich incognito als Zuhörer ins Publikum gemischt hatten. Und dass sich alle vier in der Nacht vor Beginn dieses Philosophiekongresses zu einem Geheimtreffen verabredet hatten, in einer abseits gelegenen Berghütte, die nur über eine alte Hängebrücke von der Zughaltestelle eines kleinen Gebirgsdorfes aus erreichbar war.
Dort diskutierten sie, wie den Tagebuchnotizen des damaligen Hüttenwirts zu entnehmen ist (dessen Enkelin uns exclusiv eine Kopie davon zugespielt hat), über Querbezüge, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in ihrem sprachphilosophischen Ansatz, bis Cassirer die Runde unterbrach: “Entschuldigung, meine Herren. Wir müssen hier abbrechen, denn in einer Stunde geht der Frühzug nach Davos, den wir erreichen müssen, um rechtzeitig zur Eröffnung der Tagung im Hotel zu sein. Lassen Sie uns unverzüglich aufbrechen!”

Ein Problem dabei war: Sie hatten nur noch genau 60 Minuten Zeit für den Rückweg über die wackelige und marode Hängebrücke, die nur höchstens zwei Personen gleichzeitig tragen konnte. Und weil es noch dunkel war, durften sie sich nur mit Taschenlampe auf die Brücke wagen – doch der Hüttenwirt konnte ihnen nur eine einzige Lampe zur Verfügung stellen!
Das zweite Problem: Die vier Philosophen waren unterschiedlich fit. Heidegger, der gut trainierte Ski- und Bergfex, schafft den Weg über die Hängebrücke in 5 Minuten; Wittgenstein, als Natur- und Gartenfreund in 10; Benjamin, mehr so ans Großstadt-Walking gewöhnt, in 20 und Cassirer als Ältester in 25 Minuten.
Unmöglich zu schaffen? Doch, geht, denn die ‘Zeit der Zauberer’ war gekommen ;-)

Die Rätselaufgabe für Euch: In welcher Reihenfolge/ in welchen Kombinationen gelingt es den vier Philosophen innerhalb von 60 Minuten, die Hängebrücke mit nur einer Taschenlampe überqueren?


Wer meint, die richtige Lösung ausgetüftelt zu haben, kann sie uns wieder per email zusenden (bitte nicht hier in den Kommentaren posten!). Unter allen richtigen Einsendungen werden diesmal wieder drei Musik-CDs aus unserem Verlags-Antiquariat verlost – nach Wahl Modern Jazz oder Indie-Rock – bitte auf Lösungs-Mail entsprechende Vorliebe angeben, ebenso wie die postalische Adresse für eine mögliche Gewinnzusendung.
(Allen Datenschutz-Besorgten sei hier nochmal versichert, dass die eingegangenen Mails 2 Wochen nach Rätselauflösung gelöscht werden und keine Weitergabe der personenbezogenen Daten an Dritte stattfindet; bei der Rätselauflösung werden lediglich die Namen der drei Gewinnen*innen hier veröffentlicht.)

Einsendeschluss ist das Ferienende in Bayern, der 10. September 2018.

wf

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SSL-Umstellung schluckt Facebook-Shares und -Likes

Wer seinen Blog bequemerweise direkt bei WordPress (oder einem anderen Bloghoster) betreibt, kann sich wenigstens in einer Hinsicht glücklich schätzen: Denn diese Plattformen arbeiten seit jeher mit einer SSL-Verschlüsselung (erkennbar am “https” in der Browserzeile), die einigermaßen Sicherheit beim Datenverkehr (z.B. Kommentaren) gewährleisten soll. Nach der im Mai in Kraft getretenen DSGVO ist diese Verschlüsselung nun aber für alle Webseiten Pflicht, auf denen ein ebensolcher Datenaustausch stattfindet (und das sind ja alle mit irgendeiner Art von Feedbackmöglichkeit).

HTTPS_iconOK, also habe ich für die Philo-Schnipsel, die ich auf meinem eigenem Server mit WordPress-Software hoste, ein SSL-Zertifikat bestellt (kostet knapp 3.- Euro monatlich) und eingerichtet. War schon a bisserl aufwändig mit den 301-redirects in der “.htaccess” (Verweise der http-Adresse auf die neue https u.a.), aber immerhin unterstützte ein Plugin die Reinigungsarbeit. Reinigung? Ja, da müssen auch alle Inhalte raus, die von nicht-verschlüsselten Seiten stammen (sonst gibt’s kein dauerhaft intaktes Vorhängeschloss in der Browserzeile), in den Philo-Schnipseln hauptsächlich Bilder und manche eingebettete PDFs. Da gilt es in den nächsten Wochen, zumindest die notwendigsten Restaurierungsarbeiten vorzunehmen.

