Texterl zum Tage

Ist der Baum der Erkenntnis einmal vom Weihnachtsschmuck der Phrasendrescherei entblößt, weist er allzu oft ein ärmliches Geäst auf.

Guillaume Paoli




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War Jesus ein Buddhisten-Schüler?

Fake, Verschwörungstheorie oder Glaubensrevolution? Immer wieder wird an dem Gerücht geköchelt, Jesus von Nazareth sei in der Zeit, in der er in der Bibel keine Erwähnung findet, in Indien und Tibet gewesen. Und auch nach seiner vermeintlichen Kreuzigung im unbewachten Grab aufgewacht und einfach ausgebüchst – zurück in den Goldenen Osten.

himalayaViele Freizeitforscher und publicity-beflissenene „Wissenschaftler“ schließen aus Reiseberichten, dass im Himalaya tatsächlich ein blonder (!) Langhaar- und Bart-tragender Wanderprediger aus Palästina als „Issa“ bekannt sei und gar buddhistisches Gedankengut in seine monotheistische Lehre übernommen hätte. Dummerweise seien die beweismassigen Originaltexte aus dem 2. Jahrhundert in einem buddhistischen Kloster im Gebirge Ladakhs eingelagert, zu dessen Bibliothek nur ein alter Mönch Zugang habe, der aber nur alle 5 Jahre den beschwerlichen Weg dorthin auf sich nehme und eine Terminabsprache mit ihm halt irgendwie nicht möglich sei. Verschwörungstheoretiker gehen allerdings davon aus, dass sich der Vatikan in einer Geheimaktion Ende des 19. Jahrhunderts der blasphemischen Dokumente bemächtigt habe, nachdem ein russischer Offizier namens Nikolai Notawitsch diese bei einer „Forschungsreise“ gefunden habe (offenbar des ‚Sanskrit‘ mächtig…).

Jetzt ist in Kashmir auch noch ein unbekanntes Grab ausgebuddelt worden, das dem Nazarener zugeordnet wird – leider ohne verwertbare DNA-Spuren, aber für eine einträgliche Pilgerstätte braucht’s die ja bekanntlich nicht ;-)
Der „Discovery-Channel“ hat dem Thema eine Doku gewidmet, die in einer Art Endlosschleife immer wieder in den „Kulturkanälen“ rotiert (gestern bei „Phoenix“) und recht amüsant anzusehen ist. Noch ein paar (ernstgemeinte) Zusatz-Infos zum Filmchen findet ihr vorab hier bei 3sat.

wf

9 comments to War Jesus ein Buddhisten-Schüler?

  • Gerhard

    Wenn ich als katholisch Erzogener, die Texte aus dem Dhammapada mit den Worten Jesus vergleiche, kommt mir schon der Gedanke, dass Jesus nach der Lehre Buddhas gehandelt hat. Zu Beachten ist hier meines Erachtens, dass das Christentum in der Geschichte schon von „Trojanern“, wie beispielsweise dem Kaiser Konstantin (ca. 300 n. Ch.)in einer Art verändert wurde, dass es inzwischen (schon sehr lange) weder im Sinne Jesus dem Christ, noch im Sinne Buddhas ist.
    Da habe ich eher den Eindruck dass das Christentum, wie ich es zum Teil kennen gelernt habe, als Deckmantel der Gier und der Selbstsucht benutzt wird.

  • wf

    Der Buddhismus war zur Zeit Christi im Nahen Osten natürlich bekannt. So entstand nach Alexander dem Gr. der Graeco-Buddhismus, Ideen wurden über die alte Seidenstrasse transportiert, in der (verbrannten) Bibliothek von Alexandria dürften entsprechende Schriften gesammelt worden sein und bei den Stoikern und Epikuräern scheint der B. Niederschlag in deren Philosophie gefunden zu haben. Dass Jesus himself aber den weiten Weg bis Ladakh genommen hat, geben seriöse Quellen eher nicht her.

