Texterl zum Tage

Dein Leben ist so lang eine Kette von narzisstischen Kränkungen, bis du die Vorstellung von der herausragenden Bedeutung deines Ego losgelassen hast.

WF

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Pat Metheny’s vorweihnachtlicher Night Groove

Gerade rauscht der „Night Groove“, bei dem kommerzielle Veranstalter mit einem Häuflein aus der dritten Liga gecasteter Unterhaltungsbands durch die Lande ziehen und den Herdentrieb des Kneipen-Wandervolks für ihre kassenklingelnden Zwecke wohl zu nutzen wissen, auch durch unser eher beschauliches Städtchen, in dem heut passenderweise auch gleich die Weihnachtsbeleuchtung angeknipst wurde.
Nun sollte man ja eigentlich nicht herablassend über panem et circenses daherziehen, zumal in der heutigen Zeit das joviale Massenbesäufnis als angemessene Reaktion auf die allgemeine geistige und politische Lage erscheinen mag, doch mein eigener emotionaler Zugang zu derartigen ‚Geselligkeiten‘ ist höchstens der durch das Guckloch, nicht um eines voyeuristischen, sondern um eines sezierenden Blickes willen, wie ihn etwa manch ein Insekten-, Fisch- oder Vogelkundler auf die unergründlich scheinenden Bewegungsmuster des Schwarmverhaltens richtet.
Die Vorstellung, welch Obladi mich also erwarten würde, sobald ich heut noch das Haus verließe, riet mir von meinem gewohnten Abendspaziergang ab und ließ mich stattdessen zu einem musikalischen Gegen-Hausmittel greifen, und sei’s auch nur, um meine kulturelle Arroganz vor der Konstruktion eines Sinnhorizonts für dieses Mich-selber-ausgrenzen zu legitimieren ;-)

Lass euch auch gern ausschnittsweise an meiner heutigen ‚Hausmusik‘ teilhaben – mit einem Live-Stückerl der Pat Metheny Group samt meinem Lieblingsbassisten Richard Bona (von dem hier schon mal die Rede war); imho eins der wirklich gelungenen Beispiele dafür, wie sich kontrapunktiert geführte Melodielinien perfekt zu einem harmonisch erweiterten und dennoch sehr stimmigen tonalen Konzept in einem fein ziselierten, traumwandlerisch schwebenden Groove, zu meinem persönlichen „Night Groove“ vereinigen; J.S.B. hätte seine urgroßväterliche Freude daran gehabt.
Metheny hab ich nicht zufällig ausgewählt, denn der hat, seinerzeit noch in der 80/81-Besetzung, auch schon in unserem Städtchen live gespielt und mir einiges an Inspiration und sinnlichem Musikgenuss beschert. Ja, beschert, denn das damalige Konzert fand ebenfalls in der Vorweihnachtszeit statt.

wf

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