Wer auf die Philo-Schnipsel oder einzelne Beiträge Verlinkungen gelegt hat, braucht für deren Erhalt nix weiter tun, denn die alten http-Adressen funktionieren ja durch die Redirects einwandfrei. Offenbar auch deren frühere Verlinkungen auf den zugehörigen Twitter- Google- und Facebook-Seiten, ABER: Sämtliche Shares und Likes von Facebooks Social Buttons auf der Homepage sind perdu! Und die lagen bei manchen Beiträgen ja immerhin im dreistelligen Bereich. Offenbar hat Facebook diese Shares & Likes nicht direkt mit den Beiträgen verknüpft, sondern in einer Datenbank abgelegt, die ausschließlich auf die alten http-Adressen verweist und die Redirects gar nicht erkennt.
Das Problem ist schon länger bekannt, wie ich beim Googeln feststellte, doch die vorgeschlagenen Lösungen für eine entsprechende Konfigurierung in der “.htaccess” zur Wiederherstellung dieser Shares funtionieren allesamt nicht korrekt. Möglicherweise hab ich nicht lang genug gesucht (irgendwo wird irgendein Spezialist schon was gebastelt haben).
Also dann Anfrage an Facebook, was zu tun sei oder ob die Programmierer dort nicht mittlerweile selber eine Verknüpfungs-Lösung für dieses sicherlich tausendfach auftretende Problem anbieten (Außenstehende kommen ja nicht in deren Quellcodes rein). Bisher keine Antwort erhalten.
Und da frag ich jetzt einfach mal euch: Hat jemand für das selbe Problem eine funktionierende Lösung gefunden? Wenn ja, rüber damit – Belohnung versprochen (wahlweise eine Musik-CD aus unserem Verlags-Antiquariat oder eine Einladung zu einem gemütlichen Sommertag mit Bewirtung an unserem schönen Schongauer See).

wf

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Vom ESC zum Esbjörn Svensson Trio

Seit bald zwei Jahren gabs hier keinen Beitrag mehr über und mit Musike, obwohl in unseren “Top Tags” der Jazz doch immer noch deutlich vor Kant und Nietzsche liegt. Genug Anlass für Lob oder Spott zum MusikBizz hätte es schon öfter gegeben, wie kürzlich beim Echo-Skandal, der eine „Mischung aus Dummheit, Feigheit und fachlicher Inkompetenz“ (Zitat Peter Maffay) bei den Veranstaltern aufgezeigt habe. Und gerade dudelte ja der Eurovision Song Contest wieder über die Mattscheiben, der sich selbst gern mit dem Etikett “völkerverbindend” auszeichnet, weil da etwa 100 Millionen Europäer gleichzeitig vor der Glotze hocken und sich dabei zu veritablen Musikkritikern berufen fühlen, weil sie mit über Sieg oder Platz der vorgeführten Casting-Püppchen abstimmen dürfen. Merken dabei eher nicht, dass die ‘demokratische’ Wahlbeteiligung der Konsumenten an der Kür einfach geschicktes Marketing ohne musikästhetische Qualitätsaussage ist – Kunst ist nämlich gar keine demokratische Veranstaltung.

Ob sich beim diesjährigen Sieg der Israelin (!) Netta “der europäische Geist der Solidarität durchgesetzt hat” und das eine “schöne Klatsche für alle ‘Me Too’-Zweifler” war, wie die SZ meint, sind zwar hübsch feuilletonistische Zuordnungen, deren Stimmigkeit wage ich aber zu bezweifeln. Denn der ESC ist ein lupenreines Produkt der Kulturindustrie; wer’s unbedingt möchte, kann etwas ‘Politisches’ daran entdecken, wenn er in die Kiste mit den Befunden der Sozialpsychologie greift: das tribalistische “Wir” gegen “Die” und ein Aufpimpen des National-Chauvinismus (Netanjahu hat ja auch gleich stolz die neue ‘Hauptstadt’ Jerusalem als nächsten Austragungsort angekündigt, obwohl sich Nettas kulturelle Prägung dem weltoffenen Tel Aviv verdankt).

