Texterl zur Reisezeit


Manche prahlen, sie seien ohne Umwege ans Ziel gekommen. Wo es doch gerade im Abwegigen am meisten zu entdecken gibt...

WF

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Sommerpreisrätsel 2015: Die Würstchen von Schopenhauers Pudel

Erfreulicherweise gibts immer mehr Magazine, die regelmäßig originelle Logikrätsel anbieten (wie etwa die ZEIT oder „Spiegel online“), doch mir als hiesigem Rätsel-MC wird es dadurch eher erschwert, euch hier immer wieder Frischware aufzutischen. Ihr wollt ja schließich nicht einfach nach ner Lösung googeln, sondern lieber wagen selber zu denken ;-)

Da ist mir beim Sinnieren über einen Rätselentwurf glücklicherweise eingefallen, dass im letzten Blogbeitrag auch von Schopenhauer und seinem Pudel Atman die Rede war. Zu deren Verhältnis wurde hier zwar schon so manches gesagt, aber die folgende Angelegenheit bedarf noch der Klärung:

Nachdem Arthur Schopenhauer 1833 nach Frankfurt gezogen war, suchte er sich als Junggeselle umgehend eine gepflegte Gastwirtschaft, um dort seine tägliche Mahlzeit einzunehmen. Seine Wahl fiel auf den „Englischen Hof“ am Roßmarkt, der zwar genau 4 Kilometer geradeaus Richtung Westen von seiner Wohnung entfernt war, aber dadurch ideal als Auslauf für seinen Pudel Atman.

schopenhauer_by_busch

Arthur Schopenhauer geht mit Pudel „Atman“ zum Essen (Zeichnung von Wilhelm Busch)

Bald kannte der Hund den Weg und die ganze Umgebung so gut, dass Schopenhauer ihn schon beim Losmarschieren von der Leine ließ, damit er vorausliefe. Denn weil Schopenhauer beim Essen seine Ruhe vor dem Futterneid des Tieres haben wollte, hatte er mit dem Gastwirt ausgemacht, dass der dem Hund bei dessen Ankunft und dann alle drei Minuten ein Würstchen zum Fressen gäbe bis er selbst einträfe und sich zu Tisch gesetzt habe. Nun hatte Atman aber eine attraktive Pudeldame kennengelernt, die von Schopenhauers Wohnung aus exakt drei Kilometer Richtung Norden ihre Hütte hatte. Aus verständlichen Gründen nahm Atman also täglich diesen Umweg, vergnügte sich eine Viertelstunde lang bei seiner Freundin und lief erst dann von ihrer Hütte aus direkt und auf schnurgeradem Weg zum „Englischen Hof“. Natürlich war Atman trotzdem schneller dort als Schopenhauer, weil er jede Strecke mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h zurücklegte, während der Philosoph mit gemütlichen 4 km/h unterwegs war.

Frage an Euch: Wieviele Würstchen konnte Atman trotz Umweg und Liebes-Intermezzo vertilgen, bis Schopenhauer sich zum Essen niedersetzte?

(kleiner Tipp:  Neben den eher einfachen logisch-mathematischen Anforderungen ist wieder eine kleine Achtsamkeits-Falle eingebaut.)

Wer die richtige Lösung ausgetüftelt hat, kann sie uns gern per email zusenden (bitte nicht hier in den Kommentaren posten!) – unter allen richtigen Einsendungen werden wieder drei Musik-CDs aus unserem Verlags-Antiquariat verlost (nach Wahl Modern Jazz oder Indie-Rock – bitte auf Lösungs-Mail entsprechende Vorliebe angeben, ebenso wie die postalische Adresse für eine mögliche Gewinnzusendung).
Einsendeschluss ist Montag, der 14. September 2015.

Und übrigens: Wer sich mal selber eine originelle Philo-Rätselstory ausdenkt, die hier zur Veröffentlichung taugt, immer her damit! Dank & Belohnung garantiert…


Auflösung & Gewinner gibts jetzt hier.

wf

2 comments to Sommerpreisrätsel 2015: Die Würstchen von Schopenhauers Pudel

  • Hätte Schopenhauer gewußt, daß sein Pudel an nichts anderes denkt als an Rammeln und Fressen, hätte er seinen Charakter im Vergleich zum Menschen wohl nicht so positiv beurteilt.
    (Ist das die Lösung des Rätsels?)

    • wf

      Schopenhauer war schon klar, was den Pudel so an- und umtreibt, und gerade das hat er als Manifestation des universalen „Willens“ ausdrücklich befürwortet – sonst hätte er den Pudel ja auch nicht von der Leine gelassen ;-)

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