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	<title>Kommentare zu: Die Kassandrarufe des &#8220;Wilden Denkers&#8221;</title>
	<link>http://oxnzeam.de/2009/08/20/die-kassandrarufe-des-wilden-denkers/</link>
	<description>Notizen, Essays &#038; Reflexionen zu Kultur, Medien, Literatur und Gegenwartsphilosophie</description>
	<pubDate>Mon, 21 May 2012 21:48:29 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Von: Markus</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/08/20/die-kassandrarufe-des-wilden-denkers/#comment-13619</link>
		<author>Markus</author>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 20:21:59 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/08/20/die-kassandrarufe-des-wilden-denkers/#comment-13619</guid>
		<description>Ja, irgendwie beschleicht einen bei solchen gesellschaftskritischen Kassandrarufen schon manchmal das Gefühl, daß hier bei aller geäußerten scharfen Systemkritik letztlich doch systemstabilisierend gewirkt wird. 

Und ist es nicht auch so, daß heute gar nicht wenige ehemalige 68er nicht mehr viel von ihrem früheren Tun als radikallinke Weltverbesserer wissen wollen und es sich nach ihrem Seitenwechsel hin zum Kapitalismusfreak jetzt äußerst gemütlich machen in der einst so verhaßten entfremdeten Konsumwelt?

Fundierte Kritik an Fremdbstimmung und Manipulation muß wenigstens realistische Ansätze für befreiende  Veränderungsmöglichkeiten aufzeigen können, anstatt sich in nur in  dunkelsten Untergangstiraden zu ergehen, um nicht irgendwann in perverser Überanpassung zu enden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, irgendwie beschleicht einen bei solchen gesellschaftskritischen Kassandrarufen schon manchmal das Gefühl, daß hier bei aller geäußerten scharfen Systemkritik letztlich doch systemstabilisierend gewirkt wird. </p>
<p>Und ist es nicht auch so, daß heute gar nicht wenige ehemalige 68er nicht mehr viel von ihrem früheren Tun als radikallinke Weltverbesserer wissen wollen und es sich nach ihrem Seitenwechsel hin zum Kapitalismusfreak jetzt äußerst gemütlich machen in der einst so verhaßten entfremdeten Konsumwelt?</p>
<p>Fundierte Kritik an Fremdbstimmung und Manipulation muß wenigstens realistische Ansätze für befreiende  Veränderungsmöglichkeiten aufzeigen können, anstatt sich in nur in  dunkelsten Untergangstiraden zu ergehen, um nicht irgendwann in perverser Überanpassung zu enden.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: wf</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/08/20/die-kassandrarufe-des-wilden-denkers/#comment-13582</link>
		<author>wf</author>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 10:48:52 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/08/20/die-kassandrarufe-des-wilden-denkers/#comment-13582</guid>
		<description>@tischl: Deine Einschätzung, dass Zizek und andere "Outsider" ihre mediale Aufmerksamkeit teilweise auch ihrer Alibifunktion für die Gutmenschen und Möchtegerneliten verdanken, trifft sicher zu. Derlei Adaptionen scheinen aber spätestens seit Sokrates zu den antropologisch-psychologischen Konstanten der 'Zivilgesellschaft' zu gehören (eine Kulturgeschichte der Provokation wäre mal zu schreiben).
Deshalb sehe ich Zizeks Wichtigkeit vor allem darin, dass er zu denen gehört, die den roten Faden der 'Kritischen Theorie' öffentlich weiterspinnen, nachdem andere, wie etwa Habermas, sich auf diskursive Vermittlungsstrategien zurückgezogen haben.
Es ist leider so, dass die dialektisch elaborierteren Kulturkritik-Stimmen dieses Jahrzehnts öffentlich kaum gehört werden, etwa Volker Steenblock oder George Steiner, der in einem ZEIT-Gespräch über 'Kapitalismus und Kultur' Zizeks Aussagen schon vorwegnahm: "Schon der Neandertaler war postmodern. Wenn wir die Hände in den Schoß legen, sind wir verloren." (Die ZEIT, 3.8.2000).

