Texterl zum Tage

 

Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht.
 Franz Kafka

Instrumental-Meditation
* Johannes Enders – Saxophon
* Achim „Wotan“ Juhl – Bass
* Werner Friebel – Gitarre

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War Jesus ein Buddhisten-Schüler?

Fake, Verschwörungstheorie oder Glaubensrevolution? Immer wieder wird an dem Gerücht geköchelt, Jesus von Nazareth sei in der Zeit, in der er in der Bibel keine Erwähnung findet, in Indien und Tibet gewesen. Und auch nach seiner vermeintlichen Kreuzigung im unbewachten Grab aufgewacht und einfach ausgebüchst – zurück in den Goldenen Osten.

himalayaViele Freizeitforscher und publicity-beflissenene „Wissenschaftler“ schließen aus Reiseberichten, dass im Himalaya tatsächlich ein blonder (!) Langhaar- und Bart-tragender Wanderprediger aus Palästina als „Issa“ bekannt sei und gar buddhistisches Gedankengut in seine monotheistische Lehre übernommen hätte. Dummerweise seien die beweismassigen Originaltexte aus dem 2. Jahrhundert in einem buddhistischen Kloster im Gebirge Ladakhs eingelagert, zu dessen Bibliothek nur ein alter Mönch Zugang habe, der aber nur alle 5 Jahre den beschwerlichen Weg dorthin auf sich nehme und eine Terminabsprache mit ihm halt irgendwie nicht möglich sei. Verschwörungstheoretiker gehen allerdings davon aus, dass sich der Vatikan in einer Geheimaktion Ende des 19. Jahrhunderts der blasphemischen Dokumente bemächtigt habe, nachdem ein russischer Offizier namens Nikolai Notawitsch diese bei einer „Forschungsreise“ gefunden habe (offenbar des ‚Sanskrit‘ mächtig…).

Jetzt ist in Kashmir auch noch ein unbekanntes Grab ausgebuddelt worden, das dem Nazarener zugeordnet wird – leider ohne verwertbare DNA-Spuren, aber für eine einträgliche Pilgerstätte braucht’s die ja bekanntlich nicht ;-)
Der „Discovery-Channel“ hat dem Thema eine Doku gewidmet, die in einer Art Endlosschleife immer wieder in den „Kulturkanälen“ rotiert (gestern bei „Phoenix“) und recht amüsant anzusehen ist. Noch ein paar (ernstgemeinte) Zusatz-Infos zum Filmchen findet ihr vorab hier bei 3sat.

wf

5 comments to War Jesus ein Buddhisten-Schüler?

  • Gerhard

    Wenn ich als katholisch Erzogener, die Texte aus dem Dhammapada mit den Worten Jesus vergleiche, kommt mir schon der Gedanke, dass Jesus nach der Lehre Buddhas gehandelt hat. Zu Beachten ist hier meines Erachtens, dass das Christentum in der Geschichte schon von „Trojanern“, wie beispielsweise dem Kaiser Konstantin (ca. 300 n. Ch.)in einer Art verändert wurde, dass es inzwischen (schon sehr lange) weder im Sinne Jesus dem Christ, noch im Sinne Buddhas ist.
    Da habe ich eher den Eindruck dass das Christentum, wie ich es zum Teil kennen gelernt habe, als Deckmantel der Gier und der Selbstsucht benutzt wird.

  • wf

    Der Buddhismus war zur Zeit Christi im Nahen Osten natürlich bekannt. So entstand nach Alexander dem Gr. der Graeco-Buddhismus, Ideen wurden über die alte Seidenstrasse transportiert, in der (verbrannten) Bibliothek von Alexandria dürften entsprechende Schriften gesammelt worden sein und bei den Stoikern und Epikuräern scheint der B. Niederschlag in deren Philosophie gefunden zu haben. Dass Jesus himself aber den weiten Weg bis Ladakh genommen hat, geben seriöse Quellen eher nicht her.

  • Susanne U,

    Dem möchte ich mich absolut anschliessen.
    Uns “ christlich“ Erzogenen möchte ich ans Herz legen, nach der buddhistischen Lehre zu leben. Glauben Sie mir: Es widerspricht sich vielleicht mit dem Verein der katholischen Kirche, nicht jedoch mit Jesu Lehre.

    Ich möchte mich der Aussage von “ Gerhard “ anschließen, nicht dem „wf“ Kommentar, um das nochmal deutlich zu machen .

    Unsere deutsche Gesellschaft benötigt “ dringend“ die ethische und moralische Lehre, wie Buddha Sie lehrt. Darin geht der Machtanspruch der katholischen Kirche unter. Jeder Einzelne, der sich mit der buddhistischen Lehre befasst, wird mit sich und seinem Umfeld – ob Mensch, Tier oder Umwelt – mit mehr Respekt, Achtung und Würde umgehen.
    Probieren Sie es einfach aus. Trauen Sie sich.
    Susanne U.

  • Susanne U.

    Interessant ist, weshalb das Christentum und andere Religionen immer wieder versuchen, den Buddhismus zu kritisieren oder gar zu bekämpfen.

    Ich war 47 Jahre lang Christin, “ eingefleischte Augsburgerin und Bayerin“, bevor ich zum Buddhismus konvertierte. Ich respektiere nach wie vor diese Religion, doch ich würde mir niemals “ anmaßen“, diese als einzig Heilbringende zu deklarieren.

    Der Buddhismus ist eine “ Brücke“ aller Religionen. Er hat es nicht nötig, sich zu profilieren.

    Er appelliert an jeden Einzelnen von uns, an sich zu arbeiten, mit sich und seinem Umfeld in Respekt, Verantwortung und in Würde umzugehen. Dies bedarf keiner Dogmatik, keiner Machtposition, keinem Reichtum, keiner Unterdrückung, wie es die Katholische Lehre tut.

    Der Buddhismus lehrt Einzig die Bescheidenheit, die Achtung, den Respekt und die Liebe zu sich und allen Geschöpfen, auch zu den Tieren und Pflanzen.

    Dies bedarf keiner protzigen Kirchen und Machtpositionen wie dem Vatikan.

    Übrigens: Auch der heilige Franziskus, viele andere Heilige und Jesus lebten nach dem Prinzip Buddhas. ….und wurden ihrer Zeit von der katholischen Kirche kritisiert und bekämpft, bevor sie …lange Zeit später….heilig gesprochen wurden.

    Gott und die buddhistische Lehre. (K)ein Widerspruch? Ein “ Geheimnis“ des Lebens. Welcher Mensch will sich anmaßen, dies zu trennen oder gar zu verbieten? Was würden wir Christen und andere Religionen sagen, wenn Gott den Buddhismus den Menschen gegeben hat, als Lebenseinstellung, als Lebensweg in „Seinem Namen“, um rechtschaffen zu Leben?

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