Texterl zum Tage


Politik ist die Kunst, die Leute daran zu hindern, sich um das zu kümmern, was sie angeht.

Paul Valéry

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Bücherbus für Palästina

Wenn das Kind nicht zum Buche kommen kann, muss das Buch eben zum Kind. Deshalb geht seit Ende Februar in den Palästinensergebieten, wo keine öffentliche Bibliothek zugänglich ist, auf Initiative des Goethe-Instituts in Ramallah ein „Bibliobus“ des Deutsch-Französischen Kulturzentrums auf Tour. An Bord befinden sich rund 1.500 Medien in deutscher, französischer und arabischer Sprache. Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sowie begleitende Workshops für Pädagogen.


bücherbus palästina Durch Checkpoints und die 725 km lange Sperranlage, die Jerusalem von der Westbank trennt, ist die Bewegungsfreiheit in den Palästinensischen Gebieten stark eingeschränkt. Um Kindern und Jugendlichen dennoch freien Zugang zu Literatur und Lernmaterialen zu ermöglichen, steuert der vom Deutsch-Französischen Kulturzentrum und dem palästinensichen Tamer Institute for Community Education gemeinsam betriebene Bus alle Partnerschulen an, die deutschen oder französischen Unterricht anbieten.

Über das reine Bibliotheksangebot hinaus bietet der fahrplanmäßig verkehrende Bus etliche weitere Attraktionen: Bilderbuchkino, zweisprachiges Vorlesen, Workshops zur Leseförderung, Puppentheateraufführungen, Malen, Basteln und darstellendes Spiel stehen auf dem Programm.
Für die längerfristig angelegte Aktion sucht das Deutsch-Französische Kulturzentrum übrigens noch ehrenamtliche Helfer, die als Lesepaten den Kindern bei der Auswahl und Ausleihe zur Seite stehen, mit ihnen über Vorlieben und Interessen reden – und ihnen nicht nur vorlesen, sondern sie auch zum Selber-Vorlesen ermutigen. Das könnte sich doch im Rahmen eins freiwilligen sozialen Jahres bei der einen oder dem anderen einrichten lassen.

Ich find’s höchst erfreulich, dass die Arbeit der bisher schon grenzüberschreitend Kulturschaffenden im Kulturschmelztiegel Palästina so eine Unterstützung an der Basis bekommt, allerdings dürfte diese Initiative nicht auf deutsch- und französisch-lernende Kinder beschränkt und dadurch mit einem Gerücherl des Elitistischen behaftet bleiben, sondern sollte als Vorbild für alle dort engagierten Organisationen dienen, allen Kinder in Palästina bessere und gleiche Bildungschancen zu verschaffen – angesichts der Annäherung der zerstrittenen Palästinensergruppen ist die Chance auf ein Gelingen gerade größer denn je…

wf/ Goethe-Institut Ramallah

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