Wenn du denkst, du denkst…

Der Psychologe und Nobelpreisträger für Wirtschaft (2002) Daniel Kahneman stellt in seinem Sachbuch “Thinking. Fast and Slow” (“Schnelles Denken, langsames Denken”) sein umfassendes “Denk-Modell über das Denken” vor.

Dabei geht er von einem Zusammenspiel zweier Denk-Systeme aus: einem schnellen, intuitiven, das häufig zu falschen Entscheidungen führt, und einem zweiten, analytischeren, das wir erschütternd oft unbewusst umgehen, mit manchmal fatalen Folgen.

“Die Kompetenzillusion ist nicht nur ein individueller Urteilsfehler; sie ist tief in der Kultur der Wirtschaft verwurzelt. Tatsachen, die Grundannahmen infrage stellen – und dadurch das Auskommen und die Selbstachtung von Menschen bedrohen – werden einfach ausgeblendet.” (Kahneman)

(Zum Abspielen des Filmbeitrags einfach aufs Bild klicken und den IFrame am besten mittig scrollen)


Da ich das Buch selber noch nicht gelesen hab, das Thema aber gut in dieses Blog passt (es gab ja grad hier was zur Kompetenzillusion der Dilettanten), empfehle ich Interessierten vorab noch ein paar Takte dazu aus der “Süddeutschen”:
“Misstraue dem Vertrauten!” Dort erfahrt ihr auch, warum es des Rezensenten Meinung nach das passende Buch zur Piratenpartei ist ;-)

wf & Kulturzeit (Originalbeitrag)

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  3 comments for “Wenn du denkst, du denkst…

  1. Björn
    21. Juni. 2012 at 09:25

    Schönes Wort – “Kompetenzillusion”. :-)
    Man könnte mit David Dunning leicht abgewandelt sagen: “Wenn ein Leistungsträger inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist.”

  2. Michi
    23. Juni. 2012 at 11:37

    Vielleicht etwas abseitig, aber hast du etwa die Artikelüberschrift von dem ‘Trucker-Philosophen’ Gunter Gabriel geklaut? Der hat in den 70ern mal den Song “Wenn du denkst du denkst dann denkst du nur du denkst” geschrieben, mit dem die Juliane Werding dann einen Riesenhit hatte (Achtung! Kitsch-Nostalgie…):
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=z63y0B4A9rs

  3. wf
    24. Juni. 2012 at 11:47

    So isses, Michi, diese Refrainzeile hat sich ja vom Hit emanzipiert und als Mini-Mem im kollektiven deutschen Kulturgedächtnis festgesetzt; ist wohl auch den meisten ‘Nachgeborenen’ ein Begriff. Hat sogar entfernt was mit Kahnemans Erkenntnissen zu tun und so etwa einmal pro Vierteljahrhundert kann man sich den Song schon geben, denn soo kitschig ist der gar nicht mal (könnte man sich in jazzigem Arrangement gut vorstellen).

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