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Startseite » Archive für November 2008

November 2008

Medium Religion

Auf allen Kanälen kehrt die Religion mit Macht zurück: bei den Muslimen, in den USA, bei CNN wie in Sibirien. Überall sehnt man sich nach Erlöserfiguren. Und die überbringen ihre Botschaft im Videoformat. Anhand von künstlerischen und dokumentarischen Video-Installationen wird zur Zeit im Museum für Neue Kunst in Karlsruhe (ZKM) der Trend auf die Formel gebracht: Das Medium selbst ist schon Religion. Die Medientheoretiker Peter Weibel und Boris Groys stellen Künstler vor, die sich mit dem Medium Religion auseinandersetzen und folgen der Einschätzung des Soziologen Marshall McLuhan: Das Medium ist… Weiterlesen »Medium Religion

Faszination Bewusstsein

„Liebe bedeutet nicht nur, sich gegenseitig narzisstisch anzuschauen, sondern vor allem die Antagonismen der Weltwahrnehmung in einer gemeinsam entwickelten Perspektive zu überwinden.“ (arte-Dokumentation) Sowas Schönes schaffen die Spiegelneuronen, die die Grenzen zwischen den Menschen (ihren ‚Ichs‘)  mit Hilfe der ‚Gehirnwäsche‘ des Oxytozins und der daraus entstehenden Empathie auflösen können. Zunehmend stimmen die Hirnforscher mit den Paläoanthropologen überein, dass wir eine soziale Spezies sind und unser Gehirn das Organ dafür ist. Für die dazu nötigen ständigen Anpassungsprozesse ist dabei das ‚Verlernen‘, also die Auflösung von überholten neuronalen Repräsentationen, genauso wichtig wie… Weiterlesen »Faszination Bewusstsein

Lehrer: Feindbild oder Führungs-Revoluzzer?

Zum gegenwärtig unvermeidlichen Großthema „Bildung“ (s.u.)  gabs im letzten ZDF-Nachtstudio einen erwähnenswerten Nachschlag unter dem Titel „Feindbild Lehrer“. Man möchte ja meinen, dazu sei an deutschen TV-Stammtischen alles tausendfach durch- und wiedergekäut; thematisch etwa im dialektischen Spannungsfeld von Gesprächteilnehmerin Enja Riegels pessimistischem Credo: „Auch ein sehr motivierter Lehrer kann in den deutschen Schulstrukturen kein guter Lehrer sein“ und Bernhard Buebs Knallbonbon: „Die Unkündbarkeit der Lehrer ist ein Verbrechen an den Kindern.“ Wie? Ja, ihr habt schon richtig gelesen, mit dem letzten Satz provoziert jener Bueb (Autor des aktuellen Pädagogik-Bestsellers „Von… Weiterlesen »Lehrer: Feindbild oder Führungs-Revoluzzer?

Vernetztes Wissen bei Scobel

„Ich begreife Fernsehen als ein Medium der Bildung, das auch dazu da ist, Erkenntnis zu vermitteln und Orientierung in einer zunehmend komplexeren Welt zu bieten.“ Gert Scobel kann man diesen pädagogischen Anspruch durchaus abnehmen, da er sich in seiner eigenen Sendung (jeden Donnerstag, 21.00h auf 3sat) ernsthaft und meist gelungen um dessen Erfüllung bemüht. Einige seiner Folgen zu jeweils einem bestimmten Thema aus Wissenschaft oder Kultur wurden ja hier schon kommentiert/ kritisiert/ gelobt und besonders auf die Möglichkeit zum Nach-Schauen der einzelnen Beiträge in der 3sat-Mediathek hingewiesen. Das böte sich… Weiterlesen »Vernetztes Wissen bei Scobel

ARTE’s ‚Philosophie to go‘

Erinnert durch eine Notiz im Philosophieblog hab ich mir heut Nacht zum ersten Mal einen Viertelstünder aus der neuen arte-Philosophiereihe angesehen. Das Konzept der Sendung: der fast noch jugendliche Gastgeber, Philosophieprofessor Raphaël Enthoven (33), schlendert mit einem Gesprächspartner durch ein zum jeweiligen Thema passendes Ambiente aus der Literatur- oder Kunstszene und plaudert in einem scheinbar mäandernden Assoziationsstil ohne allzu akademisches Fachgedöns über einen ‚philosophiewürdigen‘ Begriff. Diesmal war Gwenaëlle Aubry zu Gast, um das Wesen und die Wirkung von Hässlichkeit in ontologischer, historischer und  ästhetischer Hinsicht zu betrachten. Bemerkenswert, dass die Erstausstrahlung… Weiterlesen »ARTE’s ‚Philosophie to go‘

Die Avantgarde der Demokratie

Eine „Zumutung Demokratie“ war diese so betitelte polit-philosophische Gesprächsrunde des ZDF-nachtstudio gestern Nacht wirklich nicht – höchstens die Tatsache, dass es sich um eine Wiederholung  vom  12. Oktober (also aus dem ‚Prä-Obamarikon‘) handelte. Ziemlich harmlos diskutierte Volker Panzer mit seinen Gästen Klaus Harpprecht, Miriam Meckel, Christoph Möllers und Frank A. Meyer über angebliche Demokratieverdrossenheit und überging dabei konsensbeflissen Frau Meckels eigene Kritikaufforderung: „Alles ist heutzutage Mitte. Wir brauchen Positionen und klare Differenzen.“ Erwähnung findet dieses TV-Gespräch hier nur wegen eines notablen Zitates des Schweizer Publizisten und Philo-Talkers  Frank A. Meyer,… Weiterlesen »Die Avantgarde der Demokratie

Der Jazz als Wille und Vorstellung

„Ich improvisiere, also bin ich.“ Hätte Gert Scobel als Motto für seine letzten „Musikalischen Gespräche“ mit einigen Spitzenkönnern der deutschen Jazzszene wählen können, wenngleich der philosophische Anspruch dieser 3sat-Sendung sich im Wesentlichen auf die allegorische Deutung der Improvisation als Sinnbild für das permanente selbstorganisatorische Werden des Lebens beschränkte. Dabei hätte sich der Brückenschlag zu Fragen der Determiniertheit unserer Willensentscheidungen und  den entsprechenden neurophysiologischen Grundlagen geradezu angeboten. Flüssige und kreative Improvisation auf höchstem Niveau setzt die blitzschnelle Antizipation des nächstmomentigen Klangbildes voraus, wobei die Umsetzung dieser Vorstellung dem Musiker einige Wahlfreiheit… Weiterlesen »Der Jazz als Wille und Vorstellung