Texterl zum Tage


Je planmäßiger der Mensch vorgeht, um so wirkungsvoller trifft ihn der Zufall.

Friedrich Dürrenmatt

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Peter Rühmkorf †

Zeitlebens hat er Lieder auf den Tod gepfiffen, mit oft groteskem Humor die großen Themen Veränderung und Vergänglichkeit in saloppen Alltagsbeobachtungen ironisiert, mit spitzer polemischer Feder und der Streitbarkeit der ‚Aufrechten Rede‘ weltweit seine Positionen des engagierten Linksintellektuellen vertreten, seine selbst so bezeichneten ‚Anleitungen zum politischen Widerspruch‘.

peter rühmkorf

Peter Rühmkorf

Am vergangenen Sonntag ist der Lyriker und Essayist Peter Rühmkorf im Alter von 78 Jahren verstorben. Der hochdekorierte Dichter, auch Mitglied der Gruppe 47 und Büchner-Preisträger, ist für mich bei aller Formbewusstheit einer der „saftigsten“ deutschen Sprachbildner, ein boshafter Parodist und horizontaufreissender Provokateur wie vielleicht noch Heine und ebenso wie dieser ohne akademische Berührungsängste zu Slang und Umgangston. Er war kein Freund der zeitgenössichen blutarmen Avantgarde-Huberei, noch weniger des ästhetischen Dogmatismus á la Reich-Ranicki, lieber Antreiber konkreter Konzepte wie Jazz & Lyrik (ohne seine Wortkunst auf den publikumswirksamen semantischen Reduktionismus der Pop-Lyrik runterzureimen).

Trotz schwerer Krankheit hatte Rühmkorf auch sein letztes Tänzchen mit dem Tod in poetischer Verarbeitung und Verwandlung in seinem letzten Buch „Paradiesvogelschiß“ karikiert und seinen Freunden und Lesern aufs Blatt geschrieben: „Schaut nur nicht so bedeppert in diese Grube. / Nur immer rein in die gute Stube. / Paar Schaufeln Erde, und wir haben / ein Jammertal hinter uns zugegraben.“

wf

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