Hombach entziffert ‘Signale der Wirklichkeit’

Auch Bodo Hombach (ehemaliger Bundesminister für besondere Aufgaben und Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe) hat die Transformation der Medien mittlerweile erkannt und sagt nun Dinge wie “Ein neues Zeitalter hat mit dem Internet begonnen. Es bedeutet einen zivilisatorischen Paradigmenwechsel” oder “Dieses neue Gesamtmedium ist nicht nur Transportmittel und Abbild der vorhandenen Realität, es schafft sich seine eigene”.
Er spricht in diesem ursprünglich für die Münchner Medientage verfassten Beitrag von den (untergehenden) medialen Supermächten, die sich mittlerweile in einem asymmetrischen Kampf gegen die kleinen und flinken Konkurrenten um die Claims und Ressourcen der Medienlandschaft befänden, über die zerfallende Massengesellschaft, die “splendid isolation” der Öffentlich-Rechtlichen und die “sozialpsychische Demenz” der Internet-Egozentriker.

Und weil er dabei dem Diversifizierungs-Anspruch, die Signale der Wirklichkeit ohne den Tunnelblick der egozentrischen Wahrnehmung zu entziffern, selber ganz gut nachkommt und eine gut lesbare Schreibe hat, ist daraus eine brauchbare kleine kulturphilosophische Reflexion geworden, die ihr unter dem Titel “Medienethik: Der Taumelflug der totalen Vielfalt” als Gastessay bei “Carta” (nebst Kommentaren) findet – lohnt sich, auch wenn man glaubt, alles schon mal gehört oder selber ähnlich gedacht zu haben …

wf

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