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Startseite » Archive für Dezember 2008

Dezember 2008

2008er Philosophie-Nachlese

Die Zeiten waren schon mal schlechter für die öffentliche Rezeption philosophischer Themen und Weltinterpretationen. So findet sich im rückblickenden Jahresranking 2008 auf Platz 1 der SPIEGEL-Sachbuch-Bestsellerliste das smalltalktaugliche Philosophie-Einsteigerbuch „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ von Richard D. Precht (SZ-Rezension von Jens-Christian Rabe) – immerhin vor einem TV-bekannten Wandervogel und einer altersweise vor sich hin kokelnden Polit-Ikone. Schon im Sommer hatte Richard Dawkins  „Gotteswahn“ mit wochenlangen Top-Ten-Platzierungen das Leser- und Kritikerfeld philosophisch beackert und bei den Kinderbüchern sorgte Schmidt-Salomons „Wo bitte geht’s zu Gott?“ für mächtig mediale… Weiterlesen »2008er Philosophie-Nachlese

Weihnachtsgroteske mit Laurel & Hardy

Irgendwann wird man’s ja leid, die Denkzweigerl zum Weihnachtsfest mit lästerlichen Kommentaren zu behängen und deshalb schließ ich mich dieses Jahr einfach dem Streiflicht der Süddeutschen Zeitung an, wonach allein die Komik „Zuflucht vor dem Weihnachtsfeuer der Kitschkanonen“ böte. Wie etwa bei Laurel & Hardy in ihrer genialen Farce „Big Business“, in dem die Verwandschaft von Weihnachten, Weihnachtsbaum und Weltuntergang zu einem grotesken Miteinander findet… Kurzfilm: Laurel & Hardy: „Big Business“(1929) Big Business wf

Polylux, die letzte

Klappe, das war’s – zumindest im „Ersten“. 12 Jahre lang versuchte das selbsternannte Lifestyle-Magazin „Polylux“ den schon fast nachtschlafenden Hirnzellen des ARD-Publikums mit allerlei Belanglosigkeiten, Minderheiten-Marotten und dialektischen Fehlzündungen in einem sogenannten „Fight-Club“ ein Szene-Feeling einzuimpfen, das sich aber letztlich nur mit dem lasziv-süffisanten Lächeln und einem cool-bin-ich-hämischer-Jargon von Moderatorin Tita von Hardenberg etwas anfüttern ließ. SPIEGEL online nannte das Magazin „die letzte Seifenblase der New Economy“, was insofern zutrifft, als man jahrelang dem kleinen RBB die Produktionskosten abquatschen konnte mit dem (uneingelösten) Versprechen, den Senilitätsfalten der ARD durch kleine… Weiterlesen »Polylux, die letzte

Neuromarketing und mentaler Kapitalismus

Blogauslese 2008

Unser Gehirn ist für das ständige ‚vernünftige‘ Analysieren komplexer Eigenschaften offenbar nicht weit genug entwickelt und deshalb schneiden häufig die Menschen bei Kaufentscheidungen besser ab, die dabei weniger nachdenken. Der Psychologe Gerd Gigerenzer sieht in seinem Buch „Bauchentscheidungen“ in unseren Emotionen sogar bereits „Entscheidungsstrategeien, die uns die Vernunftentscheidungen abnehmen“. Auf solchen Einsichten ruhen auch die Hoffnungen der Werbewirtschaft, die zunehmend die Erkenntnisse der Neuroforschung zur Grundlage ihrer Verführungsversuche macht und als Zielobjekt nicht mehr den ‚Homo ökonomikus‘, sondern den irrationalen Schnellentscheider im Visier hat. Nur wenn die Werbeexperten genau wissen,… Weiterlesen »Neuromarketing und mentaler Kapitalismus

Von Vollpfosten, Chauvis und tragischen Helden

Nachdem ich mir einige Chauvinismus-Vorwürfe gefallen lassen musste, weils hier eine Rubrik „Weibsbilder“ ohne entsprechendes männliches Pendant gibt, hab ich nun zur Klassensubsumierung sämtlicher hier portraitierter Vollpfosten, Dödel, Chauvis und tragischer Helden die zur Strafe mehr als doppelt so stark bestückte Kategorie „Mannsbilder“ eingeführt, damit mit dem ironiefreien Geschnatter a Ruah is. Sollt‘ ich den einen oder anderen einschlägigen Beitrag  beim Einsortieren vergessen haben, könnt’s mich ja drauf aufmerksam machen. Die paar Beiträge, in denen ich mich selber als einer dieser Gruppen zugehörig oute, hab ich dabei allerdings bewusst aussen… Weiterlesen »Von Vollpfosten, Chauvis und tragischen Helden

Lesefrust und Lesesinn

Rechtzeitig zum Nikolaus schwingt die „Stiftung Lesen“ wieder mal die Rute und ermahnt uns mit der (schon geahnten) Wahrheit, dass jeder vierte Deutsche überhaupt keine Bücher liest. Der aktuellen Studie „Lesen in Deutschland 2008“ mit über 2.500 repräsentativ befragten Jugendlichen und Erwachsenen „Lesen in Deutschland 2008“ zufolge prägen 6 „Lese-Typen“ die deutsche Leselandschaft: Zu den „Leseabstinenten“ zählen 25 Prozent „“ für sie ist Lesen mühevoll. 24 Prozent haben als „Lesefreunde“ eine hohe emotionale Wertschätzung des Lese-Erlebnisses. 20 Prozent sind „informationsaffine“ Leser. 12 Prozent zählen zu den sowohl Computern als auch… Weiterlesen »Lesefrust und Lesesinn