  • Susanne U,

    Dem möchte ich mich absolut anschliessen.
    Uns “ christlich“ Erzogenen möchte ich ans Herz legen, nach der buddhistischen Lehre zu leben. Glauben Sie mir: Es widerspricht sich vielleicht mit dem Verein der katholischen Kirche, nicht jedoch mit Jesu Lehre.

    Ich möchte mich der Aussage von “ Gerhard “ anschließen, nicht dem „wf“ Kommentar, um das nochmal deutlich zu machen .

    Unsere deutsche Gesellschaft benötigt “ dringend“ die ethische und moralische Lehre, wie Buddha Sie lehrt. Darin geht der Machtanspruch der katholischen Kirche unter. Jeder Einzelne, der sich mit der buddhistischen Lehre befasst, wird mit sich und seinem Umfeld – ob Mensch, Tier oder Umwelt – mit mehr Respekt, Achtung und Würde umgehen.
    Probieren Sie es einfach aus. Trauen Sie sich.
    Susanne U.

  • Susanne U.

    Interessant ist, weshalb das Christentum und andere Religionen immer wieder versuchen, den Buddhismus zu kritisieren oder gar zu bekämpfen.

    Ich war 47 Jahre lang Christin, “ eingefleischte Augsburgerin und Bayerin“, bevor ich zum Buddhismus konvertierte. Ich respektiere nach wie vor diese Religion, doch ich würde mir niemals “ anmaßen“, diese als einzig Heilbringende zu deklarieren.

    Der Buddhismus ist eine “ Brücke“ aller Religionen. Er hat es nicht nötig, sich zu profilieren.

    Er appelliert an jeden Einzelnen von uns, an sich zu arbeiten, mit sich und seinem Umfeld in Respekt, Verantwortung und in Würde umzugehen. Dies bedarf keiner Dogmatik, keiner Machtposition, keinem Reichtum, keiner Unterdrückung, wie es die Katholische Lehre tut.

    Der Buddhismus lehrt Einzig die Bescheidenheit, die Achtung, den Respekt und die Liebe zu sich und allen Geschöpfen, auch zu den Tieren und Pflanzen.

    Dies bedarf keiner protzigen Kirchen und Machtpositionen wie dem Vatikan.

    Übrigens: Auch der heilige Franziskus, viele andere Heilige und Jesus lebten nach dem Prinzip Buddhas. ….und wurden ihrer Zeit von der katholischen Kirche kritisiert und bekämpft, bevor sie …lange Zeit später….heilig gesprochen wurden.

    Gott und die buddhistische Lehre. (K)ein Widerspruch? Ein “ Geheimnis“ des Lebens. Welcher Mensch will sich anmaßen, dies zu trennen oder gar zu verbieten? Was würden wir Christen und andere Religionen sagen, wenn Gott den Buddhismus den Menschen gegeben hat, als Lebenseinstellung, als Lebensweg in „Seinem Namen“, um rechtschaffen zu Leben?

  • Hans

    Mit hohem Respekt vor dem was Buddha erreicht hat, komme ich dennoch zu dem Schluß, dass der Buddhismus eine menschliche Lehre ist, die das göttliche und den Schöpfer verneint.

    Ich habe mir die Reihe Buddha angeschaut, die derzeit auch noch auf http://www.zeeone.de läuft.

    Als Christ kann ich aufrichtig sagen, da hat mir vieles sehr gefallen, was ich da bisher gesehen habe. Aber doch nicht alles.

    Ist das der richtige Weg? Wenn ich diese Frage stelle, dann muss ich diese natürlich auf mich beziehen und mich fragen, ist das der richtige Weg für mich?

    Ich möchte hier als Nichtkatholik nicht schlecht über die katholische Kirche schreiben. Genauso wenig möchte ich als Nichtbuddhist schlecht über den Buddhismus schreiben. Daher bitte ich dies nicht als Kritik zu verstehen. Es geht mir mehr um das, was ich im inneren fühle und erfahre.

    Christ sein bedeutet für mich zum einen eine innere Wandlung zu vollziehen. Andererseits habe ich ein ewiges Ziel im Anklang an Matthäus 5:48 so zu werden, wie Gott der Vater ist. Somit ist das Ziel für mich als Christ Vollkommenheit. Im Buddhismus scheint hier auch ein Ziel die Vollkommenheit zu sein. Was Vollkommenheit ist, wird aber völlig anders beschrieben.

