2 Texterl zum Tage

Der Schnee von heute ist der Matsch von morgen.

* * *

Unsterblichkeit wäre die Höchststrafe für das menschliche Dasein.

WF




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Was ist der Mensch?

Michael Pauen – Die Entdeckung der Natur des Geistes

Wer von der Modernen Philosophie erwartet, dass sie uns (momentan) plausible Sichtweisen für immer komplexer werdende Welt- und Sinnzusammenhänge und somit Modelle des „Mensch-Seins“ anbietet, dem liefert dieses Buch Gedankenfutter satt.
Die Ergebnisse der Neurobiologie und aktuellen Hirnforschung stellen unser Menschenbild in Frage – die „Seele“ als materialistisch determiniertes Synapsengeflacker? Wir sind verunsichert, ob wir weiterhin von einem Ich, einem Selbstbewusstsein oder von Willensfreiheit sprechen können.

Der Wissenschaftsphilosoph Michael Pauen bringt Klarheit in die verwirrende Debatte. Er erzählt die spannende Geschichte eines Jahrhunderte alten Scheinkonflikts und zeigt, dass die Erkenntnisse der Neurowissenschaften uns nicht bedrohen, sondern – ganz im Gegenteil – das Verständnis für zentrale menschliche Fähigkeiten verbessern und warum die aktuelle Hirnforschung kein neues Menschenbild erzwingt.

Auch ohne Philosophiestudium und naturwissenschaftliches Spezialwissen lassen sich Pauens Argumentationsketten nachvollziehen, weil er sie, ähnlich wie seinerzeit Hofstadter, in einen dialektischen Diskurs stellt und seine Positionen daraus nicht als Glaubensbekenntnisse, sondern als (vorläufige) Denkergebnisse destilliert.
Die im ersten Teil des Buches gewährten ausführlichen Einblicke in die historischen Diskussionen um unser jeweiliges Daseinsverständnis in Philosophie, Religion und Psychologie tragen sehr viel dazu bei, die Wechselwirkungen zwischen naturwissenschaftlichem Fortschritt und humanem Selbstverständnis zu erhellen.
Was natürlich auch, wie am Ende des Buches dargestellt, ethische Konsequenzen hinsichtlich der Manipulationsmöglichkeiten des menschlichen Gehirns hat (operative Eingriffe, Psychopharmaka, Implantate, Neuroenhancement).

Und gerade weil wir in diesen Fragen abwägen können, spricht Nichts dagegen, dass wir uns selbst nach wie vor als frei und verantwortlich handelnde Wesen begreifen können.

Der Autor:
Michael Pauen, Jahrgang 1956, ist Professor für Philosophie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zum Verhältnis von Neurowissenschaften und Philosophie und zu Fragen des Bewusstseins. 1997 erhielt er den Ernst-Bloch-Förderpreis.

wf

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2 comments to Was ist der Mensch?

  • Philosophische Schnipsel

    […] Eingangs der Sendung hatte Scobel auf das Manifest 11 führender Neurowissenschaftler als Zusammenfassung des Status Quo der Hirnforschung hingewiesen, aber sendezeitbedingt wurden die darin induzierten Fragestellungen nur kurz angeblitzt, etwa die ethischen Probleme durch die Möglichkeiten des Eingriffs in die Persönlichkeitsstruktur, das ‘Mind Reading’, die quantitative und qualitative Blickwinkelerweiterung über unsere Selbst-Bewusstheit. Wer sich grundlegend mit der philosophischen (unter Einbeziehung der naturwissenschaftlichen) Sichtweise auf die ‘Natur des Geistes’ auseinandersetzen will, der sei auf das auch im 3sat-Sendekontext empfohlene Buch von Michael Pauen “Was ist der Mensch” hingewiesen (Kurzrezi hier). […]

  • […] die Scobel-Diskussion Nida-Rümelin – Wolf Singer, die undogmatischen Interpretationsansätze von Michael Pauen, Eric Kandel, MSS,  Spitzer, Roth, Mainzer und anderen) ohne Kenntnisnahme vorbeigezogen. Sonst […]

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