Neujahrsrätsel 2019: Wittgenstein im Zug

Diesmal gibts drei Exemplare des “Wittgenstein Sachcomic” zu gewinnen

Was tun, wenn man glaubt, in einer Angelegenheit alles erledigt zu haben? Genau, man wendet sich anderen Aufgaben zu, versucht Neues in der Vorstellung, das eigene Dasein mit Sinn zu erfüllen. So dachte auch Ludwig Wittgenstein, nachdem er 1921 seinen Tractatus logico-philosophicus veröffentlicht hatte und der Meinung war, damit “die Probleme im Wesentlichen endgültig gelöst zu haben”.
Er versuchte sich danach ein paar Jahre in Wien und Umgebung als Volksschullehrer, Klostergärtner und Architekt, fand aber nicht die erhoffte Erfüllung und entschloss sich 1929, an seinen früheren Studienort Cambridge zurückzukehren, um dort bei seinen Professoren Bertrand Russell und George Edward Moore über seinen Tractatus zu promovieren.

In Dover angekommen bestieg er den Dampfzug nach Cambridge, wo er am Bahnhof von seinem alten Freund John Maynard Keynes abgeholt werden würde. Wittgenstein schätzte die englische Eisenbahn, die zu jener Zeit als modernste Europas galt. Alle Überlandstrecken waren zweigleisig ausgebaut und alle Züge fuhren mit einer konstanten Reisegeschwindigkeit von schier unglaublichen 120 km/h.

Während der Fahrt bemerkte Wittgenstein mit Blick auf seine Uhr, dass genau alle 10 Minuten ein Zug aus der Gegenrichtung vorüber rauschte. Doch plötzlich wurde die Geschwindigkeit seines Zugs deutlich abgesenkt und die adrett uniformierte Conductress erklärte auf Wittgensteins Nachfrage, dass man aufgrund eines unerklärlichen Druckabfalls im Dampfkessel den Rest der Strecke in diesem etwas langsameren Tempo fahren werde. Wie hoch dieses Tempo nun noch sei? Das wisse sie leider nicht, meinte die Conductress lächelnd, aber die Verspätung werde nicht allzu groß sein. Da Wittgenstein aber bekanntlich ein Freund der Genauigkeit war, genügte ihm diese vage Auskunft nicht und er nahm wieder seine Uhr zu Hilfe.
Und siehe da, nun passierten die Gegenzüge nicht mehr alle 10, sondern erst alle 12 Minuten, und da die Gegenzüge ja weiterhin mit 120 km/h unterwegs waren, konnte Wittgenstein zufrieden seine eigene Reisegeschwindigkeit und damit seine voraussichtliche Ankunftszeit in Cambridge ausrechnen; der gute Keynes würde nicht allzu lang warten müssen.

Die Quizfrage für euch:

Mit wieviel km/h war Wittgensteins Zug im langsameren Modus unterwegs?


wittgenstein sachcomic

Wittgenstein Sachcomic
TibiaPress, 176 Seiten

Wer meint, die richtige Lösung gefunden zu haben und ein Buch gewinnen möchte, kann sie uns wieder per email zusenden (bitte nicht hier in den Kommentaren posten!). Und gebt bitte auf der Lösungs-Mail eure postalische Adresse mit an für eine mögliche Gewinn-Zustellung, falls unsere Losfee euch aus dem Zettelpackerl zieht.

Einsendeschluss ist Montag, der 21. Januar 2019.

Unter allen richtigen Zusendungen verlosen wir diesmal 3 Exemplare des Sachcomics “Wittgenstein”, die uns der Verlag TibiaPress freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Dieses Infocomic zeichnet das spannende, unstete Leben des großen Philosophen, strengen Logikers und gleichzeitig selbstquälerischen Moralisten auf 176 Seiten in Cartoon-bebilderten Szenen mit vielen Original-Textpassagen nach. Ein ungewöhnlicher und unangepasster Denker, der die Philosophie der Neuzeit sowohl mit seinem Früh- wie auch mit seinem Spätwerk nachhaltig beeinflusst hat.

wf