Texterl zum Tage

Wer oft genug ans Hohle klopft, der schenkt der Leere ein Geräusch.

Jochen Malmsheimer


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Musikalische Feinkost zur Prime Time

Also, weil grad „Wetten, dass..?“ aus der Münchener Olympiahalle in der Glotze läuft: Das gäb wohl ein schönes Gejammer und Wegzappen am deutschen Familienlagerfeuer, wenn in einer deutschen Spiel-  oder Late-Night-Show zur besten Sendezeit statt der üblichen Pausenclowns des Dödel-Pop oder Mainstream-Rock mal richtig moderne, frische und sinnliche Musik präsentiert würde.
Wer glaubt, dass auch an dieser deutschen Kulturmisere hauptsächlich das Vorbild der vermeintlich seichten US-Unterhaltungsindustrie schuld sei, mag doch mal einen genaueren Blick über den Teich und in die dortige Prime Time werfen: da sind es nicht nur Nischenprogramme wie bei uns ARTE oder 3SAT, die sich trauen, ‚Unerhörtes‘ weit oberhalb des kleinsten gemeinsamen Geschmacksnenners ins Hauptprogramm zu nehmen.
Auch bei für den weißen Mittelstand konzipierten Sendungen, etwa bei Jimmy Kimmel Live!, einem Einschaltquotenmultimillionär, sorgen seit einiger Zeit regelmäßig hochtalentierte „Frischlinge“, auch aus der Black Music (Obama-Effekt?) , für anspruchsvolle Auflockerung wie kürzlich die nicht nur in musikalischer Hinsicht bezaubernde, gerade mal 24 Jahre alte Jazzsängerin & Bassistin Esperanza Spalding – da hätte wohl auch der dogmatische Kulturfinger und Jazz-Abstinenzler Adorno seine Freud‘ dran gehabt, weil’s ja doch im Sinne der ‚Dialektik der Aufklärung‘ ein Schimmer Hoffnung ist…

 

Hier die Jazz-Lady live mit „I know You know“ – auf Wunsch Barak Obamas zu dessen Nobelpreisverleihungs-Konzert:

 

wf

CD Esperanza Spalding „Esperanza“

2 comments to Musikalische Feinkost zur Prime Time

  • Karl

    Mein Corpus Callosum ist leider (noch) nicht so gut entwickelt, dass ich die offenbare harmonische und rhythmische Komplexität des Sounds auch als sinnenberauschend empfinde – ich arbeite daran.
    Aber so wie mir gehts halt 90% der Normalhörer und deshalb wird sich der öffentliche Musikmassenkonsum auch nicht so schnell ändern.
    Wahrscheinlich müsste man den Hebel in der frühkindlichen Entwicklung oder wenigstens der schulischen Musikpädagogik ansetzen, um den Balken zu stärken; hätte sicher noch weitere Vorteile hinsichtlich „Vernetztes Denken“.

  • Trotz der „interessanten“ Frisur mag ich den Song. Den finde ich wirklich toll! Und ihr?

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