    Für mich ist das Nirwana nicht greifbar als ein Ziel des Seins, sondern es scheint mir mehr ein Ziel des nicht mehr Seins zu sein. Vielleicht verstehe ich das ja falsch, aber wenn das Nirwana das ewige Nichts ist, dann würde meine Existenz aufhören zu bestehen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass mein Leben irgendwann einmal endet. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass mein Leben nach dem Tode weitergehen wird. Ich kann auch Gedanken nicht folgen, die dahingehen, dass wir solange weiterleben, wie wir in den Gedanken der anderen vorhanden sind. Diese abhängige weitere Existenz wäre mir zum einen zu ungewiss und zum anderen würde diese Existenz spätestens mit denen enden, die mich kennen und das wäre mir auch zu gering. Selbst wenn ich eine Persönlichkeit wie Buddha oder Jesus Christus selbst sein würde, wäre mir das zu wenig, weil ich davon ausgehe, dass die Menschheit eines Tages aussterben wird. Nun, mal angenommen die Menschheit würde ewig bestehen und ich würde im Gedächtnis aller Menschen vorhanden sein, so wäre das dennoch keine eigene Existenz. Mein eigenes „ich“ bzw. meine Person wäre dann Vergangenheit und für immer nicht mehr existent. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir ewig leben können. Ewig im Sinne von immer und immer. Dabei will ich mich nicht auf eine Lokalität oder Daseinsebene festlegen. Aber das, was mich persönlich ausmacht, dass wird weiterleben und das gibt mir Kraft und Mut. Darüber hinaus glaube ich, dass wir mit unseren geliebten Familienmitgliedern weiter existieren können. Denn ich glaube, dass die Liebe die höchste Gabe und Kraft ist, die wir kennen.
    Meine Antriebsfeder etwas zu leisten ist eben auch mein Glaube an das Leben nach dem Tode. Mein Mitleid und meine Nächstenliebe für meine Mitmenschen bis hin zu meinen Feinden, geben mir die Kraft und den Wunsch etwas für sie zu tun. Ich möchte etwas vollkommenes und dauerhaftes in einer unvollkommenen und zeitlich begrenzten Welt tun. Dabei kann ich trotz der Bereitschaft alles aufzugeben, dennoch nicht die Physis dieser Welt überwinden, solange ich hier lebe. Ich benötige Mittel um zu geben und zu teilen. Wären wir alle buddhistische Mönche, müssten wir alle betteln gehen und die Menschheit wäre nach einer Generation ausgestorben, weil eine Ehe nicht mehr möglich ist. Wäre ich Buddhist, müsste ich aber danach streben die Vollkommenheit zu erreichen außerhalb jeder Familie als Mönch. Ansonsten würde ich das angestrebte Ziel nicht erreichen können. Daher sehe ich in der Verwirklichung des Buddhismus als Weltreligion im Rahmen seines Mönchtums eine Gefahr für die Familie und das Weiterbestehen der Menschheit. Eine Religion, die dazu führt, dass die Familie zerstört wird, kann keinen Bestand haben. Wenn man im Buddhismus Familienmensch bleibt, kann man, wenn ich das richtig verstanden habe, das Nirwana nicht erreichen, denn man hält am Eltern sein, Verantwortung für das weltliche Leben zu übernehmen und irdischen Fortschritt zu machen fest. So hat Buddha zwar das Kastensystem überwunden und jedem den Zugang zu seiner Lehre ermöglicht, aber durch das Mönchtum wiederum hat er den Kreis der Menschen, die die Erleuchtung erlangen können faktisch eingeschränkt. Aus meiner Sicht benötigt ein Glaube eine Unterstützung der Menschheit in der Familienstruktur und eine Lösung innerhalb des „normalen“ Daseins. Ich wollte fast schreiben, eine „wahre Religion“ benötigt… Aber ich will mich hier nicht aufspielen als hätte ich die Weisheit mit Löffeln gefressen.

