Texterl zu ‘Heimat’

Heimat ist immer der Inbegriff des Verlorenen. Es lohnt sich von ihr nur als von einem Mangel zu sprechen, und am besten verstehen sich die Menschen, wenn sie sich alle als Heimatvertriebene anerkennen, davongejagt aus den künstlichen Paradiesen ihrer gehissten Ideale und deklarierten Werte.

Roger Willemsen


Instrumentalmeditation
Johannes Enders– Saxophon
Achim „Wotan“ Juhl – Bass
Werner Friebel – Gitarre, ©

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ARTE’s ‘Philosophie to go’

Erinnert durch eine Notiz im Philosophieblog hab ich mir heut Nacht zum ersten Mal einen Viertelstünder aus der neuen arte-Philosophiereihe  angesehen.
Das Konzept der Sendung: der fast noch jugendliche Gastgeber, Philosophieprofessor Raphaël Enthoven (33), schlendert mit einem Gesprächspartner durch ein zum jeweiligen Thema passendes Ambiente aus der Literatur- oder Kunstszene und plaudert in einem scheinbar mäandernden Assoziationsstil ohne allzu akademisches Fachgedöns über einen ‘philosophiewürdigen’ Begriff.

der ursprung der welt

“Der Ursprung der Welt”

Diesmal war Gwenaëlle Aubry zu Gast, um das Wesen und die Wirkung von Hässlichkeit in ontologischer, historischer und  ästhetischer Hinsicht zu betrachten.
Bemerkenswert, dass die Erstausstrahlung der Folgen jeweils Sonntags um 13.00h ist; war doch diesmal u.A. das skandalträchtige, von manchen als obszön verfemte Gemälde “Der Ursprung der Welt” von Gustave Courbet (1866) Gesprächsgegenstand und lange im Bildmittelpunkt. Aber ‘arte’ ist ja nicht unbedingt der Sender für den familiären Mittagstisch…

Aubry und Enthoven versuchten sich an verschiedenen Beispielen aus Malerei und Literatur dem Begriff an sich, aber auch den Empfindungen, die Hässlichkeit im Menschen auslösen, anzunähern. Im Laufe der Zeit hat sich deren kulturspezifische  Einschätzung vielfach gewandelt.
Vom antiken Schönheitsbegriff, idealisiert in Platons “Gastmahl”, über SokratesHässlichkeit, Caravaggios “Medusa” bis zu Jean-Paul Sartres “Der Ekel” oder dem  ‘Monströsen’ aus Baudelaires  “Blumen des Bösen” reichten die Beispiele, wie “Hässlichkeit und Philosophie seit alters her miteinander verknüpft sind.”

Als kleines, anregendes Mitdenk-Häppchen will sich die Sendung präsentieren, auch wenn der pädagogische Anspruch doch etwas aufgesetzt und im Wortsinn plakativ wirkt:  Nach jeder ‘Gesprächseinheit’ wird deren Essenz aphoristisch verknappt als ‘Merkzettel’ eingeblendet, eine Art Screenshot des soeben Gedachten wie “Schönheit in der Kunst diente früher zur Abwehr der Geister, die sich in der Hässlichkeit offenbaren” oder als banaler brain-catcher: “Die Vitalität der Hässlichkeit ist manchmal anziehender als die Schönheit”.

Damit wird das scheinbar lockere, sich entwickelnde Zwiegespräch als wörtlich vorgeplante didaktische Methode entlarvt und erstarrt durch die ständigen Texteinblendungen im Schulmäßigen.
Aber gut, eingebettet zwischen Jugendkultur-Magazin und Experimentalfilm darfs auf ARTE gern etwas ‘Philosophie to go’ sein – ein noch etwas unsicherer Schritt aus dem Elfenbeinturm…

Sendetermine: jeweils Sonntag 13.00h und diverse Nachtwiederholungen

wf

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4 comments to ARTE’s ‘Philosophie to go’

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