Neujahrsrätsel 2021: Hegel und der Wein-Vorrat

Viele Rituale sind in 2020 den Corona-Beschränkungen zum Opfer gefallen, unser Neujahrsrätsel kommt wie gewohnt rechtzeitig zur kleinen Erheiterung in trauter Silvesterrunde. Und wer mag, kann mit etwas Glück auch wieder ein kleines Erinnerungs-Gimmick gewinnen.

Nun war ja dieses abgelaufene Jahr nicht das schlechteste für die Philosophie, zumindest in ihren existenzialistischen und lebenspraktisch-ethischen Spielarten. Bei vielen Menschen gerieten die alten Wertesysteme der all-you-need-is-fun-Ego-Gesellschaft, des asozialen Neoliberalismus und einer naiven Wachstums-Ideologie ins Wanken; etliche TV-Talkrunden versuchten, sich durch die Präsenz von Philosoph*innen mit den höheren Ansprüchen der Dialektik aufzupimpen, freilich meist nur solcher Philosoph*innen, deren Gesichter und Gedanken dem Publikum schon durch etablierten Medienstatus einigermaßen vertraut waren und nicht zu sehr an bestehenden Denkgebäuden rüttelten.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Dabei hätte zu manchen Fragen ein wenig mehr Hegel’sches Durchdringungsvermögen vielleicht gut getan; schließlich war gerade “Hegel-und-Hölderlin-Jahr” und es sind 2020 zahlreiche Beiträge und Bücher erschienen zum 250. Geburtstag von Georg Wilhelm Friedrich Hegel und seinem Zimmergenossen Friedrich Hölderlin; der Dritte und Jüngste im Bunde der wohl berühmtesten Philosophen-WG der Geschichte, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, ist dann in fünf Jahren dran.

Nun können wir nicht wissen, wie diese Drei damals im Tübinger Stift auf eine Pandemie-Situation reagiert hätten. Aber wir wissen, dass die jungen Studenten der Philosophie und Theologie auf nichts weniger als auf der Suche nach absoluter Wahrheit und höchster Weisheit waren; begeistert von den Idealen der Französischen Revolution, zu deren ideeller Unterstützung sie im Sommer 1792 in Tübingen an den Versammlungen eines revolutionär-patriotischen Studentenclubs teilnahmen und unten am Neckar sogar einen “Freiheitsbaum” aufgestellt hatten, was ihnen bald den Ruf als Jakobiner einbrachte. Und dass sie ihr Denken gerne beflügelten durch die eine oder andere Flasche Wein, von denen auch einige immer vorrätig waren in der Speisekammer der Jungmänner-Bude, zumal auch gelegentlich Damenbesuch drohte oder zur Entspannung hin und wieder ein süffiges Kartenspielgelage veranstaltet wurde.

Bei dieser Geisteshaltung und dem Lebenswandel war es kein Wunder, dass ihnen die reaktionäre Stiftsleitung irgendwann das WG-Zimmer kündigte. Eine neue WG aufzumachen lohnte sich nicht mehr, da Hegel bereits eine Anstellung als Hauslehrer in Bern in Aussicht hatte. Der Umzug wäre eigentlich kein großes Problem, denn als Studenten verfügten sie außer ein paar Büchern und Klamotten über keine nennenswerten Habseligkeiten – wären da nicht die noch übrigen 17 Flaschen Wein in der Speis. Gleich trinken? Ne, besser nicht, ihre Denkerköpfchen waren ja noch vom Vorabend gut eingepegelt; also mitnehmen und deshalb gerecht aufteilen, nur wie? Hegel als langjähriger Rädelsführer des Trios beanspruchte die Hälfte, Hölderlin mit Sinn für Gerechtigkeit 1/3 und für Schelling als Jüngstem einigte man sich auf 1/9 des Weinvorrats.

Die Frage an Euch:

Wieviele Flaschen nahm jeder mit und mit welchem “Trick” gelang diese Aufteilung ohne größere Rechenprobleme?


Wer eine Kleinigkeit gewinnen möchte, kann uns die Lösung wieder per email zusenden (bitte nicht hier in den Kommentaren posten!). Unter allen richtigen fischt unsere Losfee wieder drei Gewinner*innen raus, die dann benachrichtigt werden und sich eine Musik-CD nach freier Wahl aus unserem Verlags-Antiquariat aussuchen können.

(Allen Datenschutz-Besorgten sei wie immer versichert, dass die eingegangenen Mails 2 Wochen nach Rätselauflösung gelöscht werden und keine Weitergabe der personenbezogenen Daten an Dritte stattfindet; bei der Rätselauflösung werden lediglich die Namen der drei Gewinnen*innen hier veröffentlicht.)

Einsendeschluss ist Montag, der 18. Januar 2021.


Solltet Ihr nun Lust auf mehr Hegel bekommen haben, legt Euch (zum Einstieg) eine der zahlreich erschienen Bios zu; drei werden im Philosophie Magazin mit Kurzrezis vorgestellt, davon gelesen hab ich selber nur “Hegel – Der Weltphilosoph” von Sebastian Ostritsch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Oder Ihr gebt Euch in dieser “staaden Zeit” die kleine, gelungene Video-Reihe von Gert Scobel, der Euch im Plauderton in Hegels Werk und Leben einführt:

 


wf