Esbjörn SvenssonAber zu Schönerem: Nun, 10 Jahre nach seinem Unfalltod bei einem Tauchgang in einer Bucht vor Stockholm, ist eine neue Live-CD des gefeierten schwedischen Pianisten Esbjörn Svensson mit seinem Trio erschienen. Die “Live in London” ist der Mitschnitt eines Konzerts von 2005, bei dem zwar hauptsächlich Bekanntes zu hören ist, allerdings, wie immer bei guten Jazzaufnahmen, in neuen Hörperspektiven mit originellen Wendungen. Bei Svensson kann man ja nie so genau vorhersagen, wer gleich um die Ecke kommen wird: Chopin oder Keith Jarrett, ne Rockband oder ein über alle Stile hinweg balancierender Hochseil-Artist.
Von der neuen Scheibe gibts naheliegenderweise noch keine freigegebenen Stückerl auf YouTube, aber zum Reinhören für die, die den Sound noch nicht kennen und natürlich für alle, die auch hier wieder mal gute Musik hören möchten, hab ich was Adäquates rausgesucht. Das Trio war auch häufig an verschiedenen Spielstätten in Deutschland zu Gast und ich hatte damals die Gelegenheit, die Jungs im oberbairischen Burghausen auf der international renommierten Jazzwoche zu sehen:

Esbjörn Svensson Trio – Elevation of Love – Live At Wackerhalle, Internationale Jazzwoche Burghausen, May 2004

wf

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Ein Lob des Fatalismus

Irgendwann lernen es alle, so sehr sie sich auch abstrampeln in der Hoffnung, ihres eigenen Glückes Schmied zu sein: Das Unplanbare und Unvorhersehbare gehört zum Wesen dieser Welt, zu den Lebensrisiken, gegen die man sich nicht versichern kann. Der naive Glaube, man könne jederzeit alles unter Kontrolle halten und sich in sorgfältig geknüpften Sicherheitsnetzen unbeschadet durch seine Planspiele schaukeln lassen, blättert einem in den Hin-und-Her-Geworfenheiten des konkreten Lebens nach und nach von der Seele. Manche verzweifeln daran, andere resignieren, einige sehen sich als Opfer böser Mächte – aber es gibt auch die, denen es gelingt, in Unglück und Schmerz Fassung & Haltung zu bewahren.

drobinski: lob des fatalismus

Einen Weg dorthin versucht Matthias Drobinski, im Brotberuf Autor und Redakteur bei der SZ, in seinem kleinformatigen Büchlein “Lob des Fatalismus” aufzuzeigen. Nein, keinen Lifestyle-Ratgeber (von denen es ja schon Regalkilometer gibt) wolle er damit vorlegen, auch keine geschlossene Philosophie präsentieren, sondern einem “aufgeklärten, partiellen Fatalismus” in Form eines Essays á la Montaigne “ein Lied zu singen”, zu dem “Widerspruch allerdings erwünscht” sei.

Nun wird einigen von euch beim Begriff eines “aufgeklärten, partiellen Fatalismus” wohl das gute alte Gelassenheitsgebet einfallen: “Gott, gib mit die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” Eben darauf baut auch Drobinski seinen “richtig angewandten Fatalismus” auf, der “gelassen und locker, geradezu cool” mache. Er befreie von der “Pest der Glückssuche” und dem Zwang zur Selbstoptimierung, nehme dem Lebensende den Schrecken und vorher diversen Lebenswendungen auch, und erhebe Einspruch, wenn die Sicherheit zum höchsten Gut ernannt wird.

Natürlich wünschten sich alle ein glückliches Leben, weil das Teil ihres Menschseins sei (wie schon Seneca glaubte), doch “um nicht sehr unglücklich zu werden, ist das sicherste Mittel, dass man nicht verlange, sehr glücklich zu sein” warnt Schopenhauer. Und weil der “immerwährende Glückszustand eine Horrorvorstellung” sei, hält Drobinski auch nicht viel von den Selbstoptimierungs-Dogmen und der “Glückshysterie” der Positiven Psychologie á la Martin Seligman oder Dale Carnegie; näher ist dem Autor das “Streben nach einem sinnvollen Leben”, wie es der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid in seinen Büchern propagiert. Mitsamt dieser Melancholie, die weiß, “dass die Welt unerlöst ist – ohne sie deshalb als Jammertal zu empfinden”.

Drobinski macht in kleinen Geschichten und an vielen aktuellen Beispielen aus Politik und Gesellschaft anschaulich, wie sich die Haltung seines “positiven Fatalismus” unterscheidet von den negativen Aspekten der passiven Schicksalsergebenheit wie Unterwürfigkeit, tatenlosem Hinnehmen von Ungerechtigkeit und Unterdrückung und etwa dem Glauben an einen “biologischen Determinismus”. Dabei zeigt er auch die unterschiedlichen Facetten und Wertschätzungen auf, die der Fatalismus-Begriff  in seiner ‘abendländischen’ Karriere durchlaufen hat; bei Platon und Aristoteles, den Stoikern, Cicero, in der Gnadenlehre des Kirchenvaters Augustinus, in den Vorbestimmtheits-Lehren von Martin Luther und Jean Calvin, bei Spinoza, Kant, Fichte, Schelling, Schopenhauer und natürlich in Nietzsches “Amor fati” (mitsamt dessen Missdeutung durch die Nazis).

