Philosophische Schnipsel

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Schnupp dir was

“Gedanken sind Sternschnuppen, die besten stürzen lautlos an unserer Lebenssphäre vorbei. Nur zufällig erblickt jemand am Nachthimmel das lichte Gedachte, wie es vorbeischießt und erlischt. Manche Werke und Bilder aber gleichen Sternbrocken, die unsere Lebensbahn immer wieder kreuzen.” (Botho Strauß)

sternschnuppeMitte August ist alljährlich die beste Zeit zum Sternschnuppen-Gucken, weil da die Sonnenumlaufbahn der Erde die Perseiden,  die verglühenden Staub-”Abfälle” in der Bahn des Kometen Swift-Tuttle kreuzt. Die “besten” Tage sind zwar schon vorbei und wegen der meist herrschenden Bewölkung konnte man am Nachthimmel nur in wenigen Regionen was von dem astronomischen Feuerwerk sehen, doch am Wochenende sollten dann doch ein paar “Nachzügler” aufkreuzen. Eine Zeitlang glaubte man, dass dabei der Komet und die Erde im Jahr 2126 zusammenprallen könnten,  nach neueren Erkenntnissen geht man eher von einer knappen Verfehlung aus.

Die ersten Aufzeichnungen über  Meteorströme verfertigten vor über 2000 Jahren die Chinesen, allerdings noch ohne die Erklärung, dass diese Teilchen in die Erdatmosphäre eindringen, sich an der Lufthülle reiben und dabei durch die Reibungshitze hell aufglühen. Mehr dazu findet ihr bei Astrodicticum simplex.

Mit der etymologischen Neugier, die ja das kindliche Fragen nach den Weltzusammenhängen auch antreibt (gell, ihr Deutschlehrer!) wollte ich schon sehr früh wissen, woher das Wort “Sternschnuppe” eigentlich kommt. Und weil’s damals noch keine Wikipedia gab, fragte ich also meine Oma, weil die ihre verkohlten und abgeschnittenen Kerzendochte “Schnuppen” nannte. “Schnuppe” hänge mit schnauben und Schnupfen zusammen und bedeute soviel wie “putzen”, erklärte sie, und wenn man Kerzen ausbliese, müsse man sie putzen, damit die glühenden Dochte nix entzünden könnten. Und weil die leuchtenden Meteore Putzabfälle der Sterne seien nenne man sie deshalb “Sternschnuppen”, das habe sie im Grimmschen Wörterbuch gelesen.

Aber möglicherweise ist das dem astronomisch aufgeklärten Leser heutzutage sowas von schnuppe

wf

One Response to “Schnupp dir was”

  1. 1
    Szasza:

    ja, so ne gute weise Oma taugt für Kinder halt doch mehr als jede Wikipedia…

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