    Mir hat daher im Buddhismus der Bezug zum normalen Leben gefehlt. Die Herkunft des Buddha aus einem Fürstengeschlecht mit den persönlichen Erfahrungen, die ihn letztendlich dazu gebracht haben über sein Leben und das Leben insgesamt nachzudenken, sind einzigartig und sicherlich sehr individuell. Obwohl er die Veeden gelernt hatte, waren diese nicht die letztendliche Quelle der Weisheit für ihn, wohl aber werden sie ihn geprägt haben. Die Denkweise Buddhas ist sehr erstaunlich wenn man bedenkt, wie anscheinend die Denkweise zu seiner Zeit war. Sicherlich haben ihm seine Herkunft auch Einfluss und die Möglichkeit eingeräumt anfangs eine Verbreitung zu finden. Da er aber klar sagt, dass er das alles aus sich selbst heraus geleistet hat und das göttliche für sich abgelehnt hatte, wurde er nicht nur frei, sondern aus meiner Sicht auch einsam.

    Gemäß christlicher Lehre müssen wir nicht unsere Familien aufgeben um das Ziel zu erreichen, sondern bedürfen sogar, sofern wir es vermögen, die Familien. Nur diejenigen, die dazu nicht in der Lage sind, sind gerechtfertigt keine zu haben. Sicherlich gibt es in der Heiligen Schrift auch die Person des Paulus, der nachdem er geheiratet hatte, ein von der Ehe getrenntes Leben geführt hatte und dies sogar als erstrebenswert für den Dienst für Gott ansah, aber andererseits schreibt er auch davon in 1. Kor 11:11, dass der Mann nichts ohne die Frau und die Frau nichts ohne den Mann sei. Viele andere Lehren der Bibel zeigen uns, dass die Eins-Werdung , das einig sein ein wichtiges Ziel ist. Dazu muss ich aber mit meinem Ehepartner und mit meinen Kindern zusammenleben. Das wiederum erfordert auch sich um die weltlichen Dinge zu kümmern und dafür zu sorgen. Das führt auch zu unangenehmen Auseinandersetzungen, in denen man sich dann immer wieder selbst hinterfragen muss, wie man als Christ reagieren will. So schleift man den Stein des Seins mehr und mehr ab, bis das eine schöne Form entsteht. Aber da ist immer noch Unvollkommenheit bis zum Schluß vorhanden. Sie mag für die anderen nicht sichtbar sein, aber man selbst kennt die eigene Unvollkommenheit.

    Ich kann erkennen, dass Buddha wohl einen sehr beachtlichen Fortschritt aus sich selbst gemacht hat und will das nicht herabschreiben. Doch wie viel davon ist wirklich in ihm geschehen und wie viel davon machen wir im Nachhinein daraus, weil wir es glauben wollen? Er ist Mensch gewesen und gemäß eigener Auskunft, bis zu Letzt geblieben.

    Ich habe zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben eine Offenbarung oder Eingebung zu Buddha erhalten. Ich habe aber dazu bisher auch noch nicht die Fragen gestellt. Zu Jesus Christus habe ich Eingebungen durch den Heiligen Geist erhalten. Daher bezeuge ich, dass er der Sohn Gottes ist. Ich bin davon überzeugt, dass er uns verbessert, wenn wir es nur zulassen. Dabei können wir uns nicht auf die Religion eines anderen verlassen oder diese als Grund dafür anführen, dass wir nicht mehr glauben können. Wenn wir also die Bosheiten aufführen, die innerhalb der Christenheit im Namen der Christenheit vollbracht wurden, ist das kein Beleg für das Scheitern der Lehre, sondern für das Scheitern des einzelnen Menschen oder einer Gruppe davon. Denn Bosheit gibt es überall. Selbst die sich Buddhisten nennen sind nicht alle frei von Schuld.

