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Auf der Ukulele wird nicht nur geschrammelt

Lange Zeit galt die Ukulele als Gag-Instrument von Musikclowns oder hing als billiges, aber dekoratives Urlaubsmitbringsel aus Hawaii an mancher Wohn- oder Kinderzimmerwand. Mittlerweile aber hat sich der bescheidene 4-Saiter zum akustisch-visuellen Trendsetter in Pop, TV-Werbung und auf YouTube gemausert, es gibt einen regelrechten Hype um die neuen „Uke-Stars“, dem nun auch Eddie Vedder, hauptberuflich Gitarrist bei Pearl Jam,  mit seinem neuen Soloalbum „Ukulele Songs“ Tribut zollt.

wikimedia-commons-UkuleleIm 19. Jahrhundert brachten portugiesische Arbeiter einen Vorläufer des „hüpfenden Floh“, die Braguinha, nach Hawaii, von wo aus sie, etwas modifiziert und aus hawaiianischem Koa-Hartholz gefertigt, als „The Machête“ 1915 den Sprung übers Meer auf die International Pacific Exhibition von San Fancisco schaffte; einem breiteren Publikum wurde die Kleine aber erst bekannt, als Marilyn Monroe als Sugar in dem Billy-Wilder-Film Manche mögen’s heiß eine Ukulele spielte. Seitdem hat die „Uke“ das Image der Unschuldig-Naiven und vermeintlich leicht Spielbaren und auf ihr zu schrammeln meint immer „We’re good guys at heart“.

In den 90ern waren’s zunächst die Indie-Rocker Noah and the Whale, Stephin Merritt, Mirah, Beirut, Buke & Gass und andere, die sich mit dem nostalgischen ‚Spielzeug‘ der pre-rock-era auf Bühne und Platte wagten, bevor ihm der junge Hawaiianer Jake Shimabukuro mit einem Solo-Konzert im Sydney Opera House auch die höchsten Weihen des Classic-Bizz verlieh.

Die Renaissance der Ukulele kommentierte die Lyrikerin, Uke-Spielerin und Sängerin Amanda Palmer (The Dresden Dolls)  kürzlich in einem Interview mit der New York Times: „Sie symbolisiert alles, was die hochglanzpolierte Musikindustrie nicht ist. Wir leben im Zeitalter der Demokratisierung der Musik. Und wenn es in einer Rezession ein 20-Dollar-Instrument gibt, kann jeder irgendwie dabei sein.“ Und auf eine noch tiefere Sehnsucht spielt Eddie Vedder an: „Komme ich mit diesem fröhlichen kleinen Instrument klar, so depressiv wie ich bin?“

Der „God of the Uke“ Jake Shimabukuro hat das augenscheinlich und hörbar geschafft und wurde auf YouTube zum Star – allerdings nicht mit Klassik, sondern mit dieser acht Millionen mal angeklickten Adaption von George Harrisons „While my guitar gently weeps“:

wf

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