Und danke übrigens für die Video-Verlinkung, war zum Zeitpunkt des Artikelschreibens noch nicht verfügbar.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@tischl: Deine Einschätzung, dass Zizek und andere &#8220;Outsider&#8221; ihre mediale Aufmerksamkeit teilweise auch ihrer Alibifunktion für die Gutmenschen und Möchtegerneliten verdanken, trifft sicher zu. Derlei Adaptionen scheinen aber spätestens seit Sokrates zu den antropologisch-psychologischen Konstanten der &#8216;Zivilgesellschaft&#8217; zu gehören (eine Kulturgeschichte der Provokation wäre mal zu schreiben).<br />
Deshalb sehe ich Zizeks Wichtigkeit vor allem darin, dass er zu denen gehört, die den roten Faden der &#8216;Kritischen Theorie&#8217; öffentlich weiterspinnen, nachdem andere, wie etwa Habermas, sich auf diskursive Vermittlungsstrategien zurückgezogen haben.<br />
Es ist leider so, dass die dialektisch elaborierteren Kulturkritik-Stimmen dieses Jahrzehnts öffentlich kaum gehört werden, etwa Volker Steenblock oder George Steiner, der in einem ZEIT-Gespräch über &#8216;Kapitalismus und Kultur&#8217; Zizeks Aussagen schon vorwegnahm: &#8220;Schon der Neandertaler war postmodern. Wenn wir die Hände in den Schoß legen, sind wir verloren.&#8221; (Die ZEIT, 3.8.2000).</p>
<p>Und danke übrigens für die Video-Verlinkung, war zum Zeitpunkt des Artikelschreibens noch nicht verfügbar.</p>
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	<item>
		<title>Von: tischl</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/08/20/die-kassandrarufe-des-wilden-denkers/#comment-13553</link>
		<author>tischl</author>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 23:35:20 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/08/20/die-kassandrarufe-des-wilden-denkers/#comment-13553</guid>
		<description>Man muss schon sagen, die Performance, die dieser sympathische Zizek auf das Parkett legt ist beachtlich. Philosophie, Soziologie, Psychoanalyse, Kapitalismuskritik, Antisemitismus...er weiß alles und hat den ultimativen Durchblick. Seine Grundaussage ist dennoch einfach: Das System ist an allem Schuld. Wer hätte das gedacht? Verschwörungstheorie light sozusagen: "...Wir sind Marionetten eines Systems..." 

Die Frage, welche man von einem so bedeutenden Philosophen beantwortet haben möchte, wäre jetzt natürlich: Was ist denn nun die Alternative zum bestehenden System? Doch auch dieses Mastermind versagt bei der Aufgabe, einen tragfähigen Gegenentwurf zu entwickeln, wie alle aktuellen Systemkritiker. Wie immer: gute Analyse, beste Diagnostik, aber keine Therapie. Am Ende ist es doch nur heiße Luft.

So bleibt er ein Statussymbol einer bürgerlichen Bildungselite, die sich in ihren wohlsituierten Vorstädten, neben ihrer grünen Partei, Greenpeace, einem Toyota Prius, auch noch einen Philosophen für ihr narzisstisches Gutmenschentum leisten kann. Aber denen schadet ein Psychoanalytiker auch nicht, im Gegenteil.

Link zum Kulturzeit Video mit Zizek auf 3sat:
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&#38;obj=13901</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Man muss schon sagen, die Performance, die dieser sympathische Zizek auf das Parkett legt ist beachtlich. Philosophie, Soziologie, Psychoanalyse, Kapitalismuskritik, Antisemitismus&#8230;er weiß alles und hat den ultimativen Durchblick. Seine Grundaussage ist dennoch einfach: Das System ist an allem Schuld. Wer hätte das gedacht? Verschwörungstheorie light sozusagen: &#8220;&#8230;Wir sind Marionetten eines Systems&#8230;&#8221; </p>
<p>Die Frage, welche man von einem so bedeutenden Philosophen beantwortet haben möchte, wäre jetzt natürlich: Was ist denn nun die Alternative zum bestehenden System? Doch auch dieses Mastermind versagt bei der Aufgabe, einen tragfähigen Gegenentwurf zu entwickeln, wie alle aktuellen Systemkritiker. Wie immer: gute Analyse, beste Diagnostik, aber keine Therapie. Am Ende ist es doch nur heiße Luft.</p>
<p>So bleibt er ein Statussymbol einer bürgerlichen Bildungselite, die sich in ihren wohlsituierten Vorstädten, neben ihrer grünen Partei, Greenpeace, einem Toyota Prius, auch noch einen Philosophen für ihr narzisstisches Gutmenschentum leisten kann. Aber denen schadet ein Psychoanalytiker auch nicht, im Gegenteil.</p>
<p>Link zum Kulturzeit Video mit Zizek auf 3sat:<br />
<a href="http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&amp;obj=13901" rel="nofollow"></a><a href='http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&amp;obj=13901'>http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&amp;obj=13901</a></p>
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