    Wenngleich ich dem Buddhistischen Konzept der Vergebung aus Vernunftsgründen durchaus Zustimmung erteilen kann, so dürfen wir nicht den vergessen, der geschädigt wurde. Da wir alle Vergebung benötigen, haben wir auch alle schon geschädigt. Ich empfinde bei der Vergebung Freude, auch wenn ich der Geschädigte war. Daher ist Vergebung sicherlich ein Akt der Liebe, der beide mit einander versöhnt und vereint, bzw. zumindest den Weg dafür bereitet. Denn wir haben keinen Einfluss auf den Wandel in einem anderen.

    Das Konzept der Reinkarnation ist für mich ein grausames Konzept, wenn man bedenkt, dass dieses Jammertal nicht wirklich so erfreulich ist. Auch wenn ich jetzt an meinem Leben hier festhalte und es auf gar keinen Fall in irgendeiner Weise selbst beenden würde, sondern dies Gott überlasse, freue ich mich auf das nächste Leben und habe die Zuversicht und die innere Gewissheit, dass es dies für uns alle geben wird.

    Mein Glaube zeigt mir stets meine Unvollkommenheit auf. Auch ich strebe nach Vollkommenheit. Doch strebe ich nach dieser Vollkommenheit nicht alleine aus mir heraus, sondern in Begleitung mit Gott, Gottes Schrift, dem Gebet, Fasten und Nachdenken. Ich empfinde den Buddhismus als nur auf den einzelnen Menschen bezogen. Mir fehlt die Nähe zu Gott, die ich erfahren durfte. Woher kommt denn die Erleuchtung, die Buddha erfahren haben will. Dem Kosmos?

    Aus meiner Sicht kann nur ein leuchtendes Wesen einen anderen erleuchten. Das kann für kleinere Schritte sicherlich auch ein anderer Mensch sein und das kann in gewisser Hinsicht auch durch eigenes Nachdenken bzw. Meditation sein. Wobei Meditation wohl nicht mit Nachdenken gleichzusetzen ist. Ja, es scheint sogar teilweise das völlige Gegenteil zu sein, denn es wird davon gesprochen sich von allem zu lösen, einschließlich der Gedanken.

    Ich habe das Leben von Buddha nicht gelebt. Ich kann daher nur beurteilen, was ich über ihn gelernt habe. Dabei gibt es viele sehr enge Berührungspunkte zwischen seiner Lehre und der meines Herrn Jesus Christus. Ich habe sehr viele sehr freundschaftliche, warmherzige und wohlwollende Gefühle für Buddha und auch seinen Nachfolgern. Da gibt es hohen Respekt und vieles, was ich annehmen kann. Im Sinne von Paulus, prüfet alles und behaltet das beste.

    Ich habe manche Erkenntnis durch den Heiligen Geist erhalten und daher kann ich sagen, ich wurde vielfach erleuchtet. Doch ist meine Erkenntnis und meine Weisheit nicht vollkommen! Meine Erkenntnis ist Stückwerk. Kann es wirklich sein, dass ein Mensch vollkommene Erkenntnis und vollkommene Weisheit erlangt? Punktuell, also bezogen auf eine bestimmte Sache mag das sein. Doch vollkommene Erkenntnis und vollkommene Weisheit gehen darüber soweit hinaus, dass ich denke, dass ein irdisches Leben nicht ausreicht um dort hinzugelangen.

    Ich gehe aus der Betrachtung des Lebens und der Lehre von Buddha mit vielen Fragen raus, die sich mir nicht erschlossen haben. Ich kann aber sagen, die Beschäftigung mit ihm und seinen Lehren hat mich bereichert. Ich bin nicht abgestoßen, auch wenn nicht in jedem Bereich Übereinstimmung herrscht. Ich fühle mich auch nicht bedroht, weil ich keine kriegerische Handlung erkennen kann, die mich zwingen will so zu werden, wie er war. Insbesondere dieser Aspekt lässt mich bei Buddhisten keine Alarmglocken in mir aufkommen. Denn die Entscheidungsfreiheit sich für oder gegen einen Glauben entscheiden zu können, ist aus meiner Sicht mit eines der wichtigsten Prinzipien, welche zu beachten sind. Insbesondere die Liebe zu allen Lebewesen der belebten Natur und auch der durchaus wissenschaftliche Ansatz der Betrachtungen, die gleichzeitig eine spirituelle Ebene zulassen, schätze ich im Buddhismus sehr.

