Texterl zum Tage

Ohne Heimat sein heißt leiden.

Fjodor Dostojewski




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Malias Hommage an Nina Simone in der „Unterfahrt“

Leider schaff ichs nicht so oft, wie’s mir taugen würd, rein nach München in den Jazzclub „Unterfahrt“, in dem ich mich seit dessen Eröffnung im Jahr 1978 immer recht wohl und musikalisch inspiriert gefühlt hab. Damals hatte ich meine Studentenbude gleich ums Eck in Haidhausen, machte mich also öfter auf den Weg durchs noch nicht gentrifizierte Viertel und schloss nicht nur mit den damals angesagten Spielarten des Free und Modern Jazz Bekanntschaft, sondern auch mit einigen Leuten aus der Szene, zu denen teilweise bis heute freundschaftliche Verbindung besteht.

Mittlerweile ist der Club, der inzwischen auch international einen hervorragenden Ruf besitzt, ein Stückerl Richtung Innenstadt in die Einsteinstrasse umgezogen und wird von einem Förderverein getragen – vom Leid der schwierigen Finanzierbarkeit erstklassiger unkommerzieller Musik kann auch in der „Unterfahrt“ ein Lied gesungen werden. Umso erfreulicher, dass es immer noch gelingt, dort ein breit gefächertes, täglich wechselndes Programm mit speziellen Länderschwerpunkten im europäischen und internationalen Jazz anzubieten – sogar die sonntäglichen Jam-Sessions mit lokalen Nachwuchsmusikern gibts noch.

jazzsängerin malia

Jazzsängerin Malia

Kürzlich war dort die afrikanisch-englische Jazzsängerin Malia zu Gast, um ihr neues Album „Black Orchid“ vorzustellen. Eine wunderbar entschleunigte Hommage an die große Nina Simone, deren Songs von Malia mit ihrer rauchig-fragilen Stimme höchst eigenwillig und reduziert interpretiert werden – keine Note zuviel, aber auch keine zuwenig.

Die in Malawi geborene Malia ist als Tochter einer Schwarzen und eines weißen Engländers aufgewachsen, kam als Teenager nach London und kann sich auch deshalb mit den Themen der Songs von Nina Simone identifizieren: Rassismus, Rassentrennung und die Stellung afro-amerikanischer Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft.

Der deutsch-französische Kultursender ARTE war bei dem Konzert dabei und hat’s exclusiv aufgezeichnet:

Video-Link

ZEIT-Artikel: Kulturförderung für den Jazz

wf

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