So weit, so gut (und bekannt), und den gewünschten “Widerspruch” könnte sich Drobinski am Ehesten zu den Thesen in seinem Schlusskapitel einfangen. Dort plädiert Drobinski (der studierte Theologe) für die Variante eines “christlichen Fatalismus”, die “den Blick verstärkt auf die verunsichernde, die irritierende Seite Gottes lenkt”, was bedeute, “die Wahrheit als nie zu erreichendes Ziel einer immer doch notwendigen Suche zu begreifen”. Die Erkenntnis, dass Gottes Wahrheit außerhalb dieser Welt existiere, habe Christen immer wieder die Kraft gegeben, gegen innerweltliche Wahrheits-, Absolutheits- und Totalitätsansprüche Widerstand zu leisten; gegen die des Nationalsozialismus und die des Kommunismus – aber auch gegen jene Dogmatiker des Kapitalismus, die die Herrschaft des Geldes religiös überhöhen. Das sei das “Wächteramt der Christen”. Und er entlässt seine Leser mit einer Art Wort zum Sonntag: “Es  wäre ein fröhlicher Glaube, dass man die letzte Wahrheit getrost den höheren Instanzen im Jenseits überlassen kann.”

Hm, kann man da noch von einem “aufgeklärten Fatalismus” sprechen? Ich möcht mich in meinem Reich der Gründe jedenfalls nicht auf ‘höhere Instanzen’ in einem Jenseits verlassen, und der Glaube an eine ‘letzte Wahrheit’ spielt für meine Optionen des Handelns oder Nicht-Handelns im konkreten Lebensvollzug mit seinen vielen kleinen, täglich neu zu verhandelnden ‘Wahrheiten’, für mein Widerstand-leisten, auch keine Rolle. Doch auch wenn Drobinski in diesem letzten Kapitel die anzustrebende “Coolness” eines positiven Fatalismus in eine Forderung nach “Gottvertrauen” übersetzt, ist ihm in toto ein gut lesbarer und anregender Essay gelungen, der dem verunsicherten Menschlein zeigt, dass sich mit einer guten Portion Fatalismus das Leben wohl besser meistern lässt.
Zwei, drei Kapitelchen mehr hätten’s aber schon sein dürfen, wenigstens ein paar Anmerkungen und Querverbindungen zu ähnlichen, nicht-religiösen Fatalismus-Konzepten in anderen Kulturkreisen; etwa zum Umgang mit Schicksal, Wandlung, Leid und Erdulden in der buddhistischen Philosophie oder im daostischen Wu Wei.

wf


Matthias Drobinski: Lob des Fatalismus
Gebundene Ausgabe: 132 Seiten
Claudius Verlag 2018, Euro 14.-
ISBN-13: 978-3532628119

 

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Lösung des Neujahrsrätsels 2018

…und die 3 Gewinner*innen von “Der allerletzte Tag der Menschheit”

Auch wenn es nicht jedem gefällt, sein Hotelzimmer mit mehreren teilen zu müssen, bleibt bei Platzmangel manchmal nur diese Lösung. Immerhin war der Hotelmanager in unserem Neujahrsrätsel darum bemüht, seine 41 Gäste zu einem Kongress des Wiener Kreises möglichst gerecht in seine leider nur 12 […]

Neujahrsrätsel 2018: Der Wiener Kreis im Hotel

3 Buchexemplare “Der allerletzte Tag der Menschheit” von Hosea Ratschiller & Stefanie Sargnagel zu gewinnen

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“Erkenne dich selbst” mit R.D. Precht

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“Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können” – empfohlen von Björn Eriksson in unseren Buchtipps für untern Baum

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In unseren Buchtipps für untern Baum empfiehlt Nina Hodel den Sammelband “Wozu Vergänglichkeit? Elf Gespräche über Atome, Tod und schwarze Löcher” von Corina Caduff

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Habt ihr dieses Jahr das eine oder andere gute Buch gelesen, das ihr gern weiterempfehlen möchtet? Auch oder gerade wer’s mit dem Weihnachts-Konsumismus nicht so hat, sucht ja vielleicht was Geistreiches für untern Baum seiner Freunde und Lieben und lässt sich bei der Auswahl eventuell von interessanten Buchtipps inspirieren. Also ran an die Tastatur, ne […]

Die Renaissance der Heimat

dorfladen

Wie viel Heimat braucht der Mensch? Wie viel kann er ertragen? Und wo ist sie überhaupt, diese Heimat?

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