    Ich kann den Scharm dieser Religion erkennen.

    Ich kann auch viele Übereinstimmungen mit der Lehre Jesu Christi erkennen.
    Gab es da einen direkten Einfluss? Die Frage kann ich bisher nicht beantworten.

  • Hans

    @ Susanne U

    Liebe Susanne,

    in welcher Form hast du erfahren, dass Buddhisten von Christen verfolgt wurden?
    Du schreibst von Kritik und von Bekämpfung.
    Ich hoffe du hast meinen Artikel nicht als Bekämpfung empfunden.
    Kritik ist ja nicht unbedingt schlecht. Selbst schlechte Kritik, im Sinne einer anderen Denkweise muss ja nicht respektlos und herabsetzend sein.

    Ich gehöre einer christlichen Glaubensrichtung an, die viel kritisiert wird. Dabei werden wir allerdings oft auch herabgesetzt und persönlich angegriffen. Solltest du eine solche Kritik meinen, dann ist diese sicherlich unangebracht. Mein Glaube untersagt mir so etwas mit anderen Glaubensrichtungen zu tun.

    Ich habe das mit meinem Artikel nicht versucht zu tun. Ich habe mich versucht mit dem Thema ernst auseinanderzusetzen.

    Mir liegt vor allem nichts daran Buddhisten zu bekämpfen. Solange ich nicht physisch angegriffen werde, gibt es keinen Grund dafür mich zu verteidigen. Aber das ist es ja gerade, wofür der Buddhismus steht, nämlich für ein friedliches Miteinander leben ohne physische Aggression. Das ist ja gerade das, was den Buddhismus so auszeichnet und ihn sympathisch macht.

    In diesem Sinne kann ich auch verstehen, dass du den Buddhismus als „Brücke“ der Religionen bezeichnest. Denn jemand der friedlich auf einen anderen zugeht, ist sehr diplomatisch und damit auch Brücken bauend.

    Dennoch habe ich damit ein Problem diesen Begriff zu verwenden. Denn es scheint so, als würde der Buddhismus dargestellt als zentrales Glaubensbekenntnis von dem aus die Brücken zu den anderen geschlagen wird. Das wiederum würde den Buddhismus in den Rang der alleinwahren Religion heben können, dem ich zumindest aus meiner Sicht nicht zustimmen kann.

    Auch halte ich ihn für problematisch im Sinne von Äußerungen andere, dass der Buddhismus jedem andersgläubigen eine Heimat bietet, in der er weiterhin seiner eigenen Religion folgen kann. Die Unterschiede zwischen Christentum und Buddhismus führen zu beiderseitigen Unverträglichkeiten im Glauben und daher auch unweigerlich zu Glaubenskonflikten.

    Es war nicht Jesus Christus, der in der Bibel als erstes von Nächstenliebe gesprochen hatte. Nun, in gewisser Hinsicht schon, wenn man seine Vorirdische Existenz als Jehova mit betrachtet. Doch es wird bereits von Mose über die Wichtigkeit der Nächstenliebe geschrieben.

    Viele kennen den Weg, aber wenige gehen ihn auch.

    Das ist bis heute so geblieben.

    Ob Christ oder Buddhist, wir werden, sofern wir versuchen unseren Glauben auch zu leben, stets mit Verachtung, Anfeindungen und Bekämpfungen rechnen müssen. Denn die Welt fühlt sich in allem bedroht, was sie nicht kennt. Doch letzten Endes hat das keinen Einfluss auf uns, sondern auf sie.

    So denke ich, dass sowohl Buddha und seine Nachfolger, als auch Christen dafür einen friedlichen Weg gefunden haben, damit umzugehen. Wir vergeben einfach, lieben diese Menschen und versuchen ihnen ein besseres Beispiel zu sein. Vor allem aber lassen wir uns dadurch nicht aus der Ruhe bringen, sondern wissen im Vorhinein, dass wir damit rechnen müssen, auch wenn wir es nicht mögen.

    Da das Thema nun auch war, wurde Jesus Christus durch die Lehren Buddhas beeinflusst, sind natürlich auch die von wf genannten Möglichkeiten mit in Betracht zu ziehen.

    Ob Jesus Christus sich tatsächlich zwischen dem 12. und 30. Lebensjahr in Indien aufgehalten hat oder nicht, ist dabei ja überhaupt nicht relevant. Zumindest für mich nicht. Denn woher der Einfluss kam ist sicherlich nicht nachzuweisen. Es ist aber frappierend, dass so viele Übereinstimmungen bestehen.

    Es gibt aber eben auch entscheidende Unterschiede.

    Die Möglichkeit eines Zusammenhangs mag für viele Christen vielleicht auch so sehr an ihrem Weltbild rütteln, dass sie es deshalb von vorneherein ablehnen wollen.

    Für mich als Christ ist es so, dass ich mit den größten Unterschied in den Lehren darin erkenne, dass Buddha es aus sich selbst ohne göttliche Hilfe und unter Verachtung der herrschenden Religion geschafft hat, Jesus Christus hingegen als Sohn Gottes auftritt, der die Erfüllung der herrschenden Religion (Judentum) darstellt und sogar eine Weiterentwicklung ist.

    Die Erkenntnis über meine Unvollkommenheit auch im Wandel zum Guten hin, lässt mich zweifeln, dass ich es jemals hier auf Erden schaffen könnte diese Vollkommenheit insgesamt zu erreichen.

    Dabei ist sicherlich auch der Begriff der Vollkommenheit zu betrachten. Vielleicht versteht ein Buddhist ja ganz etwas anderes darunter als ich es tue.

    Insbesondere darin vollkommen zu sein, sich von allem zu lösen ist natürlich etwas anderes als vollkommen zu sein, sowohl im Wissen, in Weisheit, in Macht und Kraft und das auch in Bezug auf die Mächte der Natur.

    Susanne, ich respektiere, dass du Buddhistin bist. Ich bin nun etwas länger Christ als du Christin warst. Ich kenne die für und wider in meinem Glauben. Ich bin auch in meinem Glauben nicht vollkommen und habe auch darin nicht vollkommene Kenntnis und Erkenntnis.

    Die Anfeindungen von außen machen mir deshalb nicht so viele Sorgen, weil sich mein Glaube in mir abspielt. Es geht nicht darum die anderen zu verbessern, sondern darum mich zu verbessern. Sicherlich will man gerne auch die anderen unterstützen und ihnen zu gleichen Erkenntnissen verhelfen. Aber der erste Schritt und auch die weiteren Schritte müssen von diesen Menschen kommen die Erkenntnisse anzunehmen. Darauf haben wir keinen Einfluss. Ich habe nur Einfluss auf mich selbst. Und selbst da muss ich erkennen, dass ich nicht uneingeschränkten Einfluss auf mich habe. Ich kann weder meine Ehefrau, noch meine Kinder dazu bringen etwas gegen ihren Willen zu tun, selbst dann nicht, wenn es das Beste für sie wäre es zu tun, was ich ihnen sage oder vorlebe.

    Und seien wir mal ehrlich. Trotz meinem Streben nach Vollkommenheit, kann ich ein Monster sein, was mich immer wieder überrascht. Und einige Informationen über Aggressionen von buddhistischen Mönchen lassen auch erkennen, dass die Bereitschaft zu kämpfen und sogar zu töten auch nicht mit Buddha in den eigenen Reihen eliminiert wurde.

    Bedauerlicher Weise haben wir es mit dem Menschen als unvollkommenem Wesen zu tun. Da kann die Lehre noch so gut sein, der Mensch verdreht und missbraucht sie. Deshalb dürfen wir uns nicht von diesen Menschen beeinflussen lassen in unserem Streben diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

    Auch dürfen wir uns auf Grund dieser Menschen nicht von unserem Glauben abbringen lassen. Denn wir wissen grundsätzlich selbst durch unser Gewissen (wir nennen es auch das Licht Christi, dass allen Menschen innewohnt) und die Eingebungen des Heiligen Geistes, was richtig und was falsch ist. Aber ob wir das wissen, wie ich es schreibe oder weil wir die Lehren Buddhas in uns aufgenommen haben oder eine andere Quelle zu glauben haben, so kommt es darauf an, was jeder einzelne tut, damit es gut wird. Daher bist du genauso wichtig wie ich und ich wie du. Wir beide dürfen nicht daran verzweifeln, dass es viele andere gibt, die es vielleicht nicht tun. Sondern wir brauchen den inneren Halt, dass die Zeit kommt, dass Dinge besser gehen werden und das wir einen Betrag dazu leisten konnten.

    Daher, sei eine gute Buddhistin und ich werde mich bemühen ein guter Christ zu sein. Dann wiederum besteht zwischen uns eine Brücke die aufgebaut wurde, weil wir an unserem jeweiligen Ort für eine Verbesserung eingetreten sind. Wir müssen halt den Weg gehen, den wir erkannt haben und müssen leben und tun und nicht nur reden.

    Alles Gute,

    Hans

  • Hans

    @ Susanne U
    Liebe Susanne,

    ich muss meine Ausführungen in meinem ersten Artikel revidieren und mich bei dir und allen Buddhisten entschuldigen.

    Ich schrieb aus Unverständnis und Unkenntnis in Bezug auf Buddha und die Familienfeindlichkeit im Zusammenhang mit dem Mönchtum. Es entsprang dem, wie ich es bis gestern verstanden hatte. Doch habe ich dazu gelernt und erkannt, dass das Mönchtum ähnlich dem Mönchtum in der katholischen Kirche eine relativ kleine Gruppe der Bevölkerung betrifft und nicht die Bedingung für den Eintritt in die Erleuchtung darstellt.

    Für mich persönlich wäre das Mönchtum nichts auf Dauer. Ich habe es eine Zeit lang in meinem Glauben gelebt. Nicht in dieser Form, sondern als Missionar auf Zeit. Ich bin sicherlich jederzeit wieder bereit dies zu tun, aber nun mit meiner Frau.

    Die Ehe birgt eben auch körperliche Verlangen, die einen gegenseitigen Dienst beinhalten. Die Aufgabe der Ehe um Mönch zu werden, halte ich nicht für richtig. Wenn Buddha es Mönchen verwehrt hat, Soldaten anzuwerben, dann, weil sie eine Aufgabe zu erfüllen haben. Ein Ehemann und eine Ehefrau sollten ihren Aufgaben als Ehepartner auch nicht entfliehen. Eine Erlösung muss auch innerhalb dieser Ehe möglich sein und ist es auch und zwar für beide und das innerhalb des alltäglichen Lebens innerhalb dieser Welt.

    Dies gilt sowohl für die Erlösung, als auch für die Erleuchtung.

    Der Aspekt des Göttlichen fehlt mir noch im Buddhismus. Doch vielleicht sprechen wir über die selben Dinge mit unterschiedlichen Worten und unterschiedlichen Ansichten.

    Wie von Buddha berichtet wird, soll er gesagt haben, dass wir nur das tun und predigen sollen, wovon wir uns selbst überzeugt haben und was wir selbst für wahr halten.

    In diesem Sinne gibt es vieles was ich annehmen kann.

    Und was ich nicht annehmen kann, braucht uns nicht zu entzweien.

    Ich versichere dir, dass ich dir ohne Arg geschrieben habe. Ich kenne dich nicht. Aber mir ist daran gelegen, dass du weist, da gibt es auch Christen, die nicht bestrebt sind dich zu bekämpfen.

    Ich bin davon überzeugt, dass keine gute Tat unbelohnt bleibt, sondern zu einem Segen für uns wird.

    Liebe Grüße

    Hans

    • wf

      Hallo Hans,
      könntest du bitte davon absehen, die Kommentarspalte mit weiteren Ausführungen zu deinen persönlichen Glaubensbefindlichkeiten zuzumüllen? Unsere therapeutische Geduld erschöpft sich, wenn der Sermon überläuft. Wenn du den unbedingt loswerden willst, mach einfach ne eigene Kladde auf…

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